Finde den Bug!

Bugfixing mit Machine Learning: Mozilla stellt BugBug vor

Katharina Degenmann

© Shutterstock / ChromaWise

Fehler sind lästig! Und wer mit dem PC arbeitet, weiß: Bugs lauern an jeder Ecke! Doch wie durchsuchen Unternehmen mit der Größe von Mozilla eigentlich die endlosen Fehlerberichte, die jeden Tag eingehen? Mit Machine Learning, wie sich jetzt herausstellte. In einem Blog-Post stellt Mozilla nämlich BugBug vor, ein Open-Source-Tool, das Fehler automatisch klassifiziert.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Das gilt natürlich auch für Bugs. Doch gerade eine große Anzahl von Fehlerberichten stellt Entwickler vor einige Herausforderungen. Selbst wenn Entwickler Fehler im System erkennen, ist es mühsam, sich jeden Fehler genau anzusehen und zu klassifizieren.

Um der Flut der Bugmeldungen Herr zu werden, nutzt das Team von Mozilla seit Jahren Bugzilla, den webbasierten, universellen Bugtracker, mit dem Fehler nach Produkten (z.B. Firefox, Firefox für Android, Thunderbird) und Komponenten (Teilmengen von Produkten) klassifiziert werden können. Die Produktzuordnung bzw. der Gruppierungsprozess wurde jedoch von den Entwicklern manuell durchgeführt, weshalb dieser Prozess nicht skalierbar war. Jetzt macht sich Mozilla Machine Learning zu Nutze, um die Fehlersuche zu optimieren.

BugBug klassifiziert Fehlerberichte mit ML

Um Fehler schnell zu klassifizieren und dem zuständigen Firefox-Ingenieur zuzuweisen, wurde BugBug entwickelt. BugBug ist ein Machine Learning Tool, das automatisch jeden ungeprüften Fehler einem Produkt und einer Komponente zuweist. Durch die schnellere Zuordnung soll die Fehlerbehebung verkürzt werden.

Natürlich wurde das neue Tool auch auf Herz und Nieren geprüft. In der Testphase wurde dafür eigens ein Datensatz mit Berichten von über zwei Jahren bzw. 100.000 Fehlern erstellt und Produkten und Komponenten zugeordnet. Das Problem dabei: Die Fehlerdaten konnten nicht ohne weiteres verwendet werden, und jede Änderung eines Fehlers (d.h. Screening und Priorisierung) führte zu Problemen während der Testphase. Deshalb wurden die Bugs vom Mozilla-Team auf die Zeit zurückgesetzt, in der sie ursprünglich eingereicht wurden.

Quelle: Mozilla-Blog

Quelle: Mozilla-Blog

Die Ergebnisse

Mozilla hat nur eine Teilmenge der zahlreichen vorhandenen Komponenten getestet. In den letzten zwei Jahren haben von 396 Komponenten 225 Komponenten mehr als 49 Fehler gemeldet. Daher wurde das Tool darauf beschränkt, sich nur die Fehler der Komponenten anzusehen, die mindestens 1% der Fehleranzahl der größten Komponente ausmacht.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seitdem das Mozilla-Team Ende Februar 2019 das BugBug  Tool in der Produktion eingesetzt hat, wurden rund 350 Fehler bearbeitet. Die durchschnittliche Zeit, in der ein Entwickler auf gesichtete Bugs reagieren kann, beträgt 2 Tage. Normalerweise sind 9 Tage die durchschnittliche Zeit zum Handeln, aber mit BugBug brauchte das Mozilla-Team nur 4 Tage, um die Ausreißer zu entfernen.

BugBug selbst nutzen

Aktuell ist BugBug auf Firefox-Produkte beschränkt, soll aber demnächst auf weitere Mozilla-Projekte ausgeweitet werden. Außerdem läd das Team dazu ein, BugBug an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

We also encourage other organizations to adopt BugBug. If you use Bugzilla, adopting it will be very easy; otherwise, we’ll need to add support for your bug tracking system. File an issue on https://github.com/mozilla/bugbug and we’ll figure it out. We are willing to help!

Wer mehr über BugBug erfahren möchte, findet alle Informationen auf dem offiziellen Mozilla-Blog oder auf GitHub.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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