Interview mit Michael Hausenblas, Developer und Cloud Advocate bei Mesosphere

Apache-Mesos-Interview: Neues in Mesos 1.0, Unterschiede zu Kubernetes und Docker Swarm, Pläne für DC/OS

Hartmut Schlosser

Michael Hausenblas

Mit der Version 1.0 hat das Cluster-Management-Projekt Apache Mesos sein erstes Major-Release vorgestellt. Wir haben uns mit Michael Hausenblas von Mesosphere darüber unterhalten, in welchen Szenarien Mesos gewinnbringen eingesetzt werden kann, wo die Unterschiede zu Kubernetes und Docker Swarm liegen und welche Neuerungen die Version 1.0 zu bieten hat.

Apache Mesos: Use-Cases und Neues in der 1.0

JAXenter: Was ist ein typischer Use-Case für Mesos?

Die Mesos-Entwickler-Community ist divers und wächst.

Michael Hausenblas: Apache Mesos ist ein Cluster-Ressourcen-Manager und damit ziemlich Low-Level ausgelegt. In etwa so, wie der Linux-Kernel die Rechnerressourcen (RAM, CPU, etc.) einer einzelnen Maschine verwaltet und Applikationen gewisse Abstraktionen wie Memory Management oder Prozesse zur Verfügung stellt, erledigt Mesos das für einen ganzen Cluster. Daraus wird deutlich,  dass wohl niemand Mesos alleine nutzt, genauso wenig, wie jemand den Linux-Kernel alleine einsetzt. Stattdessen funktioniert Mesos im Verbund mit anderen Komponenten wie z.B. Marathon (distributed init system) oder Service Discovery via Mesos-DNS.

Mesos ist ein sogenannter Two-Level Scheduler, was bedeutet, dass das Ressourcen-Management und die Prozess-Scheduling-Logik strikt separiert sind. Letzteres wird über Mesos Frameworks realisiert (siehe: http://mesos.apache.org/documentation/latest/frameworks/), welche entsprechend den Anforderungen an den Workload (Long-Running, Batch, etc.) die Entscheidung übernehmen, wie die verteilten Prozesse gemanagt werden. Das umfasst typischerweise Dinge wie Status Updates, Failover und Scaling.

Von den Use Cases her sehen wir ein breites Feld, sowohl was die Industrien betrifft (Beispiele finden sich hier und hier) als auch in Bezug auf die Einsatzgebiete: Stateless Services (z.B. Webserver Farms), Elastic Data Pipelines (Spark, Kafka, Cassandra) genauso wie IoT- und Mobile-Anwendungen.

JAXenter: Gerade ist die Version 1.0 von Mesos erschienen. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Neuerungen?

Michael Hausenblas: Die wesentlichsten Punkte in Mesos 1.0 sind das Standard HTTP API, mit dem das Entwicklen von neuen Mesos Frameworks vereinfacht wird, sowie der Unified Containerizer, der es erlaubt, neben dem schon seit längerem unterstützten Betrieb von Docker-Containern andere Runtimes in Mesos laufen zu lassen. Im Networkingbereich wird nun das Container Networking Interface unterstützt, zudem gibt es einige Neuigkeiten im Security-Bereich wie Fine-Grained Auth.

Außerdem gibt es nun Unterstützung für externe Speicher und GPUs. In Zusammenarbeit mit Microsoft wurde der Windows Support für Mesos Agents vorgestellt, was für hybride Workloads besonders interessant ist. Die Mesos-Entwickler-Community ist divers und wächst, mit Contributoren von Firmen wie Apple, IBM, Microsoft und Twitter.

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Kubernetes, Docker Swarm, DC/OS

JAXenter: Im Bereich der Orchestrierungslösungen gibt es im Container-Ökosystem neben Mesos auch Kubernetes und Docker Swarm. Wo liegen hier jeweils die Unterschiede bzw. Schwerpunkte?

Michael Hausenblas: Wie oben erwähnt, ist Mesos alleine streng genommen nur ein Teil einer Orchestrierungslösung. Es ist auch nicht auf Container beschränkt, denn es können beliebige Linux-64bit-Anwendungen und nun auch vermehrt Windows-Apps verwaltet werden. Wo Kubernetes und Swarm einen integrierten Ansatz anbieten (Ressourcen-Management und Scheduling logisch gemeinsam), fokussiert Mesos sich auf das reine Verwalten der Rechnerressourcen, während die Mesos Frameworks das Scheduling übernehmen. Mesos existiert als solches schon mehr als sechs Jahre, und entsprechend sind die Erfahrungen im operationellen Einsatz, sei es bei Twitter, Airbnb, Apple oder Netflix sehr solide.

JAXenter: Wie soll es nach der 1.0 nun weiter gehen mit Mesos? Welche Pläne stehen bei Mesosphere an?

Mit DC/OS haben wir eine Art Mesos-Distribution gebaut.

Michael Hausenblas: Mesos wird weiterhin wachsen und es vereinfachen, verteilte System zu entwickeln. Wie vielleicht bekannt ist, stellt Mesos den Kern eines anderen Open-Source-Projekts dar: DC/OS. Mit DC/OS haben wir eine Art Mesos-Distribution gebaut: Genauso wie heutzutage Linux-Distributionen wie Ubuntu oder SUSE verwendet werden und Leute eher selten den Linux-Kernel hernehmen, um ihre eigene Linux-Distribution zu basteln, kann DC/OS dafür verwendet werden, um Mesos einzusetzen, ohne sich um die Details Sorgen machen zu müssen. DC/OS bietet einen verteilten Package Manager, CLI und UI genauso wie eine Menge von Funktionen wie Service Discovery, Load Balancing, Logging und Networking und unterstützt die Installation in Public-Cloud sowie On-Premise-Umgebungen.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Michael HausenblasMichael is a Developer and Cloud Advocate with Mesosphere. He helps devops to build and operate scalable & elastic distributed applications. His background is in large-scale data integration, Hadoop & NoSQL, IoT, as well as Web applications and he’s experienced in advocacy and standardization. Michael is contributing to open source software at Apache (Myriad, Drill) and shares his experience with the Datacenter OS and large-scale data processing through blog posts and public speaking engagements.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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