Unterschiedliche Zielgruppen für Wearables

Männer mögen Smartwatches, Frauen eher Fitness-Tracker

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Oleksandr Yuhlchek

Mittlerweile gehört die Berichterstattung über neue Smartwatches und die dazugehörige Software und Apps schon zum festen Bestandteil vieler Tech-Portale. Aber wer sind eigentlich die Menschen, die mit den smarten Accessoires am Handgelenk spazieren gehen? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie auf den Grund gegangen.

Im Auftrag der Internet World Messe wurden 6.500 Personen nach ihrem Gebrauch und ihrem Interesse an Wearables befragt. Die Studie will herausgefunden haben, dass 6 % der deutschen Internetnutzer bereits ein Wearable besitzen  dazu zählt sie Smartwatches, Fitnessbänder, aber auch VR-Brillen.

Insgesamt scheint es so zu sein, dass vor allem die obere Mittelschicht – Stichwort Abitur, mindestens 2.000 Euro Nettoeinkommen und karrierebewusst – die Hauptkonsumentengruppe für Wearables darstellt. Das größte Interesse für die smarten Accessoires soll außerdem bei Personen zwischen 20 und 40 Jahren vorliegen.

Quelle: Studie „Wearables – Nutzung und Nutzungspläne“, Internet World Messe/Fittkau & Maaß 2015

Quelle: Studie „Wearables – Nutzung und Nutzungspläne“, Internet World Messe/Fittkau & Maaß 2015

 

Wie unterscheiden sich die Zielgruppen von Smartwatches und Fitnessarmbändern? Hier ist in der Studie ein ganz heterogenes Bild entstanden: Während Männer eher zur Smartwatch greifen, nämlich 70 % im Vergleich zu 30 % Frauen, ist das Verhältnis unter Fitnessarmbandbesitzern homogener: 48 % Frauen und 52 % Männer besitzen bereits einen Fitnesstracker.

In Rahmen der Studie wurde außerdem abgefragt, an welchen Geräten Interesse besteht. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Etwa 40 % der Frauen und nur 34 % der Männer haben demnach Interesse an einem Fitness-Armband, bei der Smartwatch sind es aber nur ca. 30 % der Frauen und 37 % der Männer, die ihr Interesse kundtun.

Und so zeigt die Studie für Smartwatches und Fitnessarmbänder zwei ungleiche Zielgruppen. Woran könnte das liegen? Sind es vielleicht ganz oberflächliche Faktoren, die Smartwatches für Frauen noch nicht so attraktiv machen? Schließlich sind diese mit ihrem meist klobigen Design oftmals eher nichts für zierlichere Handgelenke. Oder liegt es an grundlegend unterschiedlichen Interessen? Schließlich bedienen Fitness-Tracker ganz andere Bedürfnisse als Smartwatches, die eher für Kommunikation oder Terminplanung genutzt werden.

Eine Studie der npd Group zeigt ein ähnliches Ergebnis wie die Studie der Internet World Messe: Auch hier zeichnet sich das Bild der männlichen Smartwatch und des weiblichen Fitness-Trackers ab. Nachdem 2015 mit dem Release der Apple Watch und zahlreicher Android-Wear-Uhren als Jahr der Smartwatch ausgerufen wurde, bleibt spannend, ob sich diese Zielgruppen verfestigen werden.

Aufmacherbild: man and woman icons von Shutterstock / Urheberrecht: Oleksandr Yuhlchek

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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2 Kommentare auf "Männer mögen Smartwatches, Frauen eher Fitness-Tracker"

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Christian
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„Wie unterscheiden sich die Zielgruppen von Smartwatches und Fitnessarmbändern? Hier ist in der Studie ein ganz heterogenes Bild entstanden: Während Männer eher zur Smartwatch greifen, nämlich 70 % im Vergleich zu 30 % der Frauen, ist das Verhältnis unter Fitnessarmbandbesitzern homogener: 48 % der befragten Frauen und 52 % der befragten Männer besitzen bereits einen Fitnesstracker.“

Dieser Absatz ist leider falsch… Auf Seite 17/18 der Studie ist zu lesen, dass von den Smartwatch-Besitzern 70% und von den Armband-Besitzern 52% männlich sind. Nicht dass 52% der befragten Männer bereits einen Fitnesstracker besitzen.