Make Tech Love, not War: Googles Sieg und Niederlage im Streit um Patente

Claudia Fröhling

Der Streit um geistiges Eigentum ist auch 2014 in der IT-Welt so präsent wie eh und je. Diesen Monat macht vor allem Google durch zwei Ereignisse rund um das Thema Patente auf sich aufmerksam.

Patent-Partnerschaft mit Samsung

So berichtet Samsung heute, dass man gemeinsam mit Google ein auf zehn Jahre ausgelegtes, globales Patent Cross-License Agreement unterzeichnet habe. Sprich: beide Unternehmen haben Zugriff auf das Patent-Portfolio des jeweils anderen, ein Portfolio, das vor allem Google durch seinen Motorola-Kauf 2011 reichlich aufstocken konnte (siehe auch „Patentkrieg: Warum Google Motorola kaufen musste“).

Ein breiteres Patent-Portfolio bedeutet im Umkehrschluss auch ein geringeres Risiko, wegen Patent-Verletzung verklagt zu werden. Und es bindet Samsung enger an Google, was für Google nur positiv sein kann, vor allem wenn man an die Gartner-Analyse auf TechCrunch letzte Woche denkt: „just as Android dominates mobile, Samsung dominates Android.“ Wie heißt es so schön: Halte deine Freunde eng, aber deine Gegner enger.

Niederlage beim Patent für Push Notifications

Das neue Agreement löst aber leider nicht alle Patent-Probleme für Google. Erst letzte Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen einen Rechtsstreit gegen SimpleAir verloren hatte. Diese Firma mag zwar vielen unbekannt sein, hält aber ein sehr wertvolles Patent in seinen Händen: Push Notifications. SimpleAir hatte geklagt, dass dieses Patent durch Google Cloud Messaging und Android Cloud to Device Messaging verletzt werde und hat Recht bekommen. Über die Höhe der Strafe wird noch diskutiert, ein Artikel auf CIO wirft die Summe 125 Millionen in den Raum. Die Google-Anwälte gehen natürlich in Revision.

Push Notifications? Die nutzt doch jeder Mobile-OS-Anbieter! Warum wird ausgerechnet Google verklagt, werden Sie sich fragen? Nun, SimpleAir hat mit den anderen Big Playern im Mobile-Bereich bereits Agreements ausgehandelt: Apple, BlackBerry und Microsoft haben fleißig für Push Notifications bezahlt, heißt es im besagten CIO-Artikel.

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Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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