M2M Minutes: Fog Computing, autonome Kampfkonvois und die Baywatch-Drohne

Redaktion JAXenter
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Die IoT-Nachrichten der Woche: Cisco testet eigene IoT-Strategie, U.S. Army testet selbstfahrende LKWs, iranisches Startup testet Rettungsdrohnen, Pi und Arduino feiern Hochzeit, Postscapes-Gewinner stehen fest.

Nach der Wolke kommt der Nebel: Cisco läutet mit „Fog Computing“ neues Zeitalter ein

Alle, denen „Cloud Computing“ noch nicht nebelig genug war, werden an dem Begriff „Fog Computing“ ihre helle Freude haben. Geprägt wurde er von Cisco (richtig: das Unternehmen, das auch das Internet der Dinge nicht einfach Internet of Things nennt, sondern „Internet of Everything“). In dem ursprünglichen Paper findet sich dazu folgende Definition: „Fog Computing ist eine hoch virtualisierte Plattform, die Rechen-, Speicher- und Netzwerk-Services zwischen Endgeräten und traditionellen Cloud-Computing-Datenzentren bereitstellt und sich üblicherweise, aber nicht ausschließlich, in der Peripherie des Netzwerks befindet.“ Als Merkmale werden genannt: 

  • Ortsbewusstsein, geringe Latenz
  • hohe geographische Verbreitung
  • Mobilität
  • eine sehr hohe Anzahl an Endpunkten
  • Dominanz drahtloser Verbindungen
  • starke Präsenz von Streaming- und Echtzeitapplikationen
  • Vielfalt

Mit der neuen Plattform IOx ist Cisco nun der Fog-Computing-Vision nach eigener Darstellung ein ganzes Stück nähergekommen. Dank den IOx-Fähigkeiten sollen Anwendungen direkt auf Cisco-Netzwerkgeräten wie Routern, Schaltern und IP-Videokameras entwickelt, verwalten und verwendet werden können. Ziel ist es also, Endgeräte insgesamt smarter und responsiver zu machen, zugunsten einer dezentraleren Architektur des „Internet of Everything“. Die IOx-Plattform soll auf Linux basieren und im kommenden Frühjahr erstmals auf Cisco-Routern ausgeliefert werden.

U.S. Army und Lockheed Martin testen autonome LKW-Konvois

„Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Mit Blick auf eine mögliche unbemannte Zukunft des Militärs, in der nur noch Flugdrohnen, Roboter und fahrerlose Panzer Krieg führen, erhält dieser Satz von Bertolt Brecht eine ganz neue – und alles andere als pazifistische – Färbung. Was fahrerlose PKWs à la Google betrifft, mag Zukunftseuphorie ja angebracht sein. Beim Gedanken an fahrerlose LKW-Militärkonvois hingegen dürfte manch einem mulmig werden.

Im Tandem mit dem Rüstungskonzern Lockheed Martin hat der U.S. Army Tank-Automative Research, Development and Engineering Center, kurz TARDEC, gerade eine Testfahrt autonomer Kampffahrzeuge beendet. Auf dem Gelände der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas hatte die Fahrzeugflotte, die nach Angaben Lockheed Martins durch eine „städtische Umgebung“ rollte, allerlei Hindernisse zu bewältigen. Die Probefahrt erfolgte im Rahmen des AMAS-Programms (Autonomous Mobility Appliqué System) und stellte die praktische Prüfung der Capabilities Advancement Demonstration (CAD) dar. Damit ist sicher, dass die LKWs mit Schwierigkeiten wie Kreuzungen, Gegenverkehr, stillstehenden und überholenden Fahrzeuge, Fußgängern und Verkehrskreiseln zurecht kommen – und damit fit für reale Einsatzszenarien sind, wie David Simon, AMAS-Programmleiter, konstatiert. 

