M2M Minutes: Würfel mit Sprungkraft, Drucker ohne Schwerkraft und Roboter mit Muskelkraft

Diana Kupfer
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Auch in dieser Woche haben wir aktuelle Highlights aus dem Themenfeld M2M/Internet of Things/Embedded-Entwicklung zusammengestellt.

„M-Blocks“: Bauklötze zum Staunen

Autonome Robotik in Perfektion: Letzte Woche stellten MIT-Forscher ein neues Projekt vor, das in den sozialen Medien eine Menge Applaus erntete: kleine modulare Roboter in Würfelform, die ihre geometrische Anordnung selbstständig verändern können – durch Kippen, Drehen und sogar Springen. Wie ist das möglich? Im Inneren der so genannten „M-Blocks“ befinden sich Schwungräder, die für den nötigen Bewegungsantrieb sorgen. Zusätzlich sitzen auf den Oberflächen und Kanten Magnete, deren Kräfte die Anordnung der Würfel ebenfalls verändern bzw. stabilisieren können. In Zukunft sollen die M-Blocks so programmiert sein, dass sie abstrakte Befehle wie „Bildet Form XY“ vollkommen eigenständig umsetzen können.

Die Zukunft des 3-D-Drucks

„Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet ein Bonmot. Ausblicke auf den zukünftigen M2M-/IoT-Markt stimmen allerdings derart optimistisch, dass man nicht mehr auf sie verzichten möchte. Gartners neue Studie zum florierenden 3-D-Druckermarkt ist da keine Ausnahme. Im aktuellen Jahr, so wird darin vorausgesagt, werden Endnutzer 412 Millionen US-Dollar für 3-D-Drucker ausgeben – eine Steigerung von 43 Prozent gegenüber 2012. Der weltweite Verkauf von 3-D-Druckern, die unter 100 000 US-Dollar kosten, wird 2013 gegenüber 2012 um 49 Prozent ansteigen; 2014 wird dieses Wachstum um weitere 75 Prozent anziehen. Wettbewerbsdruck und höhere Verkaufszahlen sollen die Preise in den kommenden Jahren weiter drücken – gute Aussichten also für Consumer.

„Houston, we have a pr…inter!“

Wären die Astronauten in Alfonso Cuaróns neuem Sci-Fi-Streifen „Gravity“ mit einem 3-D-Drucker ausgestattet gewesen, so hätten sie vielleicht das eine oder andere Ersatzteil für ihr ramponiertes Equipment drucken können. Bei dem mikrowellengroßen 3-D-Drucker für den Einsatz im All, den die NASA derzeit plant, handelt es sich mitnichten um ein fantasievolles Gadget aus einem Sci-Fi-Film: Bereits nächstes Jahr soll er in der Schwerelosigkeit erste Dienste verrichten und z. B. Werkzeugteile oder auch kleine Satelliten anfertigen – buchstäblich „on the fly“. 

MQTT im Aufwind

Das Unternehmen Wind River, spezialisiert auf Embedded Software für intelligente vernetzbare Systeme, hat die neueste Version seiner Wind River Intelligent Device Platform vorgestellt. Es handelt sich um eine Entwicklungsumgebung für M2M-Anwendungen und Geräte, die mit der Cloud kommunizieren, entsprechende Security-Funktionen inklusive. Zur Entwicklung portabler, skalierbarer und wiederverwendbarer Anwendungen bietet die Plattform Lua-, Java- und OSGi-Umgebungen. Außerdem kommt MQTT für den Datentransport zum Einsatz – der Hype um das IoT-Protokoll bricht nicht ab.

WildCat: Galoppierender Militär-Roboter

Die neueste Roboter-Kreation des US-Unternehmens Boston Dynamics erfährt seit einigen Tagen sogar in den Mainstream-Medien ein gewaltiges Echo. Nach dem flinken CHEETAH, dem Terminator-Doppelgänger ATLAS und anderen aufsehenerregenden Zwei- und Vierbeinern wird im Auftrag der Defense Advance Research Projects Agency (DARPA) nun „WildCat“ entwickelt – quasi eine Off-Road-Variante von CHEETAH. Der vierbeinige Laufroboter bewegt sich nicht nur flott über unwegsames Gelände; er beherrscht auch unterschiedliche Gangarten, indem er die Bewegungsabfolge echter Vierbeiner mimt. Auf ebenem Gelände erreicht WildCat eine Geschwindigkeit von knapp 26 km/h (zum Vergleich: CHEETAH schafft auf dem Laufband ca. 47 km/h). Wie im Video zu sehen ist, rappelt er sich nach einem Fall selbständig wieder auf.

Bei aller Begeisterung über den Fortschritt: Die Medaille hat zwei Seiten. Nicht zur Unterhaltung von YouTube-Nutzern wird das Wildkätzchen entwickelt, sondern für den konkreten Militäreinsatz. Darüber können auch der nostalgische Trabi-Sound des Motors und das possierliche Hoppeln nicht hinwegtäuschen. Ein genialer PR-Streich ist das Video jedoch allemal.

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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