M2M Minutes: Früher war mehr Lametta, heute gibt's LED

Diana Kupfer
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Die vorweihnatlichen M2M-Nachrichten. Sie werden es bemerkt haben: Es DIYnachtet sehr! Denn: Je kürzer die Tage, desto größeren Spaß machen Lichterspiele mit Arduino, Raspberry Pi & Co.

„Don’t be evil“ oder Make Robots, not War

Eine Nachricht aus der Domäne der Robotik bewegte in dieser Woche die Gemüter und sorgte nicht nur in den sozialen Online-Netzwerken, sondern auch in den Mainstream-Medien für Diskussionen und Kritik: Google „Don’t be evil“ Inc. kauft Boston Dynamics. Unkenrufe, reichlich Häme und Besorgnis löste dieser Schachzug des Nicht-mehr-nur-Suchmaschinen-Riesen aus. Schließlich hat sich Boston Dynamics vorwiegend mit Auftragsrobotern für das Militär einen Namen gemacht, darunter der Gelände-Vierbeiner WildCat (wir berichteten) oder der Terminator-Doppelgänger ATLAS. Beide werden für die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) entwickelt, die in das ATLAS-Projekt 10,8 Millionen US-Dollar steckt. Wer sich allerdings auf der Website von Boston Dynamics umsieht, der wird feststellen, dass das Unternehmen nur so militärisch ist wie seine Auftraggeber. Gegründet wurde es 1992 von ehemaligen MIT-Ingenieuren. Die verfolgten den Plan, Roboter zu entwickeln, die sich wie bestimmte Tierarten fortbewegen könnnen – nicht mehr und nicht weniger. Darauf liegt der Fokus noch heute. Dass bislang vor allem das Militär an autonomen Gelände-Robotern interessiert war und über das nötige Budget für die aufwändige Forschungs- und Entwicklungsarbeit verfügte, liegt in der Natur der Sache. Laut einem Bericht der New York Times wird das Unternehmen zwar laufende Aufträge von militärischen Behörden abschließen, langfristig aber nicht zu einer Auftragsfirma fürs Militär werden. Damit reihen sich ATLAS, Cheetah, WildCat & Co. also lediglich in Googles andere „Moonshot“-Projekte ein.

HiveMQ for Christmas

MQTT-Broker (also Server) gibt es mittlerweile eine ganze Reihe. Die bekanntesten sind auf der offiziellen MQTT-Website aufgelistet. Ein speziell für den Enterprise-Einsatz entwickelter Broker, der sich durch hohe Skalierbarkeit und native WebSocket-Unterstützung auszeichnet, ist HiveMQ. Durch ein Open-Source-Plug-in SDK lässt dieser sich leicht mit anderen Technologien integrieren. Der Broker selbst ist nicht frei zugänglich. Allerdings hat sich das Entwicklerteam ein besonders Weihnachtsschmankerl ausgedacht: Noch bis 6. Januar verschenkt es lebenslange Freilizenzen an alle, die sich für den Newsletter anmelden. Bis zu 100 Geräte können damit gleichzeitig über einen HiveMQ-Server kommunizieren.

„Arduin-ho, ho ho!“

Die Vorweihnachtszeit ist so etwas wie eine Hochsaison für die Maker-Community. Je kürzer die Tage, desto üppiger die Festtagsbeleuchtung. Und die lässt sich selbstredend auch mit einem Arduino oder Raspberry Pi steuern. Schnöde kollektive Traditionen wie der Weihnachtsbaum kann der geneigte Bastler durch Leucht- und Farbeffekte aufpeppen und mit einem individuellen DIY-Touch versehen. „I like to do things differently“, erklärt der Zach Burhop seine Motivation, einen eigenen Weihnachtsbaum mit NeoPixel-LED-Bändern aus dem Hause Adafruit, selbstdesigntem, 3-D-gedrucktem Baumschmuck (mit hohem Nerd-Faktor!) und einem Arduino zu gestalten. „Arduin-ho, ho ho!“ wurde das Projekt auf Twitter kommentiert. Früher war mehr Lametta – heute gibt es LED. Sehen Sie selbst:

Pi for Christmas

Auch der Raspberry Pi ist Herzstück vieler effektreicher Weihnachtsprojekte. Der Rasperry Pi Xmas Pi-Weihnachtsbaum beispielsweise lässt sich über einen Webbrowser steuern.

Eine Live-Demo steht auf der Projektseite bereit. Dort kann man eine Minute lang über die Beleuchtung eines bereits aufgestellten Weihnachtsbaumes verfügen. Beschrieben wird das Setup wie folgt: Das System besteht aus drei Komponenten – dem Website-UI, dem Raspberry Pi Webserver und einem Arduino-Controller. Von der Website werden die Befehle an den Webserver geschickt, der mit dem Heimrouter verbunden ist. Der Pi leitet die Befehle an den Arduino weiter, der sich neben dem Weihnachtsbaum befindet, die seriellen Daten interpretiert und an die Weihnachtsbaum-Elektronik weitergibt.

Quelle: http://xmaspi.com

Die Raspberry Pi Foundation, die den Einplatinencomputer entwickelt und vertreibt, hat sich in den letzten Wochen durch eine großzügige Weihnachtsaktion ins Gespräch gebracht: Sie verteilt kostenlose 2.000 Pis an Schüler in ganz Großbritannien. Einige wurden bereits im Rahmen der Nachwuchskampagne Hour of Code ausgegeben. Die Teilnahmebedingungen befinden sich auf der Website der Stiftung.

Industrie 4.0 in Zahlen, Fakten und Bildern

Was ist typisch deutsch? Brezeln, Apfelschorle, Kraftwerk – und der Begriff „Industrie 4.0“. Während Cisco vom „Internet of Everything“ spricht, General Electric vom „Industrial Internet“ und der neutrale Beobachter vom „Internet of Things“, treibt die Bundesregierung unter dem Etikett „Industrie 4.0“ eine etwas altbacken klingende „Hightech-Strategie“ voran, wie der offiziellen Projektwebsite zu entnehmen ist. Die gerade angetretene neue Bundesregierung verwendet die Begriffe Industrie 4.0 und Internet of Things in ihrem Koalitionsvertrag weitgehend synonym. Doch vom Politiker-Sprech einmal abgesehen – was kennzeichnet die Industrie 4.0? Welche Erfindungen, Faktoren und Prozesse begünstigen die Entwicklung hin zur intelligenten Fabrik? Und ist durch die wegrationalisierten Arbeitsplätze nicht ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu erwarten? Über all das gibt eine Infografik von Tarakos detailliert und übersichtlich Auskunft. Diese möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

Zum Schluss noch zwei Tipps: In der heute hier auf JAXenter veröffentlichten JAX-Keynote „When Open Source Enables the Internet of Things“ spricht Benjamin Cabé über die Herausforderungen des Internets der Dinge und gibt Einblicke in die Open Source verfügbaren Technologien, die unter dem Dach der Eclipse-M2M-Initiative entwickelt werden. Und ab nächster Woche startet, ebenfalls hier auf JAXenter, eine siebenteilige Reihe über beliebte Einplatinencomputer. Damit wünschen wir Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch!

Industrie 4.0 Infografik
Industrie 4.0 ist eine Infografik von www.tarakos.de

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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