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Eine aktuelle Studie zeigt eine stark gefallene Nachfrage nach Fertgikeiten, die in direkter Konkurrenz zu Maschinen stehen

Mensch gegen Maschine: Neue Fähigkeiten sind gefragt

Michael Thomas

© Shutterstock.com/HieroGraphic

Die voranschreitende Automatisierung sowie der Siegeszug digitaler Technologien haben neue Berufe entstehen lassen, gleichzeitig jedoch auch ganze Berufsgruppen zum Untergang verdammt. Insbesondere Geringqualifizierte geraten zunehmend unter Druck, die Ungleichverteilung von Reichtum in der Gesellschaft verschärft sich. Eine aktuelle Studie untermauert nun mit harten Zahlen, wie sich die beruflichen Anforderungen in den vergangenen zehn Jahren gewandelt haben.

Um die Auswirkungen der Automatisierung zu eruieren, untersuchte die Studie „Racing With and Against the Machine: Changes in Occupational Skill Composition in an Era of Rapid Technological Advance“ einer internationalen Forschergruppe der MIT Sloan School of Management (Cambridge/USA) und des Masdar Institute (Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate) insgesamt 674 Berufe sowie die Fertigkeiten, die zwischen 2006 und 2014 in diesen von Angestellten erwartet wurden.

There’s never been a better time to be a worker with special skills or the right education, because these people can use technology to create and capture value. However, there’s never been a worse time to be a worker with only ‘ordinary’ skills and abilities to offer, because computers, robots, and other digital technologies are acquiring these skills and abilities at an extraordinary rate. –Brynjolfsson and McAfee (2014)

Wie in ihrer Ausgangsthese vermutet, konnten die Forscher feststellen, dass der Bedarf an Fertigkeiten, die in direkter Konkurrenz zu Maschinen stehen – wie beispielsweise physische Routinearbeiten – stark rückläufig ist. Fähigkeiten, die diejenigen von Maschinen ergänzen (z.B. deduktives Denken), sowie Fähigkeiten, die Maschinen bislang nicht oder kaum beherrschen (z.B. zwischenmenschliche Kompetenzen), konnten hingegen eine gewaltige Steigerung verzeichnen. Zudem stieg die Komplementarität bei den Qualifikationsniveaus, was die hohe Relevanz betont, die die persönliche bzw. fachliche Flexibilität eines Arbeitnehmers besitzt.

Die Erkenntnisse der Forschergruppe unterstreichen somit einmal mehr, wie wichtig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen in modernen Gesellschaften geworden ist. Arbeitnehmer sollten dabei ihre Kompetenzen fächern, um flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren zu können. Denn ansonsten droht im Kampf Mensch gegen Maschine mitunter ein schnelles K. o., oder wie es die Studie formuliert:

For any given skill one can think of, some computer scientist may already be trying to develop an algorithm to do it.

Aufmacherbild: Businessman and robot having a fight with boxing gloves. von Shutterstock.com / Urheberrecht: HieroGraphic

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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