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Mesosphere DC/OS 1.9: Mehr Data Services & Verbesserung der Datenverwaltung

Dominik Mohilo

© Mesosphere

Die neue Version des Datacenter Operating Systems von Mesosphere, auch DC/OS genannt, soll noch in diesem Monat veröffentlicht werden. Die neuen Features stehen bereits fest und mit diesen möchte Mesosphere die Nutzung von Containern in der Produktion und die Automatisierung von Data Services auf ein neues Level heben. Wir haben sie uns angesehen.

Mit drei neuen Features möchte DC/OS erneut die Erstellung und das Deployment moderner und datenreicher Anwendungen revolutionieren. Schneller und verlässlicher soll alles vonstattengehen und auch die Sicherheit wurde für DC/OS 1.9 groß geschrieben. Sicherheit ist überhaupt ein wichtiges Thema für die auf Mesos aufsetzende Plattform, denn bereits jetzt treiben DC/OS-Technologien mehr Container in der Produktion an, als jegliche andere Open-Source-Software, verriet das Team auf seinem Blog.

DC/OS 1.9: Die Features

Data Services

Im Zeitalter von Big Data und Fast Data ist die Verwendung von Data Services wie Spark, Mesos, Akka, Cassandra und Kafka (SMACK) für viele Unternehmen unabdingbar. Mit dem Update wurde das bereits existierende Ökosystem an nativ unterstützten Data Services in DC/OS um eine Vielzahl neuer Services erweitert. Somit ist es immer weniger nötig, Services manuell einzubinden. Stattdessen braucht man lediglich per Klick diejenigen einzubinden, die man braucht und sie deployen.

Für die neuen Services arbeitete Mesosphere unter anderem mit Lightbend, DataStax und Confluent zusammen, sodass Nutzer nun aus über 100 verschiedenen Services diejenigen wählen können, die sie benötigen. Zu den nun verfügbaren Services gehören bspw. Couchbase, der Elastic Stack und Redis. Bereits enthalten ist der oben erwähnte und ebenfalls über den DC/OS-Universe-Servicekatalog erhältliche SMACK Stack.

Das neue GUI von DC/OS / Quelle: Mesosphere

Die Services werden nativ als Protected Services deployt, wodurch das Risiko des Datenverlustes sinkt. Durch die Automatisierung können sich Nutzer darauf verlassen, ohne Störungen zu skalieren und zu upgraden. Hierdurch wird die Nutzung von Data Services in DC/OS genauso einfach, wie bei Public Cloud Providern. Allerdings haben User der Plattform von Mesosphere den Vorteil, die Services deployen und die Daten auf der gewünschten Infrastruktur speichern zu können.

Monitoring und Troubleshooting

Metriken für verteilte Anwendungen zu finden, zu sammeln und zu analysieren ist nicht immer einfach. Logs und Metriken können von verschiedenen Orten kommen, etwa von Anwendungscontainern oder Tools für die Orchestrierung. Das Zusammenstellen dieser Daten soll mit DC/OS 1.9 erleichtert werden. Durch die Anreicherung dieser Logs und Metriken mit Nutzer- bzw. Service-Daten wird ein besserer Kontext der Daten hergestellt.

Die daraus resultierenden Datenmengen können anschließend mit diversen existierenden Monitoring-Tools (etwa Splunk, ELK, Datadog oder Prometheus) oder mit einem selbstgeschriebenen Programm zur Datenüberwachung verwendet werden. Entwickler haben somit einen tieferen und verständlicheren Einblick in die „Gesundheit“ der eigenen Anwendungen und Cluster. DC/OS 1.9 erweitert dies ggf. noch um die Information, warum Anwendungen sich nicht starten lassen.

Das neue Service Deployment Troubleshooting Tool / Quelle: Mesosphere

Auch das Problem, dass Entwickler für das Debuggen ab und zu Zugriff auf Server Hosts brauchen, adressiert das Datacenter Operating System von Mesosphere: Die Container Process Injection erlaubt es Entwicklern, aus der Ferne in einem bestimmten Container im gleichen Namespace Kommandos auszuführen, während der Task untersucht wird.

Unterstützung für großen Workload

In DC/OS 1.9 ist es erstmals möglich, Pods zu nutzen. Dank ihnen teilen sich Web-, Anwendungs- und Datenbankebene den gleichen Host, nutzen aber dedizierte IPs und laufen auf Hosts, die ihrem Datenträger angehängt sind. Das Skalieren von traditionellen Anwendungen mit Schichtenarchitektur wird dadurch im Container-Umfed erleichtert. Durch das nativ in DC/OS verfügbare dynamische Load Balancing und die Service Discovery wird sichergestellt, dass Anwendungen jederzeit verbunden sind, die Uptime wird also maximiert. Die automatische Fehlerentdeckung und anschließende Recovery sorgen hingegen dafür, dass die App stets läuft.

Der verbesserte Service Create Workflow / Quelle: Mesosphere

Auch im Bereich Machine Learning kann DC/OS einige Vorteile bringen: Das Training neuronaler Netzwerke über die GPU-Beschleunigung kann bis zu zwanzigmal schneller sein, als die Nutzung von CPUs. GPU-Ressourcen können ab DC/OS 1.9 nun isoliert und für die entsprechenden Workloads reserviert werden. Auch die Erstellung eines Pools aus GPU-Ressourcen mit dem Rest der Infrastruktur für eine noch höhere Gesamtleistung ist möglich.

Weitere Features

Der eingangs erwähnte Sicherheitsaspekt wurde vom DC/OS-Team ebenfalls bedacht. Unter anderem können Administratoren nun eindeutig feststellen, welche Nutzer auf welche Metriken, Logging- und Debugging-Tools für Anwendungen Zugriff haben und die Rechte anpassen. Durch den Einsatz von so erstellten Zugriffskontrolllisten wird die unterliegende Infrastruktur vor Gefahren geschützt. Zudem wurde DC/OS von unabhängiger Stelle auf die Einhaltung der Standards ISO-27001, SOC-2, NIST-800/53, DISMA-Mod. Und HIPAA geprüft.

Weitere Informationen zum aktuellen Update gibt es auf dem Blog von Mesosphere, dort kann man sich auch über die neuen nativen Data Services informieren. Das Update wird noch im März offiziell erscheinen, bislang ist es als Early Access Version verfügbar.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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