Machine, Swarm, Compose: Dockers neue Orchestrierungs-Dienste für verteilte Anwendungen

Michael Thomas
© Shutterstock.com/Grzegorz Petrykowski

Neben der Ankündigung des neuen Produkts Docker Hub Enterprise (DHE) hält die DockerCon Europe noch eine weitere Überraschung bereit: Die neuen Orchestrierungs-Dienste Docker Machine, Docker Swarm und Docker Compose sollen jeweils einen anderen Aspekt des Lebenszyklus von verteilten Anwendungen abdecken. Dank Dockers Orchestrierungs-APIs soll jeder der Dienste bei Bedarf gegen alternative Implementierungen aus dem Docker-Ökosystem, die auf spezielle Anwendungsfälle zugeschnitten sind, austauschbar sein. Sowohl Docker Machine, Docker Swarm als auch Docker Compose können ab sofort in einer Alpha-Version getestet werden.

Docker Machine

Bislang mussten bei der Einrichtung je nach Host und OS verschiedene Installations- und Konfigurations-Instruktionen befolgt werden. Mit Docker Machine ist dies nun passé: Ein einzelner Befehl reicht aus, um den Zielhost – egal ob Laptop, Virtuelle Maschine oder Cloud-Instanz – für Docker-Container einzurichten. Über dasselbe Interface soll es zudem möglich sein, unabhängig von ihrem Standort mehrere Docker-Hosts zu verwalten und beliebige Docker-Befehle auf ihnen auszuführen. Ebenfalls über dasselbe Interface können – dank Dockers Pluggable Backend – Docker-fähige Infrastrukturen von Drittanbietern voll genutzt werden.

Docker Swarm

Docker Swarm bietet natives Clustering für verteilte, „dockerisierte“ Anwendungen. Es knüpft direkt an Docker Machine an, indem es die Ressourcennutzung des Hosts optimiert. Im Einzelnen bedeutet dies, dass Docker Swarm es dem Nutzer ermöglicht, Ressourcen-Pools aus Hosts zu erstellen, auf denen anschließend Docker-Container laufen können. Abgesehen von der Ressourcenoptimierung bietet Docker Swarm zudem eine hohe Verfügbarkeit und stellt Failover-Dienste bereit. So überprüft es laufend die Gesundheit des Hosts; im Falle eines Ausfalls verschiebt es die Docker-Container automatisch in einen neuen Host und startet sie neu. Last but not least kann Docker Swarm mit dem kompletten Lebenszyklus einer Anwendung skaliert werden: Von einem einzelnen Host bis hin zu Hunderten kann ein konsistentes Interface aufrecht erhalten werden.

Docker Compose

Das letzte Teil des Orchestrierungs-Puzzles wird von Docker Compose gebildet. Dieses erlaubt es Nutzern, verteilte Multi-Container-Anwendungen zusammenzustellen, die auf den mithilfe von Docker Swarm gebildeten Clustern laufen. Dabei kann Docker Compose auf unterschiedlichste, bereits vorhandene Container zurückgreifen, deren Abhängigkeiten in einer YAML-Datei definiert werden.

Aufmacherbild: Four shipping containers during transport. 3D rendered image. von Shutterstock / Urheberrecht: Grzegorz Petrykowski

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare
  1. Docker Swarm angeblich schneller als Kubernetes2016-03-15 12:03:43

    […] vom Technologieberater Jeff Nickoloff hat durchführen lassen. Darin wird die Performance von Docker Swarm, das erst im vergangenen November den Betastatus verlassen hat, im Vergleich zum kaum älteren […]

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