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Middleware im Wandel der Zeit

Die Middleware trifft Cloud und DevOps

Mike Piech

©Shutterstock/TechnoVectors

Auch an Middleware gehen die aktuellen Trends der Software-Entwicklung nicht spurlos vorüber. Welche Auswirkungen haben DevOps, Microservices, Container und Mobility auf die Entwicklung von und mit Middleware?

Um ständig neue Herausforderungen meistern zu können, kommen schon seit Jahren Middleware-Lösungen zum Einsatz. Beispiele dafür sind die weitgehend automatisierte Bearbeitung von Versicherungsansprüchen, das Erkennen von Finanzbetrug oder Anwendungsszenarien, bei denen es um koordinierte Kundeninteraktionen über verschiedene Kommunikationskanäle hinweg geht.

Middleware-Lösungen sind eine Standardsoftware, die technisch betrachtet Schnittstellen bereitstellt, etwa in Form einer Service-orientierten Architektur oder von Web-Services. Aktuell konzentriert sich der Einsatz von Middleware auf die Themen DevOps, Microservices, Container und Mobile Computing.

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Cloudbasierte Entwicklung und DevOps

In der Anfangszeit waren Middleware-Produkte enorm komplexe und umfangreiche Werkzeuge, mit denen Unternehmen monolithische Applikationen auf einem Mainframe oder einem physischen Server im Rechenzentrum betrieben. Im Gegensatz dazu sind die heutigen Tools sehr kompakt, benötigen wenig Platz, können in der Cloud genutzt werden und die IT nutzt sie als Service.

Eine der Ursachen dafür ist der Trend zu einer cloudbasierten Applikations-Entwicklung. Unternehmen nutzen PaaS-Umgebungen, mit denen Entwickler und IT-Administratoren Anwendungen bauen und verwalten und dabei viele der ansonsten üblichen infrastrukturbedingten Herausforderungen und Kosten vermeiden.

Die steigende Akzeptanz und Verbreitung der Cloud hat IT-Paradigmen wie DevOps zum Durchbruch verholfen. Die IT arbeitet dadurch effizienter und die erstellten Applikationen sind schneller einsatzbereit. DevOps bezeichnet die enge Zusammenarbeit zwischen Anwendungsentwicklung und dem IT-Betrieb.

Bedingt durch die Flexibilität und Effizienz der Cloud können DevOps-Teams neue Software-Ideen innerhalb weniger Stunden anstatt in Tagen oder Wochen in einsatzfähige Applikationen verwandeln. Während für den IT-Betrieb eine hohe Verfügbarkeit und dauerhafte, stabile Betriebsprozesse Vorrang haben, geht es Entwicklern darum, neue Anwendungen oder Funktionen möglichst schnell bereitzustellen und flexibel auf kurzfristig geänderte Spezifikationen reagieren zu können.

Höhere Flexibilität mit Microservice-Architekturen

Ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf die Applikationsentwicklung und die zugehörigen Middleware-Technologien haben die Microservice-Architekturen. Die monolithischen Anwendungen aus der Vergangenheit ließen sich nur schwer ändern, wenn neue Anforderungen aus dem Markt oder regulatorische Vorgaben dies erforderten. Eine erste Verbesserung brachten Service-orientierte Architekturen mit ihrer Modularisierung von Applikationen, die unabhängig voneinander bestimmte Funktionen ausführten.

Durch Microservices wird dieser Trend weiter verstärkt. Dabei werden Anwendungen in eine große Zahl kleiner, spezialisierter Module zerlegt. Jedes dieser Module kann – unter geringen Auswirkungen auf die gesamte Applikation – unabhängig von den anderen aktualisiert, gelöscht, verlagert oder erweitert werden.

Platform as a Service vereint wichtige Trends für den Aufbau einer Cloud-Infrastruktur, die Architektur verteilter Anwendungen (Microservices), die Bereitstellung von Containern sowie die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen (DevOps).

Platform as a Service vereint wichtige Trends für den Aufbau einer Cloud-Infrastruktur, die Architektur verteilter Anwendungen (Microservices), die Bereitstellung von Containern sowie die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen (DevOps). (© Red Hat)

Container steigern die Effizienz

Ein weiterer Trend sind Container. Sie kapseln Anwendungen mit allen benötigten Laufzeitkomponenten wie Bibliotheken oder Skripts in einem abgeschlossenen Paket. Durch die Trennung der Laufzeitumgebung von der zugrundeliegenden Infrastruktur bieten Container eine hohe Konsistenz, Zuverlässigkeit und Portabilität, wenn sie im Verlauf ihres Lebenszyklus zwischen verschiedenen Umgebungen hin- und her bewegt werden.

Durch die Kapselung mit den unbedingt notwendigen Betriebssystem-funktionalitäten entsteht ein kompakter, wenig Platz beanspruchender Software-Stack, der eine schnelle Entwicklung und Anpassung ermöglicht. Den Kern bildet die durch einen Application-Server bereitgestellte Runtime-Umgebung, die bei Bedarf durch zusätzliche Tools weiter ausgebaut werden kann.

Packt man Container führen den Middleware-Stack, grundlegende Services sowie ein optimiertes Betriebssystem zusammen wird diese gesamte Einheit zu einem Microservice. Zudem vereinfachen Container den gesamten Herstellungsprozess neuer Anwendungen. Denn im Unterschied zu aufwendigen Konfigurationen aller beteiligten Middleware-Komponenten, wie Applikations-Server und Messaging-Middleware, kommt alles bereits fertig konfiguriert aus der Entwicklung.

Die Mobilität nimmt weiter zu

Die Zahl mobiler Anwendungen ist enorm gestiegen. Immer mehr An-wender wollen von unterwegs genauso einfach auf ihre gewohnten Daten und Applikationen zugreifen wie an ihrem Schreibtisch. Zum einen integrieren immer mehr Unternehmen mobile Anwendungen in komplexe Backend-Applikationen wie CRM- oder ERP-Systeme. Zum anderen fächert sich das Angebot an mobilen Endgeräten weiter auf. Zu den Smartphones und Tablet-PCs gesellen sich weitere Gerätetypen, darunter beispielsweise auch neue Formen von Sensoren, mit denen sich automatisch laufende Prozesse überwachen lassen.

Eine Studie von Red Hat, durchgeführt im Frühjahr 2015 durch das Marktforschungsunternehmen TechValidate, identifizierte die Backend-Integration als eine der größten Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Befragten waren bei der Entwicklung mobiler Applikationen noch immer mit der individuellen und manuellen Integration in Backend-Systeme befasst. Abhilfe schaffen hier mobile Middleware-Technologien wie Mobile Application Platforms und Mobile-Backend-as-a-Service (MBaaS)-Umgebungen wie Red Hat FeedHenry. Sie stellen die erforderliche Skalierbarkeit und Effizienz bereit.

Alle vier skizzierten Trends verfolgen ein Ziel: Sie wollen die Komplexität in der Anwendungsentwicklung und im Betrieb reduzieren. Middleware-Technologien ermöglichen Unternehmen, leistungsstarke und individuelle Applikationen zu erstellen, mit denen sie Anforderungen in den Bereichen DevOps, Microservices, Container und Mobility umsetzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.

Aufmacherbild: Enterprise Aplication von Shutterstock / Urheberrecht: TechnoVendors

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Mike Piech
Mike Piech
Mike Piech ist Vice President und General Manager Middleware bei Red Hat
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