JAX-Keynote von Matthias Steiner

Manchmal ist es einfacher, um Verzeihung zu bitten, als lang um Erlaubnis zu fragen

Mirko Schrempp

Schon bemerkt, es gibt die Cloud, und sie ist groß und mächtig – und sie ist ganz einfach einzusetzen, vor allem für Entwickler. Die sollten den Mut haben, ihr Können in der Cloud zu versuchen. Warum? Ganz einfach: „Die Zukunft gehört der Cloud, einfach weil man kostengünstiger und effizienter entwickeln kann“, ist Matthias Steiner, SAP HANA Cloud Plattform Evangelist, überzeugt. Vor allem Platform as a Service (PaaS) sei speziell für Entwickler ein interessantes Thema. Mit dieser Position leitete er seine Mittwochs-Keynote „The Cloud Plattform Play“ auf der JAX ein.

Steiner hob hervor, dass das „Play“ im Titel nicht in seiner Bedeutung als unterhaltsames Spiel, sondern als strategischer Spielzug, wie man ihn aus dem Sport kennt, zu verstehen sei. Die strategische Bedeutung der Cloud bzw. von PaaS zeige sich heute vor allem im harten Wirtschaftskampf. Galt früher noch der Satz, ein Unternehmen sei ab einer bestimmten Größe „to big to fail“, zeige sich im Moment der Selektionsdruck des Wirtschaftsdarwinismus. Nur wer sich schnell genug weiter entwickeln und strategisch am Markt positionieren kann, hat eine Chance zu bestehen. Firmen wie Nokia und Blackberry sind Beispiele dafür, wie schnell man vom Markt abgehängt werden kann.

Mit Bezug auf die James Govenors Keynote vom Vortag unterstrich Steiner die These, dass Entwickler die neuen Kingmaker in der Industrie seien. Allerdings ist in vielen Unternehmen diese Erkenntnis noch nicht angekommen, und so fristen die Entwickler ihr Dasein am unteren Ende der Skala. Aber das muss nicht so sein, schließlich beherrschten sie ein solides Handwerk, das sie gelernt haben, in dem sie sich permanent weiterbilden und für das sie mit PaaS ein neues, mächtiges Werkzeug in die Hand bekommen haben. Und das Tolle dabei ist, dass man als Java-Entwickler aktuell viele Plattformangebote findet, die man nutzen kann. Und Java in der Cloud bietet sich für Unternehmen an.

Nach 18 Jahren ist die Sprache reif und gut abgehangen, es gibt viele erfahrene Entwickler. Und wer diesen Vorteil strategisch nutzen kann, hat schnell die meisten und besten Anwendungen, bekommt die meisten Kunden und ist im Idealfall der erste, der eine Nische besetzt und überlebt, so Steiner. Sein Rat an die Entwickler ist daher, sich eine geeignete Plattform auszuwählen und darauf ein Projekte zu starten. Das können sowohl junge Startups sein, die zwar wenige Kunden haben, dafür aber agil, ohne Altlasten und mit wenig Bedenken loslegen. Aber auch große Unternehmen, die nicht einfach den Kurs ändern können, haben die Möglichkeit, in der Cloud kleine Projekte zu starten und daraus im Idealfall ein Produkt zu machen, das ihrem Unternehmen neue Geschäftsfelder eröffnet. Als Tipp schlug er vor, z.B. ein Projekt mit vorhandenen Massendaten zu starten, weil die Cloud hier ihre Skalierbarkeit ausspielen kann.

Für die Zögerlichen hatte Steiner auch noch zwei Ratschläge zur Hand. Tipp Nr. 1: Einfach die Plattformen ausprobieren. Denn fast alle bieten für Entwickler kostenlose Testmöglichkeiten an. „Entwickler sind marketingresistent, die wollen alles mal ausprobieren, und das ist gut so!“

Den zweiten Tipp hat ihm ein ehemaliger Manager gegeben: Manchmal ist es einfacher, um Verzeihung zu bitten, als lang um Erlaubnis zu fragen.

Geschrieben von
Mirko Schrempp
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.