Mit dem Smartphone zum Job: 6 Mythen zur Consumerization des Arbeitsplatzes

Judith Lungstraß

Die Studie „Dispelling Six Myths of Consumerization of IT“ (PDF) von Avanade, einem weltweiten Anbieter von Business-Technologie-Lösungen und Managed Services, hat ermittelt, dass persönliche Geräte wie Smartphones oder Tablets verstärkt am Arbeitsplatz genutzt werden. 88 Prozent aller befragten Unternehmen weltweit geben an, dass ihre Mitarbeiter Geräte an den Arbeitsplatz mitbringen, um sie dort für berufliche Zwecke zu nutzen – in Deutschland sind es sogar ganze 93 Prozent.

Smartphones halten Einzug in Unternehmen

Die verbreitete Annahme, dass Smartphones und Tablets vor allem genutzt werden, um E-Mails abzurufen und in sozialen Netzwerken aktiv zu sein, hat sich durch die Studie nicht bestätigt. Stattdessen wurde herausgefunden, dass Mitarbeiter private Geräte zu 45 Prozent zum Customer Relationship Management (in Deutschland 39 Prozent), zu 44 Prozent für Applikationen zur Zeit- und Aufwandmessung (in Deutschland 32 Prozent) und zu 38 Prozent für Enterprise Ressource Planning (in Deutschland 32 Prozent) verwenden.

Als Vorteile der sogenannten Consumerization des Arbeitsplatzes sehen 58 Prozent aller Befragten die Möglichkeit für Mitarbeiter, ortsungebunden zu arbeiten. Interessanterweise vermuten 57 Prozent auch eine gesteigerte Bereitschaft zur Ableistung von Überstunden. Die „Bring-Your-Own-Device“-Methode soll außerdem junge, technikaffine Mitarbeiter ansprechen und dadurch die Attraktivität des Unternehmens im Kreise ihrer Mitbewerber steigern – an diesen Marktvorteil glauben 20 Prozent der befragten Arbeitgeber.

Die genannten Vorteile wurden bereits von einigen Verantwortlichen erkannt und auch umgesetzt. 65 Prozent aller befragten C-Level-Führungskräfte (in Deutschland sogar 80 Prozent) erklären die Consumerization der IT zur Top-Priorität. Unternehmen stellen weltweit 25 Prozent ihres IT-Budgets für das Management der Consumerization zur Verfügung; in deutschen Unternehmen sind es 29 Prozent. Ganze 60 Prozent der Unternehmen (in Deutschland 63 Prozent) passen sogar ihre IT-Infrastruktur an, um die mitgebrachten Geräte der Mitarbeiter miteinbeziehen zu können.

Weltweit sind Android-Smartphones mit 35 Prozent die beliebtesten Geräte am Arbeitsplatz, gefolgt von BlackBerry-Smartphones mit 32 Prozent und Apple-Laptops mit 26 Prozent. In Deutschland liegen ebenfalls Smartphones von Android (54 Prozent) und von BlackBerry (36 Prozent) auf Platz eins und zwei, gefolgt von Windows-Tablets mit 25 Prozent und Apple iPhones und iPads mit 25 Prozent.

Sechs Mythen der Consumerization

Mit diesen Umfrage-Ergebnissen sieht die Studie sechs weit verbreitete Mythen bezüglich der Consumerization der IT widerlegt:

  • Mythos 1: Businesses Are Resisting the Consumerization of IT
  • Mythos 2: Companies Don’t Have the IT Resources They Need to Manage the Consumerization of IT
  • Mythos 3: The Need to Attract and Keep Millennials is Driving the Consumerization of IT
  • Mythos 4: Personal Devices in the Workplace Are Used for Checking Email and Browsing Facebook
  • Mythos 5: Apple = Consumerization of IT
  • Mythos 6: Consumer Technologies with Built-In Security Measures are Safe for Use in the Enterprise

Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass Unternehmen eben nicht dem Trend zur Consumerizatiion entgegenwirken. Genauso wenig fehlen ihnen die IT-Ressourcen dazu, die Consumerization zu managen. Das Argument, durch das Mitbringen von eigenen Geräten junge Leute als Mitarbeiter rekrutieren zu können, ist nur eines von vielen und nicht das Hauptargument. Auch nutzen Mitarbeiter ihre mobilen Geräte – übrigens keinesfalls hauptsächlich Apple-Produkte – nicht nur, um E-Mails abzurufen oder in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein, sondern auch für jobrelevante Aufgabenstellungen.

Consumerization ist also auf breiter Basis angekommen in deutschen wie weltweit agierenden Unternehmen. Doch auch die Kehrseite der Medaille offenbart sich durch die Studie: Trotz aller von Avanade verkündeten Vorteile der Consumerization des Arbeitsplatzes bieten die persönlichen Geräte der Mitarbeiter immer noch große Sicherheitsrisiken für die Unternehmen.

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Judith Lungstraß
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