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Visual Studio goes Cross Platform

Microsoft veröffentlicht Visual Studio 2015 – eine IDE für „alle Plattformen“

Redaktion JAXenter

© Shutterstock.com/tanuha2001

Microsoft hat eine neue Version seiner Entwicklungsumgebung Visual Studio veröffentlicht. Weshalb sollte uns das hier interessieren, werden jetzt einige fragen. Weil Microsoft mit Visual Studio 2015 mit dem Anspruch auftritt, eine IDE für alle gängigen Plattformen zu sein – Java inklusive!

Microsofts erklärte Absicht hinter Visual Studio 2015 ist es, allen Entwicklern ein Werkzeug an die Hand zu geben, um mit der Plattform ihrer Wahl zu arbeiten. So beschreibt Soma Somasegar, Corporate Vice President der Microsoft Developer Division, die IDE als ein “great toolset for any developer targeting any device on any platform”.

Am deutlichsten zu sehen ist dies beim Cross-Platform-Mobile-Support. So ermöglicht es Visual Studio 2015, verschiedene Web-Technologien für die Entwicklung von Mobile-Apps für iOS, Android und Windows zu nutzen, darunter Apache Cordova und Xamarin. Während des Setups installiert Visual Studio 2015 bei Bedarf das nötige JDK, Android Developer Kit und den Visual Studio Emulator für Android.

Der Visual Studio Emulator ist auch ohne eine Installation von Visual Studio verfügbar und fügt die Android-Plattformen Jellybean 4.2 und Lollipop 5.1 hinzu. Im Rahmen der plattformübergreifenden Mobile-Entwicklung mit C++ besteht die Möglichkeit, beinahe jedweden Code über mehrere App-Plattformen hinweg zu bauen, zu teilen, wiederzuverwenden, bereitzustellen und zu debuggen.

Zudem bedeutet Microsofts Partnerschaft mit Xamarin, dass mithilfe von Templates Projekte für Android Native Activity-Apps erstellt werden können. Der Xamarin-Deal eröffnet Entwicklern die zusätzliche Option, ihre .NET-Anwendungen auf iOS und Android auszudehnen.

Und sonst so?

Die Web- und Cloud-Entwicklung erhält mit ASP.NET 4.6, der neuesten Version von Microsofts Webentwicklungs-Framework, zusätzlichen Schub. Eine Preview-Version von ASP.NET 5 ist ebenso enthalten wie das neueste Azure-SDK.

Das Debugging und Profiling wurden in einem einzigen Diagnosetool-Fenster zusammengefasst. Komplett neu ist das PerfTips-Tool, das den Nutzern beim Durchlaufen des Codes im Debugger die verstrichene Zeit zwischen dem aktuellen Haltepunkt und dem letzten Anhalten anzeigt.

Auch der C++-Debugger wurde verbessert; des Weiteren finden sich zwei neue UI-Debugging-Tools für XAML. Die Nutzer können diese dazu verwenden, den Visual Tree der laufenden WPF-Anwendung sowie die Eigenschaften eines jeden Elements des Trees zu betrachten. Mithilfe des Live Visual Tree und des Live Property Explorer können alle Elemente der laufenden App ausgewählt sowie die finalen, berechneten und gerenderten Eigenschaften angezeigt werden.

In sprachlicher Hinsicht ist zu vermelden, dass neben C++ 11/14/17, TypeScript 1.5, F# 4.0 und Tools für Python auch die finalen Versionen von C# 6 und Visual Basic 14 enthalten sind. Updates für den JavaScript-Editor umfassen die Unterstützung von ES6 und JSDoc-Kommentaren sowie Tooling-Support für AngularJS.

TFS

Diejenigen, die sich schon auf die Verfügbarkeit des Team Foundation Server (TFS) 2015 freuen, müssen sich derweil allerdings noch ein wenig gedulden: Dieser wird noch eine Weile im Release-Candidate-Modus verharren. TFS RC 2 wurde am 13. Juli veröffentlicht und brachte u. a. eine Erweiterung der Standardlizenz, Änderungen am Schema in Datenbanken, sowie Verzweigungsrichtlinien für die Nutzung von Git mit sich.

Mit der General Availability kann in circa einem Monat gerechnet werden. Brian Harry, Product Unit Manager des TFS erklärte die Verzögerung folgendermaßen:

We wanted to take a little extra time to ensure a seamless upgrade to TFS 2015 at RTM [Release to Manufacturing]

Fazit

Alles in allem hat sich Microsoft für Entwickler jedweder Couleur interessant gemacht. Insbesondere die Android-Entwicklung profitiert von der neuen Version; der allgemeine Java-Support hat ja bereits seit längerem in Visual Studio Einzug gehalten. Und so versucht Microsoft auch mit Visual Studio 2015, den eingeschlagenen Weg hin zur Öffnung für andere Plattformen fortzusetzen. Insbesondere für Entwickler, die sowohl in der Windows- als auch in der Java-Welt aktiv sind, eine erfreuliche Entwicklung.

Begrüßen wir also Microsoft als Teil des Java-Ökosystems!

Ein umfassender Überblick über sämtliche Änderungen findet sich in den Release Notes sowie auf dem Visual Studio-Blog.

Aufmacherbild: Microsoft logo on pc screen von Shutterstock.com / Urheberrecht: tanuha2001

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3 Kommentare auf "Microsoft veröffentlicht Visual Studio 2015 – eine IDE für „alle Plattformen“"

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Harald Wellmann
Gast

Alle Plattformen? Das heißt, ich kann jetzt MS Visual Studio unter Linux starten, um Java-Anwendungen zu entwickeln…?

Hans
Gast

Glücklicherweise programmiere ich seit 10 Jahren mit C#. C# soll laut Microsoft in den nächsten Jahren nahtlos auf Windows, auf Unix basierten System und iOS laufen. Wer den Komfort von Visual Studio kennt und sich heute noch mit PHP rumquält, kann doch einfach nur wechseln. Ich bin einfach nur froh, das ich seit Jahren nur auf Microsoft setze und diese Neuigkeiten bestätigen den Trend, das C# langfristig auch JAVA und C++ verdrängen wird. Hinzu kommt seit neuestem die Möglichkeit, mit C# nativen Maschinencode zu erzeugen (Roslyn). Microsoft macht mit Visual Studio und C# einfach alles richtig.

Ksenia Orlowa
Gast

Es gibt sogar Visual Studio Code was unter Linux läuft aber diese Edition hat nur reine Text Editoren und mehr auch nicht.