Mike Milinkovich: Nicht Oracle ist Schuld an der Unordnung - JAXenter

Mike Milinkovich: Nicht Oracle ist Schuld an der Unordnung

Hartmut Schlosser

In einem Interview mit dem französischen IT-Journal „LeMagIT“ hat Eclipse-Foundation-Direktor Mike Milinkovich seine Haltung zu Oracles Java-Kurs deutlich gemacht.

Zunächst merkt Milinkovich an, dass die Integration von Sun in das Oracle-Unternehmensportfolio keine leichte Aufgabe sei und noch längere Zeit in Anspruch nehmen werde. Insbesondere gelte es, die Java-Strategie sowohl in technologischer als auch in ökonomischer Hinsicht neu zu überdenken.

Positiv sieht Milinkovich Oracles Investitionen von Entwickler-Ressourcen, nachdem unter Sun drei Jahre lang nichts passiert sei. Oracle scheine diese entstandene Leere ausfüllen zu können.

„Oracle stellt sicher, dass es mit der Technologie wieder voran geht. Und das ist positiv für Java“.

Ein Kernproblem liegt für Milinkovich darin, dass Oracle von Sun eine Umgebung in großer Unordnung übernommen habe. Oracle strebe nun an, wieder Ordnung in das System zu bringen. Frustrierend sei es für Milinkovich dann zu sehen, dass Oracle deshalb in verschiedenen Blogs als „böser Bube“ dargestellt werde. Doch für die entstandene Unordnung sei nicht Oracle selbst verantwortlich gewesen, meint Milinkovich.

Der Unterschied zwischen Sun und Oracle liege darin, dass Oracle Entscheidungen treffe, die gut für die eigenen Geschäftsziele seien, und diese Entscheidungen auch in die Tat umsetzten. Dem Sun-Unternehmen wirft Milinkovich vor, sich nicht ausreichend um die Business-Aspekte von Java gekümmert und die Community allzu oft mit Worten abgespeist zu haben.

„Man kann immer mit Entwicklern kommunizieren, aber schlussendlich erwarten sie vor allem eine performante Plattform.“

Abschließend führt Milinkovich aus: Man könne die Entscheidungen Oracles mögen oder nicht – den Vorwurf der Zweideutigkeit könne man Oracle nicht machen. Während Milinkovich denkt, dass die Oracle-Strategie sich auf lange Sicht als effizient erweisen wird, erwartet er, dass eine gewisse Unruhe in der Community auch in den nächsten 12 Monaten noch vorherrschen werde.

Das vollständige Interview, in dem es auch um die Situation der Eclipse Foundation und des Eclipse-Ökosystems geht, kann auf www.lemagit.fr (in französischer Sprache) eingesehen werden.

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Hartmut Schlosser
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