M2M Minutes: Zwitschernde Haie, 3-D-gedruckte Burger und Smart Homes im Apple-Design

Redaktion JAXenter

Nach der Weihnachtspause sind die M2M Minutes zurück. An dieser Stelle wünschen wir Ihnen ein frohes neues Internet-of-Things-Jahr! Vieles hat sich in der Zwischenzeit ereignet:

PTC kauft ThingWorx

Ende Dezember sorgte PTC mit dem Kauf von ThingWorx für Gesprächsstoff. ThingWorx ist eine preisgekrönte Entwicklungsplattform für das Internet der Dinge mit besonderem Augenmerk auf Interoperabilität. Durch diese 112 Millionen US-Dollar teure Akquisition des etwa vier Jahre jungen Unternehmens hofft der alteingesessene US-amerikanische Hersteller von Computer-aided Design-(CAD)-Software den IoT-Markt ordentlich aufmischen zu können. Laut Pressemitteilung soll das ThingWorx-Technologieportfolio das Angebot PTC u. a. in den Bereichen Telekommunikation, Versorgungswirtschaft, Medizin, Landwirtschaft und Transport um M2M-Lösungen bereichern und bestehende Lifecycle-Management-Lösungen dadurch ergänzen. Um diese Produkte herum soll außerdem ein großes Partnernetzwerk an IoT-Providern entstehen. Jim Heppelmann, CEO von PTC, sieht sein Unternehmen durch die Akquisition bestens für die wachsenden Herausforderungen im IoT-Bereich gewappnet:

With this acquisition, PTC now possesses an innovation platform that will allow us to accelerate how we help our customers capitalize on the market opportunity that the IoT presents.

Twitternde Haifische

Haie können zwitschern – nicht gewusst? Vor der Westküste Australiens senden gerade Hunderte der gefürchteten Raubfische Daten über drahtlose Sensoren an den Twitter-Account @SLSWA des Department of Fisheries Western Australia. Zwar werden keine Bilder von ihrem Fisch-Frühstück übermittelt, wohl aber Geodaten der Tiere, um Rettungsschwimmer, Surfer und Badende vor ihnen zu warnen. Die Aktion ist Teil eines auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekts der australischen Regierung, das darauf abzielt, durch Analyse der Bewegungsdaten das Verhalten der Meeresbewohner besser zu verstehen. Die australische Westküste ist eine der am stärksten von Haifischattacken betroffenen Gegenden der Welt. Allein in den letzten zwölf Monaten sind fünf Menschen durch Haiangriffe zu Tode gekommen.

Die Aktion ist nicht zu verwechseln mit „Sharky“, dem MQTT-Projekt, zu dem sie im nächsten Eclipse Magazin eine Einführung lesen können – ab 24.1. im Handel.

Bosch gründet eigene Firma für IoT-Services

Bosch Connected Devices and Solutions GmbH – so heißt die frisch gegründete Gesellschaft, die unter dem Dach des Elektronikherstellers Bosch künftig Sensoren und Software für das Internet der Dinge entwickeln soll und ihren Hauptsitz in Reutlingen bei Stuttgart haben wird. Neben Unternehmen wie der Detuschen Telekom oder Vodafone ist Bosch einer der Vorreiter im Entwickeln von eingebetteten Sensoren und Aktuatoren, wie etwa im Artikel von Georg Grütter im Eclipse Magazin 1.13 zu lesen ist. Mit Pioniertechnologien wie MEMS-Sensoren (micro-electro-mechanical systems), die seit den 1980er Jahren in der Automobilindustrie eingesetzt werden, scheint der Technikkonzern bereits bestens für das Internet der Dinge aufgestellt. Nichtsdestotrotz sieht Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner in der nahenden „Welle“ der Sensorenverbreitung neue Chancen und Herausforderungen. Laut Pressemitteilung äußerte er sich dazu wie folgt:

Sensoren, Signalverarbeitung, Batterien und Sender sind mittlerweise auch als eine Einheit so klein, energiesparsam und günstig, dass sie milliardenfach eingesetzt werden können. Gleichzeitig sind Funknetze fast überall verfügbar.

CES 2014: Intel stellt SD-Karten-großen PC vor

Connected Cars, Drohnen und Bluetooth-Zahnbürsten – und noch eine ganze Reihe weiterer Gadgets, die die bunte Gerätevielfalt im Internet der Dinge vergrößern, werden diese Woche auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas vorgestellt. Wie wir vorgestern berichteten, kündigte Gemalto auf der CES neue Chipsets an, die auf Java ME 8 basieren werden.

Ein Star des ersten Tags war sicherlich Edison, ein Mini-PC von Intel, der in Sachen Größe Raspberry Pi, Arduino & Co. um einiges unterbietet: Er hat das Format einer SD-Karte und soll laut einem Bericht von The Verge mit einem Quark-SOC-Zweikernprozessor, WiFi und Bluetooth sowie mit dem Betriebssystem Linux ausgestattet sein. Weiterhin soll es neben einem speziellen App Store für Edison eine auf den Winzling zugeschnittene Version der Programmiersprache Wolfram geben.

Im September hatte Intel den neuen Quark X1000 vorgestellt. Das Unternehmen sieht in der hauseigenen Quark-Prozessorenfamilie mit offener Hardwarearchitektur ein wichtiges Asset für das Internet der Dinge. Wir erinnern uns: Intel ist das Unternehmen, das letztes Jahr einen Roboter aus dem 3-D-Drucker ankündigte. Auch auf der CES wartete Brian Krzanich mit einigen interessanten Gadgets und Wearables für das Internet der Dinge auf.

3-D-Druck für den Grill: BotBQ

Kulinarik trifft Technik: Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die ersten 3-D-Druck-Kochsendungen im ZDF zu sehen sein werden und Lafer & Co. nicht mehr nur dem Kochtopf, sondern dem 3-D-Drucker originelle Speisen entlocken. „I think a 3 D food printer belongs in the kitchen“, ist Jason Ray vom Open-Source-3-D-Druckprojekt BotBQ, dessen Spezialität gedruckte Grillsachen sind, überzeugt. In folgendem Demo-Video zeigt er, wie köstlich ein 3-D-gedruckter Burger aussehen kann. Erst 2013 gegründet, macht das Projekt erstaunliche Fortschritte. Nach einer ersten Demo auf der OS3DC in Frankfurt letzten September feilt man gerade am Prototyp. Erste Ergebnisse sollen bald auf der GitHub-Seite zugänglich sein.

Smart Home: Nest Labs erhält großzügige Finanzspritze

In einer zweiten Finanzierungsrunde hat das US-amerikanische Smart-Home-Startup Nest Labs einem Bericht von Recode zufolge eine weitere Finanzspritze von 150 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten. Im vergangenen Jahr bekam das in Palo Alto ansässige Unternehmen bereits einen Zuschuss von 80 Millionen Dollar. Hauptinvestor ist Digital Sky Technologies (DST), eine Investmentforma, die u. a. auch an Facebook und Zynga beteiligt ist. Google Ventures, Shasta Ventures, Kleiner Perkins zählen zu den weiteren Geldgebern. Die Investoren scheinen vor allem auf das Humankapital von Nest Labs zu vertrauen: Immerhin gilt der Gründer und CEO Tony Fadell, der früher für Apple-Vorstand arbeitete, als Erfinder des iPod. Etwa die Hälfte der 300 Net-Labs-Angestellten sind ebenfalls ehemalige Apple-Mitarbeiter. Ein Vorzeigeprodukt aus dem Hause Nest Lab ist das intelligente Thermostat „Nest“, das – wen wundert’s? – ein ähnliches UI-Design aufweist wie der iPod.

DIY-EEG mit OpenBCI

Wollten Sie schon immer mal Ihr eigener Neurologe sein? Etwa hundert Jahre nach dem ersten EEG von Vladimir Pravdich-Neminsky könnte es bald jedem möglich werden, die eigenen Gehirnströme aufzeichnen, denn: Das Crowdfunding-Projekt der Woche hat dreizehn Tagen vor Ende der Fundraising-Periode sein Finanzierungsziel erreicht. OpenBCI (Brain-Computer Interface) stellt ein Arduino-basiertes Werkzeug-Set zur Verfügung, das aus Elektroden, einem elektronischen Verstärker und einem signalverarbeitenden Computer besteht. Zur Ausstattung gehört neben einem ADS1299-Analog-Digital-Wandler von Texas Instruments wahlweise ein 8-bit ATmega328- oder ein 32-bit PIC-Mikrocontroller. Software zum Einlesen und Visualisieren der Daten wurde ebenfalls entwickelt – auf Basis von Arduino, ChipKIT, Processing, Python und openFrameworks. Die Daten können außerdem in gängige Open-Source-EEG-Anwendungen wie BrainBay oder OpenVibe übertragen werden. Dass zusätzlich ein 3-D-druckbares EEG-Headset designt wurde, ist buchstäblich die Krönung. Weitere Informationen zur OpenBCI-Plattform gibt es auf der Webpräsenz und in folgendem Video.

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