Neue SDKs sollen leichte Portierung ermöglichen

Microsoft verwandelt Android-Apps in Windows-Apps

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Maryna Stamatova

Wie auf der gestrigen Build 2015 verkündet wurde, sollen Android Apps via Visual Studio mit nur wenigen Anpassungen zu Windows Universal Apps kompiliert werden können. Auf gut deutsch: Im neuen MS App Store in Windows 10 werden wohl auch Android Apps zu finden sein – gleiches gilt für iOS-Apps, klassische Desktop-Anwendungen und Web-Apps.

Neue SDKs

Microsoft will demnach Visual Studio mit neuen Features versorgen, die es Entwicklern erlauben, bestehende Apps mit möglichst geringem Aufwand in den Windows Store zu bringen. Dabei sollen Android-Entwickler offenbar in die Lage versetzt werden, den ihren Apps zugrundeliegenden Java- und C++-Code wiederzuverwenden, um Windows-Apps zu erstellen. Analog werden iOS-Entwickler ihren Objetive C-Code recyclen können. Im Rahmen der Portierung , so die vermutlich dahinter stehende Absicht, sollen die so entstehenden Apps um Microsoft-spezifischen Features wie etwa Notifications und Achievements ergänzt werden. Auch an anderer Stelle bietet sich ein Einsatz an: So könnte den zahlreichen im Windows Store und Windows Phone Store dahinsiechenden, nach dem erstmaligen Upload nie wieder aktualisierten „Karteileichen“ neues Leben eingehaucht werden.

Die Umsetzung

Die im Grunde recht einfache Idee umfasst in der Umsetzung dann jedoch deutlich mehr, als bloß ein paar Knöpfe zu drücken, um die Apps zu rekompilieren. Wie Terry Myerson (Executive Vice President of Operating Systems bei Microsoft) in einem Interview verriet, wird der Prozess zumindest zu Beginn der Arbeit ähneln, die Amazon mit Android zustande gebracht hat. Die Google-APIs, auf denen Android beruht, sollen demnach durch Microsofts APIs ausgetauscht werden. Microsoft hat seine neuen SDKs bereits in Zusammenarbeit mit einigen Größen des App-Geschäfts, darunter King, das Unternehmen hinter Candy Crush Saga, getestet. Letzteres kam dabei offenbar ohne größere Modifikationen aus.

Desktop-Anwendungen und Websites

Neben den neuen SDKs für Android und iOS enthüllte Microsoft auch die Möglichkeit, Desktop-Anwendungen und Websites mit Windows Universal Apps zusammenzubringen. Websites beispielsweise sollen dabei innerhalb einer Windows Universal App laufen, was insbesondere kleineren Websites neue Wege der Web-App-Erstellung ermöglicht, ohne dass die Entwickler hierfür neue Sprachen lernen müssen. Im Hinblick auf Desktop-Anwendungen ließ Microsoft verlauten, dass Entwickler auch von bestehende .NET- und Wind32-Arbeiten Gebrauch machen können. Testfall war hier Adobe Photoshop Elements, dass via Virtualisierungstechnologie als Universal App im Windows Store zu finden sein wird.

Mit seiner neuen Strategie kann Microsoft potentiell jeden einsammeln, der für mobile Plattformen entwickelt. Erweist sie sich als erfolgreich, könnte der Konzern endlich die ihn schon seit langer Zeit so quälende App-Lücke schließen.


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Aufmacherbild: Set of universal colored icons for web and smart phone. Isolated on black background von Shutterstock.com / Urheberrecht: Maryna Stamatova

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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