Studie zu Online-Risiken und Verhaltensformen

Microsofts Digital Civility Index: Online-Umgangsformen verbessern sich

Maika Möbus

© shutterstock / Michal Chmurski

Microsoft hat im dritten Jahr in Folge die Studie „Civility, Safety & Interaction Online“ in 22 Ländern in Auftrag gegeben und gelangt darin zu einem positiven Ergebnis: Das Online-Benehmen hat sich laut der Befragung im letzten Jahr verbessert.

Die Umgangsformen im Rahmen der Internetnutzung global zu erheben und in einem Index zu verpacken – diesem Ziel hat sich Microsoft verschrieben und präsentiert die Ergebnisse der dritten Befragung in der Reihe „Civility, Safety & Interaction Online“. Darin wurden das Online-Benehmen und die Risiken im Umgang mit anderen Internet-Usern untersucht. Vier von zehn Befragten nannten, dass sie online ungewollte Kontaktaufnahmen erfahren haben. Diese Thematik bleibt daher weiterhin der Spitzenreiter unter den erhobenen Online-Risiken, wie auch im letzten Jahr. Grundsätzlich präsentiert Microsoft aber ein positiveres Gesamtbild.

Digital Civility Index

Die Ergebnisse der neuen Microsoft-Civility-Studie wurden im Januar 2019 vorgestellt: Der Digital Civility Index (DCI) sank um zwei Punkte im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit bei 66 Prozent. Die Werte des DCI liegen auf einer prozentualen Skala von 0 bis 100. Je geringer der Wert, umso geringer sind die Online-Risiken der Befragten und umso höher ist der wahrgenommene Wert des guten Online-Benehmens. Die Abnahme des Wertes spricht also für positivere Umgangsformen im Online-Verhalten. Einen großen Anteil daran hatten die Befragten aus Deutschland – nur in den USA verbesserte sich das Online-Benehmen noch stärker.

Die untersuchten Risiken sind in vier Themengebiete unterteilt. Der erste Bereich lautet Reputation und bezeichnet Beschädigungen am persönlichen oder beruflichen Ruf einer Person. Verhaltensrisiken bilden den zweiten Schwerpunkt. Darunter gefasst sind Verhaltensweisen wie Trolling, Hate Speech und persönliche Angriffe. In diesem Themenfeld nannten die meisten Befragten, dass sie Online-Mobbing, Beleidigungen oder Bloßstellung erfahren haben. Drittens wurde sexuelle Belästigung inklusive ungewollter Kontaktaufnahme erhoben. Der vierte und letzte Punkt bestand aus persönlichem/belästigendem Verhalten. Dazu zählte, folgenden Risiken ausgesetzt zu sein: ungewollte Kontaktaufnahme und Diskriminierung, Sexismus, Extremismus, Hoaxes und Betrug.

Microsoft ermittelt geringere Online-Risiken als im letzten Jahr

Unter den Befragten aus Deutschland zeigte sich ein positives Bild: Der DCI-Wert sank im Vergleich zum Vorjahr um acht Punkte, was einen besseren Umgang unter Internetnutzern ausdrückt. Nur die USA konnten mit zehn Punkten weniger als im letzten Jahr eine noch größere Abnahme erzielen. Insgesamt erzielt Deutschland damit einen Wert von 57. Besonders die Verhaltens- und persönlichen/belästigenden Risiken haben sich in Deutschland verringert. In keinem anderen untersuchten Land nahmen die Verhaltensrisiken laut Microsoft weiter ab. In Deutschland sank dieser Wert um zehn Punkte. Das persönliche/belästigende Verhalten nahm in Deutschland um neun Punkte und die sexuelle Belästigung um zwei Punkte ab. Einzig der Punkt der Rufschädigung bildet einen Ausreißer: Er veränderte sich negativ und nahm um drei Punkte zu.

Weitere Details zur Erhebung

Die Befragung wurde zwischen dem 4. und 31. Mai 2018 in 22 Ländern durchgeführt, mit 500 Teilnehmern je Land. Die Gruppen waren gleichmäßig in zwei Altersgruppen (18-74 und 13-17 Jahre) und nach Geschlecht aufgeteilt. Insgesamt wurden 11.157 computergestützte Web-Interviews auf PCs und Mobilgeräten durchgeführt.

Die Abnahmen im DCI-Wert der einzelnen Länder waren nicht signifikant. Trotz der Abnahme des DCI um zwei Punkte erreichte er nicht den Wert der ersten Erhebungsrunde zwei Jahre zuvor, der einen Punkt niedriger lag. Der Punkt der ungewollten sexuellen Aufmerksamkeit wurde in der Liste der Risiken hinzugefügt. Außerdem wurde die Zusammensetzung der Länder im Vergleich zum Vorjahr verändert; zwei Länder wurden entfernt und drei neue hinzugefügt.

Alle Details zur Studie mit weitergehenden Informationen zur Erhebung liefert Microsoft.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Maika Möbus
Maika Möbus
Maika Möbus ist seit Januar 2019 Redakteurin bei Software & Support Media. Zuvor studierte sie Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: