MadeByGoogle: Was taugen die neuen Produkte?

Planet Android: Google Home, Pixel-Smartphones und der Chromecast Ultra – #MadeByGoogle im Check

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Pünktlich um 18 Uhr unserer Zeit ging es los: Zum Made-by-Google-Event wurden einige Produktneuheiten versprochen. Daher nehmen wir in diesem Planet Android Google Home, den Chromecast Ultra, die neuen Pixel-Geräte und das VR-Headset Daydream View unter die Lupe – und kommen zu dem Schluss: Google ist Google ist Google.

#MadeByGoogle

Gestern war es endlich so weit: Google hat zum Hardware-Event geladen. Im Vorfeld nur mit dem Hashtag #MadeByGoogle ausgezeichnet, ist eigentlich bis heute nicht ganz klar, wie der Name des Events eigentlich war: Pixel-Event? Made-by-Google-Event?

Wie auch immer. Die geladenen Gäste konnten einige Neuerungen erwarten. Wie es sich gehört, gab es nämlich zahlreiche Gerüchte im Vorfeld. Neben den neuen Pixel-Geräten, erwartete man mehr Informationen zu Andromeda – ein neues OS, das auf Android und Chrome OS basieren soll – außerdem einiges zu Google Home und ein Schmankerl für VR-Freunde. Der Reihe nach.

Der Google Assistent: Ein ML-Butler

Nachdem Sundar Pinchai, Google CEO, die neugierigen Gäste begrüßte, leitete er die Veranstaltung mit den Worten ein: „We are moving to an AI-first world.“ Machine Learning nimmt in den ersten Minuten eine zentrale Rolle ein. Passend dazu wird der Google Assistent vorgestellt. Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um einen digitalen Butler. Sie können ihn nicht nur fragen, wie lange Sie nach Hause brauchen, er reserviert Ihnen auch einen Tisch in einem Restaurant, das er Ihnen vorher nach aktuellem Gusto herausgesucht hat. Alles irgendwie praktisch, aber auch nicht mehr mind-blowing. Die Spracherkennung soll aber um einiges besser sein als bisher – und das auch messbar.

Google Home, sweet Home

Eine wichtige Rolle bei dem Event nimmt Google Home ein. Home wurde bereits bei der I/O im Frühjahr vorgestellt. Hier ging es eher um die erweiterte Interaktion mit anderen Geräten. Kurz zur Optik, falls Sie Home noch nicht kennen: Es erinnert ein bisschen an einen weit verbreiteten Raumerfrischer, aber das nur am Rande. Die smarte Software wird in eine Welt geboren, in der mit Amazons Echo/Alexa die Messlatte schon relativ hoch hängt.

“Access the knowledge of Google in a hands-free way”, heißt es in der Präsentation. So kann man Google Home beispielsweise fragen, wie man Weinflecken aus einem Teppich bekommt, während man am Tatort stehen bleiben kann. Dazu bedient es sich an sogenannten Snippets aus Wikipedia – und liest die Lösung daraus vor. Für einen optimalen Rundum-Service hat Google außerdem unter anderem mit Nest oder Philips Hue zusammengearbeitet.

Next-Level Home Entertainment beweist der Service beim Abspielen von Musik. Dazu nutzt er in Zusammenarbeit mit dem neuen Chromecast Ultra – weiter unten mehr dazu – unter anderem die Datenbank von YouTube, Google Play Music und Spotify. Man könnte also sagen: „Spiel mir das neuste Video von Katy Perry“ und zackbumm, läuft dieses auf dem TV.

Auch mit dieser Funktion wird niemand gesünder, reicher oder schöner – schon klar. Aber beeindruckend ist das schon. Und man muss sagen: Hier zeigt Google seine Stärke. Denn die Produkte sind aufeinander abgestimmt, irgendwie rund. Die Interaktion scheint, zumindest in der Präsentation, ziemlich smooth und zeigt dem geneigten User Bedürfnisse auf, von denen er eventuell noch gar nicht wusste, dass er sie hat.

Die Pixel-Smartphones: Coole Idee für den großen Geldbeutel

„The best of hardware and software – designed by Google“: Von Anfang bis Ende sind die neuen Pixel-Geräte von Google entwickelt worden, hieß es in der Keynote. Gerade im Bereich Smartphones wird schnell der Apple-Vergleich laut. So schnell, dass es fast schon langweilt. Und da haben sich die Gag-Schreiber bei Google gedacht: „Nehmen wir mit“.

Was das Pixel nämlich nicht hat, ist eine herausstehende Kamera auf der Rückseite. Nach dieser Aussage wird dem Publikum in einer Kunstpause dann auch genügend Zeit zum Schmunzeln gegeben. Apropos Kamera: Das Pixel soll aktuell das Smartphone mit der kürzesten Verschlusszeit sein. Das ermöglicht gute Schnappschüsse und Videos – auch bei schwierigen, actionreichen Situationen.

Die Pixel sind die ersten Geräte, die den Google Assistenten eingebaut haben. Ob das immer so sein wird? Ein Kaufargument wäre das ja schon. Eine große Rolle soll außerdem die Google Cloud spielen. Richtig praktisch sind auch die Akku-Versprechen von Google. Sieben Stunden Laufzeit mit nur 15 Minuten Ladezeit werden beworben. Updates, inklusive Security-Updates, sollen zudem sofort ausgeliefert werden. Und das im Hintergrund, wie beim Chrome, der bei jedem Start eine andere Versionsnummer hat. Wie die Gerüchte im Vorfeld schon vermuten ließen, kommen zwei verschiedenen Pixel-Modelle auf den Markt. Beide Modelle erhalten den vollen Feature-Umfang.

So, nun zum Preis: Das kleinere Modell ist für 760 Euro zu haben. Das größere Pixel XL liegt bei 1010 Euro. Das waren noch Zeiten mit dem Nexus, als 500 Euro für ein echt gutes Smartphone genug waren.

Daydream View: Die softeste Versuchung, seit es VR gibt

Mit Daydream View hat Google ein weiteres VR Headset vorgestellt. Anders als andere Produkte auf dem Markt, ist Daydream View aus einem weicheren Material gebaut. Und auch Brillenträger haben keine Probleme mehr, denn das Headset ist auch über Brillen tragbar. Kosten soll es 79 USD. Passenderweise funktioniert Daydream View mit den neuen Pixel-Geräten. Das schreit nach einer Sammelbestellung.

Chromecast Ultra

Last but not least: Der neue Chromecast Ultra. Die nächste Evolutionsstufe des Streaming-Sticks soll 1,8 mal schneller sein, kommt mit Ethernet-, 4K- und HDR-Support daher. Ab November ist er für 69 USD zu kaufen. Der Chromecast lässt sich auch über Google Home steuern und ist die Schnittstelle zum Fernseher. Wenn Sie also, wie oben beschrieben, sagen „Zeig mir das neuste Video von Katy Perry“, dann spricht ihr Google Home den Chromecast an, der wiederum das Video unter Nutzung von YouTube und Co. auf den Fernseher bringt. Den Chromecast Ultra können Sie auch über das Smartphone steuerern. Dieses kann auch während einer Wiedergabe weiter benutzt werden, ohne dass diese dafür unterbrochen wird.

Fazit: Google ist Google ist Google

Im Netz liest man Headlines wie „With Pixel, Google wants to be another Apple“. Nicht nur der Preis der Smartphones deutet das an. Man wurde bei einigen vorgestellten Produkten tatsächlich das Gefühl nicht los, so etwas ähnliches schon mal gesehen zu haben.

Ein Vergleich: Apple hat seine hauseigenen iPhones und Siri. Jetzt hat Google die Pixel-Reihe, einen Assistenten – Vorgänger wie „Ok Google“ zählen hier nicht wirklich mit. Also alles nur Nachmache?

Nein. Man muss klarstellen: Google hat gestern nicht unbedingt etwas falsch gemacht. Die Frage, ob Google jetzt Apple sein will und wen es an welcher Stelle imitiert, die ist nicht komplett unberechtigt, aber auch langweilig. Der Smartphone-Markt ist in gewisser Weise gesättigt. Hier etwas ganz Neues zu präsentieren wäre toll, aber da steckt wohl kaum das Herzblut der Google-Familie drin. Was wirklich der „heiße Scheiß“ ist, mit dem Google punkten kann, ist das Maschinelle Lernen.

Überlegen Sie mal, welche Google-Projekte Sie so kennen. Die meisten haben eins gemein: Sie bieten intelligente Rundumservices an. Google nutzt die unendliche Fülle an Daten so, dass dabei ein Produkt entsteht, das sich nahtlos und intelligent in unseren Alltag einfügt. Man sage nur Maps oder Search. Und um das eingangs genannte Zitat noch mal aufzugreifen: „We are moving to an AI-first world“. Das ist die Richtung. Hier will sich Google platzieren und ich wage die These, dass es gerade hier wirklich wehtun würde, wenn andere Riesen wie Apple und Co. vorbeiziehen. Aktuell gibt es da also vor allem einen Konkurrenten: Amazon.

Was meinen Sie? Hat Sie das Event überzeugt? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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