Beispiele wie AMAS und DARPA zeigen, dass das Militär im Bereich autonomer Roboter und Fahrzeuge längst einen Avantgarde-Status inne hat – eine Entwicklung, die vielerorts mit einer Mischung aus Furcht und Staunen beobachtet wird. Manch einer mag aber auch an die Anfänge des Internets zurückdenken, die ebenfalls eng mit dem Militär verknüpft waren – Stichwort ARPANET.

Bild: Lockheed Martin (http://bit.ly/1k4q2gZ)

Innovation aus dem Iran: die Baywatch-Drohne

Wenn Sie wählen könnten, von wem würden Sie lieber aus dem Wasser gerettet werden – von Pamela Anderson oder einem fliegenden Roboter? An den iranischen Badestränden am Kaspischen Meer fiele die Option Pamela Anderson zweifelsohne weg. Aber vermutlich nicht nur deshalb kam das iranische Technologie-Startup RTS Labs auf die Idee, eine intelligente Lebensretter-Drohne zu entwickeln. So können Badende in Lebensgefahr exakt angesteuert und ihnen beispielsweise Rettungsringe zugeworfen werden, wie im Video zu sehen. Mit dem Projekt „Pars“ möchte RTS Lab die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Kaspischen Meer reduzieren, wie der Webpräsenz zu entnehmen ist:

By hearing news about sunken people in Caspian Sea on the north of Iran, we thought about finding a solution for saving lives of humans who were drowning in the sea. According to statistics of our country, during the last 8 years, 46500 people have been in drowning situations in the Coast of the Caspian Sea and from this amount more then 1100 have died.

Postscapes Internet of Things Award: And the winners are…

Letzte Woche berichteten wir an dieser Stelle über die zum dritten Mal stattfindenden Internet of Things Awards der Online-Plattform Postscapes. Die Sieger stehen mittlerweile fest und wurden auf der Webpräsenz von Postscapes verkündet. Nicht überraschend heimste Mother einen der Preise in der Kategorie Smart Home ein. Seit der CES 2014 hat das Heimüberwachungssystem aus dem Hause Sen.se viel von sich reden gemacht und bereits einige andere Preise gewonnen. Neben der ausgefeilten Sensortechnik ist es wieder einmal das Design, das besticht und einem Fremdeln mit den kleinen Datensammlern vorbeugen dürfte: Das Hauptgerät im Babuschka-Look, die lustig-bunten Bewegungssensoren, auch „Cookies“ genannt (s. Bild), und die verspielten UIs machen es Anwendern schwer, „Mother“ nicht zu vertrauen. Und Hand aufs Herz: Wem wird bei den Namen „Mother“ und „Cookies“ nicht heimelig zumute?

Der Editor’s Choice Award in der Kategorie „Best Technical Enabler“ ging an den Raspberry Pi. Als beste IoT-Open-Source-Projekte wurden The Thing System, AllJoyn und RasWik ausgezeichnet, als Startups des Jahres NinjaBlocks, Evrythng und Sigfox.

Bild: http://sen.se

Arduberry: Raspberry Pi und Arduino traut vereint

Der kleine Italiener und der fast genauso kleine Engländer werden oft in einem Atemzug genannt. Sie verfolgen die gleichen Ziele und sind dafür ähnlich populär. Doch leider sprechen sie verschiedene Sprachen, was die Kommunikation erschwert. Unser Crowdfunding-Projekt der Woche könnte hier Abhilfe schaffen: Es stellt ein Bindeglied zwischen Arduino und Raspberry Pi zur Verfügung, um diese leichter gemeinsam einsetzen zu können: ein Hardware-Shield namens Arduberry. Dieses wird einfach auf den Raspberry Pi aufgesteckt (s. Video) und kann direkt über den Pi programmiert werden – in der Arduino-Programmiersprache, einer Wiring-Implementierung. Über C und Python kommuniziert der Pi mit den Arduino Shields. Die geplante Hochzeit zwischen den beiden Einplatinenrechnern kommt an: Mehr als 22 000 US-Dollar wurden schon gesammelt; nötig waren eigentlich nur 1 540 – und das gut eine Woche vor Ablauf der Spendenfrist.

 

 

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