Container wie Rinder hüten

Mit Rancher 1.0 kommt eine agnostische Container-Management-Plattform

Melanie Feldmann

© Shutterstock / Egorov Artem

Die Open-Source-Container-Management Plattform Rancher von Rancher Labs – gerade in Version 1.0 live gegangen – ermöglicht das Deployment von Docker-Containern über Docker Swarm, Kubernetes oder Rancher Labs eigenem Tool Cattle. Dabei kümmert sich Rancher um die Organisation der zugrundeliegenden Technik von der Orchestrierung über die Registry bis zur Datenbank-Anbindung.

Rancher baut einen privaten Software-Verbund für jede Umgebung auf, in dem die Container sicher zwischen Hosts und der Cloud kommunizieren können. Für das Load Balancing bringt die Plattform einen integrierten, elastischen Load Balancer mit, der auch zwischen mehreren Clouds funktioniert. Die Persistent Storage Services für Docker machen es Entwicklern möglich, Speicher verlässlich in Verbindung mit containerisierten Anwendungen zu verteilen. Dieses Feature basiert auf dem Docker 1.9 Volume Plug-in vereinfacht es, Anwendungen zum Laufen zu bringen, die stateful Datenbanken und persistenten Speicher benötigen. Auch die Service Discovery ist bereits integriert. Rancher implementiert eine verteilte DNS-basierte Service Discovery inklusive Health Check, bei der sich Container automatisch als Service registrieren können und sich gegenseitig finden. Um bereits existierende Container Services zu aktualisieren, ist Service Cloning und das Umleiten von Service Requests möglich. So können Entwickler die Dependencies checken, bevor echter Traffic über die frisch aktualisierten Services läuft. Um Ressourcen besser zu managen, unterstützt Rancher Docker Machine. Dabei überwacht die Plattform die Ressourcen des Hosts und managet das Container-Deployment. Für die Orchestrierung können Entwickler die Engine ihrer Wahl nutzen: Docker Swarm, Kubernetes oder Cattle.

rancher_overview

Mit Rancher ist es sowohl möglich die Cloud als auch die Orchestrierung der Wahl zu nutzen (Quelle: http://docs.rancher.com/rancher/)

Was Rancher von der Konkurrenz abheben soll ist nicht nur, dass die Software Open Source, sondern vor allem, dass sie einfach zu benutzen sei. Außerdem ist die Plattform für den Einsatz in Unternehmen ausgelegt. So unterstützt sie beispielsweise LDAP- und AD-Integration und rollenbasierte Zugriffe. Die Verbindung mit bereits bestehenden Directory Services macht es einfacher, getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Produktion aufzubauen. Rancher ist außerdem infrastruktur-agnostisch. Es läuft auf Linux Servern, die von allen Cloud-Anbietern und Rechenzentren angeboten worden. Der Linux Host kann entweder eine virtuelle oder eine physikalische Maschine sein. Alles was die Plattform braucht, ist CPU, Memory, Speicher und eine Netzwerkverbindung. Eine kurze Video-Demo gibt Einblick in die Features von Rancher:

Rancher 1.0 Demo from Rancher Labs on Vimeo.

Zum Download bei GitHub geht es hier lang. Einen Qick Start Guide gibt es hier. Im Blog erläutern die Entwickler von Rancher zum Beispiel wie das Zusammenspiel mit Cassandra funktioniert oder wie Entwickler auch den Amazon Container Registry Service nutzen können.

Aufmacherbild: illustration of an industrial port with containers von Shutterstock / Urheberrecht: Egorov Artem

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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