Mit Big Data zum Fußball Weltmeister?

Claudia Fröhling
©shutterstock.com/EKS

Deutsche Fußballfans haben sich vergangenen Dienstag verwundert die Augen gerieben, als die deutsche Nationalelf die Brasilianer mit 7:1 aus dem Turnier kickte. Jetzt ist Deutschland Weltmeister – und das womöglich mithilfe von Big Data.

Analyse ALL the data!

Die Zeiten, in denen Jens Lehmann vor dem Elfmeterschießen noch Spickzettel zugeschoben werden mussten, scheinen vorbei zu sein. Wie der DFB bereits vor dem Match bekannt gegeben hatte, partnert man bei dieser WM mit SAP und nutzt eine Vorabversion der Software SAP Match Insights, um Spielmuster zu analysieren.

„Zehn Spieler können in zehn Minuten mit drei Bällen über sieben Millionen Datenpunkte produzieren“, heißt es in der SAP-Ankündigung. Das beinhaltet jede einzelne Bewegung jedes Spielers, jeden Pass, jede Schattendeckung. Wie er beschleunigt und wie er abbremst. Alles. Die Datenmengen erhält das Programm durch Kameras und „Daten anderer Dienstleister“, erklärt SAP Senior Vice President Fadi Naoum im Interview mit Börsen Radio. Chip-Technologie, also dass Spieler Chips zum Aufzeichnen von Daten am Körper tragen, sei bei Länderspielen nicht erlaubt. In der Bundesliga greife man aber auch auf diese Mittel zurück, beispielsweise bei den Spielern des TSG Hoffenheim, so Naoum weiter.

Echtzeitanalyse mit SAP HANA

Die Software ermöglicht der DFB-Elf und seinem Trainerstab eine Echtzeitanalyse sowohl der eigenen Leistung als auch aller anderen Mannschaften im Turnier. Auch der Vergleich mit historischen Daten in Realtime ist demnach möglich.

Machbar wird das mit der HANA-Plattform. Die Technologie ist im Kern eine hauptspeicherbasierte Datenbank, die alle Daten im RAM des Servers hält. Das soll im Gegensatz zu anderen Datenbankensystemen mehr Geschwindigkeit bringen. Wer einen Einstieg in SAP HANA sucht, sollte einen Blick auf den Artikel von Michael Dietz im Java Magazin 7.2014 werfen: „Anwendungsentwicklung im Java-Umfeld mit SAP HANA“.

Der Einsatz von SAP Match Insights und allgemein der Einsatz von Datenanalyse-Tools ist sicherlich nicht auf den Fußball, nicht einmal auf Trainerstäbe begrenzt. Auch Medien können sich diese Daten zunutze machen. Die andere Seite der Medaille ist aber sicherlich die Frage, ob der Einsatz hochentwickelter Technologien die Magie aus dem Sport verbannt. Welchen Einfluss haben diese Analysen auf die Spielweise der Sportler und wie verändert das eventuell langfristig eine ganze Sportart?

Vielleicht ist das aber schon zu weit gegriffen. Wenn uns Big Data jetzt erst einmal dabei hilft zu verstehen, was da am vergangenen Dienstag Abend in Belo Horizonte und am Sonntag Abend in Rio de Janairo passiert ist, ist das ja auch was Gutes, nicht wahr?

Aufmacherbild: light of stadium von Shutterstock / Urheberrecht: EKS

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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