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Microservices für Java: MicroProfile 1.1 erhält neues Config API

Hartmut Schlosser

Das Projekt Eclipse Microprofile ist in Version 1.1 erschienen. Im Rahmen der MicroProfile-Initiative werden APIs für die Entwicklung Java-basierter Microservices-Anwendungen zur Verfügung gestellt. Welche Neuerungen sind hinzugekommen?

 MicroProfile  = Microservices für Java

Die Vorgeschichte der MicroProfile-Initiative dürfte vielen bekannt sein: Aufgrund der Stagnation des Java-EE-Standards Anfang 2016 haben sich Red Hat, IBM, Payara und verschiedene Usergruppen zusammengefunden, um einen modernen Standard für Java-basierte Microservices zu etablieren.

Im September 2016 erfolgte das erste Release 1.0, das im Grunde aus einem neuen Java-EE-Profil besteht, in dem die Komponenten JAX-RS (Java API für RESTful Web Services), CDI (Contexts und Dependency Injection) und JSON-P (JavaScript Object Notation mit Padding) unterstützt werden. Im Dezember 2016 wurde dann die Eingliederung des Projektes in die Eclipse Foundation vollzogen, unter deren Dach nun die Version 1.1 veröffentlicht wurde.

Eclipse MicroProfile 1.1 – was ist neu?

MicroProfile 1.1 wartet im Wesentlichen mit einer Neuerung auf: die Hinzunahme der Spezifikation 1.0 eines Config API. Mit der neuen Schnittstelle ist es möglich, individuelle Runtime-Konfigurationen für verschiedene Umgebungen vorzunehmen. Beispielsweise können sich URLs abhängiger Services zwischen Test- und Produktionsumgebung ändern, was mit dem Config API nun angepasst werden kann.

Das Config API stellt zu diesem Zweck drei ConfigSources zur Verfügung: ein Properties File, das im Paket mit der Anwendung liegt, Umgebungsvariablen und System-Einstellungen. Desweiteren können eigene Quellen einbezogen werden, beispielsweise einen ConfigHub Server, mit dem sich Konfigurationen unabhängig vom Lebenszyklus der Anwendung verwalten lassen.

Nicht mehr unterstützt wird hingegen das JDK 7. Um möglichst innovationsfähig zu bleiben, wurde entschieden, die Baseline auf das JDK 8 anzuheben. Insbesondere das neue Config API ist auf JDK 8 angewiesen, während die anderen MicroProfile-Spezifikationen noch mit JDK 7 laufen können. Ansonsten ist MicroProfile 1.1 komplett binärkompatibel mit der Vorgängerversion 1.0.

Wie es weiter geht

Mike Croft kündigt auf dem Payara-Blog an, dass in zukünftigen MicroProfile Releases mit weiteren neuen APIs zu rechnen ist. Fault Tolerance, HealthChecks und eine rollenbasierte JWT-Zugangskontrolle stehen etwa in der Pipeline. Die aktuellen Entwicklungen können unter http://microprofile.io/projects verfolgt werden.

Eine Einführung in MicroProfile.io gibt Ondrej Mihalyi in folgendem Vortrag von der W-JAX 2016:

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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