China und die USA liegen bei KI-Technologien vorne

AI Gap: Europa muss in Sachen künstliche Intelligenz aufholen

Maika Möbus

© Shutterstock / Liu zishan

Das McKinsey Global Institute hat Europa einen AI Gap bescheinigt, da es in Bezug auf KI-Technologien den USA und China wirtschaftlich hinterherhinkt. Was sind die Ursachen und kann Europa noch aufholen?

Das McKinsey Global Institute (MGI) hat Studien aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet. Demnach hat Europa in Bezug auf künstliche Intelligenz einen hohen Nachholbedarf. China und die USA liegen weit vorne, was KI-Technologien angeht – aber Europa kann noch aufholen. Deutschland erreicht das globale Mittelfeld und besitzt einiges an Wachstumspotenzial.

Digital Gap und AI Gap

Mit der neuesten Studienauswertung gelangt das McKinsey-Institut zu dem Schluss, dass in Europa ein AI Gap besteht. Trotz des vorhandenen Potenzials werde in Europa zu wenig in künstliche Intelligenz und darauf aufbauende Technologien investiert. Die 28 EU-Staaten könnten dem MGI zufolge ihr BIP (Bruttoinlandsprodukt) durch die Fokussierung auf künstliche Intelligenz bis 2030 um etwa 2,7 Billionen Euro steigern – das sind 19 Prozentpunkte.

Daneben wird Europa auch ein Digital Gap als Ursache des AI Gaps attestiert. Er wird anhand eines Vergleichs von Bruttoinlandsprodukten (BIP) demonstriert: Im Jahr 2017 betrug das europäische BIP etwa gleich viel wie das der USA und etwas mehr als das chinesische. Der Unterschied liegt jedoch im Anteil der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Dort lag Europa mit 1,7 % abgeschlagen hinter China (2,2 %) und den USA (3,3 %). Innerhalb Europas schwankten die Werte teils recht stark; Deutschland lag mit 1,5 % unter dem Durchschnitt.

Was kann Europa tun?

Damit Europa den Anschluss an die Forschung mit künstlicher Intelligenz nicht verliert, empfiehlt das MGI eine Reihe von Maßnahmen. Eine davon ist die Erstellung eines lebendigen Ökosystems aus Deep-Tech- und KI-Startup-Unternehmen, um neue Geschäftsmodelle auf Basis von KI zu entwickeln. In Deutschland sei insbesondere der Anteil an jungen KI-Unternehmen unterdurchschnittlich. Dort besteht also noch großes Entwicklungspotenzial. Grundsätzlich sei es Europa möglich, die Lücke zu schließen, zumal es über das größte Angebot an Software-Entwicklern, davon mit 850.000 die meisten in Deutschland, und herausragende Innovationen verfüge.

Die Auswertungen sind Teil der Studie „Notes from the AI frontier: Tackling Europe’s Gap in Digital and AI“. Als Forschungsgrundlage dienten drei Studien des McKinsey Global Institute (MGI), die 2017 und 2018 weltweit unter 20.000 Führungskräften durchgeführt wurden. Für weitergehende Informationen steht neben der offiziellen Pressemeldung auch der Studienreport der Forschungsgruppe zur Verfügung.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Maika Möbus
Maika Möbus
Maika Möbus ist seit Januar 2019 Redakteurin bei Software & Support Media. Zuvor studierte sie Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: