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M2M Minutes: GroKo entdeckt das IoT, Amazon die Drohne

Diana Kupfer
© S&S Media

Die wöchentlichen M2M- und IoT-Nachrichten, kompakt zusammengefasst.

2014 – Das Jahr des Internets der Dinge?

Zahlreiche Studien wurde im vergangenen Jahr zum M2M-Markt veröffentlicht. In kaum einer blieb unerwähnt, dass der M2M-/IoT-Bereich eine wahre Goldgrube für Unternehmen ist. Was auffällt: Trotz der Investitionen, die bereits getätigt, trotz der Partnerschaften, die geschlossen und trotz der Lösungen, die erarbeitet werden, scheinen Analysten ungeduldig auf eine Art Urknall zu warten – als würden sich die einschlägigen Technologien binnen kurzer Zeit explosionsartig verbreiten. Ein derartiges Phönomen erwartet das Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan fürs kommende Jahr. Günstige Sensoren, Cloud Computing, ausgereifte Datenanalyse-Werkzeuge und Mobilität seien die Faktoren, die nach Ansicht des Analysten Andrew Milroy dazu beitragen werden. Die Herausforderungen, die Milroy identifiziert, betreffen die Sicherheit und die Interoperabilität der vernetzten Geräte.

Für diejenigen, die sich schon länger mit diesem wachsenden Industriezweig beschäftigen, enthält diese Einschätzung von Frost & Sullivan nicht viel Neues. Gleichwohl ist die Prognose, dass 2014 das Jahr des Internets der Dinge wird, nicht unberechtigt, denn zweifelsohne wird sich die breite Öffentlichkeit zunehmend für das Internet der Dinge interessieren. So könnten sich Begriff und Konzept auch bald ähnlich viral verbreiten wie vor einigen Jahren „Cloud Computing“. Im Präambel des neuen „GroKo“-Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD ist bereits vom Internet der Dinge die Rede. Dort heißt es etwas pathetisch:

Nach der Erfindung der Dampfmaschine, der Industrialisierung und dem Start des Computerzeitalters, [sic!] sind wir jetzt mit dem „Internet der Dinge“ schon mitten in der vierten industriellen Revolution.

Top 10 Internet of Things APIs

Eine ansprechende Infografik veröffentlichte vor einigen Tagen das Unternehmen MuleSoft. Auf Basis unterschiedlicher Quellen werden hier die zehn innovativsten APIs für das Internet der Dinge dargestellt. Auf dem Siegertreppchen: das Data Feed API von IoBridge, das Evrythng API und das Exosite HTTP Data Interface API v1.0. Daneben ist die Grafik gespickt mit weiteren interessanten Zahlen und Daten: Bis 2020 sollen 42 % aller Daten von Maschinen produziert werden, ist hier zu lesen. Oder: Bis 2017 werden 80 Millionen tragbare Sensoren zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Zum Öffnen des Bild-Links einfach auf die Grafik klicken.

Quelle: Mulesoft

DIY-Handy für 200 US-Dollar

Haben Sie seit der JavaOne schon einmal versucht, Ihr eigenes DukePad zu bauen? Falls es Ihnen gelungen ist, haben Sie vielleicht Lust auf die nächste DIY-Herausforderung: ein Handy. Richtig gelesen. David Mellis vom MIT Media Lab hat gerade entsprechende Baupläne veröffentlicht. Er verwendet die Arduino-GSM-Erweiterung. Zu den Hardware– und Software-Komponenten hat er jeweils Dateien GitHub-Dateien zur Verfügung gestellt. Alle weiteren Bestandteile und Bezugsquellen sind auf der Projektseite angegeben. Schön ist das Gerät nicht (s. Bild), aber selten. Und wenn man schon mit viel Hingabe sein eigenes Telefon bastelt, sollte man es ihm die Marke Eigenbau auch ansehen dürfen. Oder?

Weitere Bilder unter: http://www.flickr.com/photos/mellis/sets/72157629294902700/

Papierflieger 2.0

Sie lassen heute noch mit genauso schelmischer Freude Papierflieger durch Ihr Großraumbüro segeln wie einstmals durch Ihr Klassenzimmer? Und Ihre Kollegen sind davon genauso genervt wie Ihre Lehrer damals? Willkommen im Segelflieger-Club! Wenn Sie noch nach einer technologischen Rechtfertigung für Ihren kindlichen Spieltrieb suchen, könnte das Crowdfunding-Projekt der Woche Ihr Fall sein: PowerUp 3.0 verleiht Ihrem Papierflieger zwar nicht noch mehr Flügel, aber einen Motor, der sich über eine Smartphone-App steuern lässt. Die Verbindung zu dem „Smart Module“, das man einfach an einem beliebigen Papierflieger befestigt, wird über Bluetooth Low Energy aufgebaut und hat eine Reichweite von 55 Metern. Die 1000 mAh starke Batterie lässt sich über den Mikro-USB-Anschluss des Moduls aufladen, das außerdem robust genug sein soll, um gelegentliche Abstürze zu überleben. Die Steuerung per App macht zumindest im Video den Eindruck, ähnlich intuitiv wie die Navigation einer AR.Drone zu sein. Auf Kickstarter wird das pfiffige Gimmick wohl auch dank des humorvollen Demo-Videos großzügig belohnt: 50 Tage vor Ende der Spendensammelphase ist bereits das Neunfache des Finanzierungsziels an Spendengeldern zusammengekommen. Geniale Ideen sind oft genial einfach.

Luftpost 2.0

Bleiben wir „up in the air“. Denn auch bei Amazon träumt man mittlerweile den Traum vom Fliegen: Unter dem Projektnamen Amazon Prime Air tüftelt die Forschungsabteilung des Online-Händlers gerade an einem Drohnen-Lieferdienst, wie u. a. die Kollegen vom WebMagazin vergangenen Montag berichteten. In einem Interview mit der CBS-Sendung „60 Minutes“ sagte Amazon-Cheff Jeff Bezos, die Strecke, die Drohnen zurücklegen könnten, sei zunächst auf 16 km begrenzt, die transportierbare Fracht auf 2,5 kg. Falls also tatsächlich in vier bis fünf Jahren die ersten Pakete per Drohne zugestellt werden, würde es sich mit den jetzigen Möglichkeiten um einen sehr bescheidenen Anfang handeln.

Nicht nur deswegen erscheint das enorme Medienecho, das begleitet wird von ersten Sicherheitsbedenken, unverhältnismäßig: Schon längst experimentieren Startups wie Matternet, ARIA oder Flirtey mit viel ausgeklügelteren Drohnen-Transportsystemen, allerdings weitgehend unterhalb des Radars der öffentlichen Aufmerksamkeit. Amazon übernimmt lediglich die Ideen und Konzepte dieser Drohnen-Avantgarde und macht sie populär. Der Paketlieferdienst UPS entwickelt einem Bericht von The Verge zufolge übrigens ebenfalls an einem Drohnen-Service.

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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