M2M Minutes: Everyware, Mini-Hardware & mehr

Diana Kupfer
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Nicht nur auf der JavaOne, die heute zu Ende geht, spielte das Internet der Dinge in diesem September eine herausragende Rolle. Auch zahlreiche Fachveranstaltungen wie der M2M Summit, die Maker Faire oder die World Smart Week kündigten bereits einen heißen Herbst für die Branche mit all ihren Technologien, Bereichen und Communities an. Wir haben einige M2M-News der letzten Tage in einem Überblick zusammengefasst.

Eurotech kündigt Everyware-Framework 2.0 an

Eurotech, ein auf Embedded-Lösungen spezialisiertes Unternehmen und Eclipse Solutions Member, hat ein neues Major Release seines Everyware Software Frameworks (ESF) angekündigt. Das Framework wird zur Lebenszyklus-Verwaltung von Geräten in Machine-to-Machine-Anwendungen entwickelt. Die neue Version bietet die Möglichkeit, Geräte per Fernzugriff zu bedienen und zu verwalten. Hinzugekommen sind u. a. ein Anwendungscontainer mit Standard-Services, um die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen, sowie eine grafische Nutzeroberfläche, die die lokale Konfiguration von Services und Anwendungen vereinfachen soll.

Ende 2011 hatte Eurotech gemeinsam mit IBM das Eclipse-Projekt „Paho“ vorgeschlagen, das Open-Source-Implementierungen von leichtgewichtigen Protokollen wie MQTT für die M2M-Anwendung zur Verfügung stellt. Auf der JavaOne hatte Eurotech in dieser Woche mit einer Applikation für Furore gesorgt, die in Echtzeit die Anwesenden im Keynote-Saal zählte.

openHAB: leaping forward

Nettes Konzept, aber teure Utopie: Das denken viele, wenn sie den Begriff „Smart Home“ hören. Dass intelligente Heimsysteme weder unerschwinglich noch utopisch sind, hat das Java-Projekt openHAB seit seiner Gründung bewiesen – und ist dafür auf der JavaOne in San Francisco mit dem Duke’s Choice Award ausgezeichnet worden. openHAB stellt ein Framework zur Verfügung, mit dem sich heterogene Protokolle und Standards integrieren lassen. Ziel ist es, den Zugriff auf diese Geräte zu vereinfachen. Mit der wachsenden Community um openHAB stehen auch immer mehr Bindings an diverse Technologien zur Verfügung. Eines davon wird in einem gerade erschienenen Preview-Video gezeigt und dürfte so manchem verbleibenden Skeptiker letzte Berührungsängste mit Smart-Home-Technologien austreiben. Hier kommt openHAB mit dem Leap-Motion-Controller zum Einsatz. Per Gestensteuerung lässt sich die Farbe einer LED-Hue-Lampe verändern bzw. die Lampe ein- und ausschalten oder dimmen. Sehen Sie selbst:

Cisco stellt neuen Router NCS vor

Vergangenen Dienstag präsentierte das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen Cisco seine Antwort auf den rasant wachsenden Traffic, der mit den Trends Cloud, Mobile, Video- und Maschinenkommunikation einhergeht: den neuen Router NCS (Network Convergence System) für das „Internet of Everything“, wie der Hersteller das Internet der Dinge bezeichnet. Laut Cisco sollen 450 Ingenieure drei Jahre an dem Gerät gearbeitet haben. 250 Millionen US-Dollar seien in das Projekt hineingeflossen. Der Router ist mit einem neuen, hoch skalierbaren Netzwerkprozessor, dem nPower X1 ausgestattet.

Beim NCS handelt es sich nicht um den Nachfolger von Ciscos CRS (Carrier Routing System). Vielmehr dient der neue Router als Zusatz: Er soll zentrale Netzwerke in verteilte Architekturen transformieren, CSR-Cores skalieren und durch Virtualisierung und optimierte Ressourcenverteilung das Internet der Dinge effizienter und damit leichter erweiterbar machen.

M2M Innovation World Congress in Nizza

Im Rahmen der World Smart Week findet in dieser Woche der M2M Innovation World Congress im schönen Nizza statt. Der Track „M2M for Verticals“ setzte Schwerpunkte in den Bereichen Smart Grids, Retail und Smart Home/Smart Devices. Im Track „Strategies & Implementation“ lag das Hauptaugenmerk auf dem Bereich Big Data. Auch die Eclipse Foundation war mit einem Talk zur Rolle von Open-Source-Lösungen auf dem IoT-/M2M-Markt vertreten. Die Präsentation steht auf Slideshare zur Verfügung.

Klein, kleiner, Microduino

Kleines Board ganz groß: Gerade einmal 25,4 x 27,94 Millimeter misst Microduino, der neueste Zuwachs zur Arduino-Familie. Erst seit 9. September wirbt das Projekt um die Gunst der Kickstarter-Investoren, und bis dato hat es bereits fast das Vierfache der dort vorgeschlagenen Finanzierungssumme erreicht. Dank seiner 27 Steck-Pins in U-Form-Anordnung ist es erweiterbar (stackable), vollständig mit der Arduino-Plattform kompatibel und günstig: Das billigste Starter-Kit soll für 20 US-Dollar zu haben sein. Im Projekt-Wiki ist bereits eine Reihe von Ausführungen und Erweiterungen des Boards zu sehen, auf der Kickstarter-Seite finden sich Video-Demos zu diversen Anwendungsszenarien. Der Microduino-LM4836 zum Beispiel ist ein hervorragender Digitalverstärker, wie folgendes Video zeigt.

 Seit einiger Zeit ist bereits der münzgroße TinyDuino erhältlich, der Hersteller Adafruit brachte diese Woche die Mikro-Plattform Gemma auf den Markt. Kein Zweifel: Mini-Hardware ist hip.

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Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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