M2M Minutes: Drohnen, DIY-Drucker und Developer Kits

Diana Kupfer
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Neues, Kurioses und Wissenswertes aus der IoT-Welt fasst auch die zweite Folge unserer neuen Serie kompakt zusammen.

Intel goes Arduino

Immer mehr große IT-Konzerne bauen Brücken zur Maker-Szene. Der Elektronikhersteller Intel, der neulich einen Roboter aus dem 3-D-Drucker angekündigt hat, stellte jüngst den Mikrocontroller „Galileo“ vor, das erste Board, das sowohl hardware- als auch softwareseitig voll mit den Arduino-Erweiterungen (Shields) kompatibel ist. Es ist mit Intels neuem Prozessor Quark SoC X1000 ausgestattet und verfügt wie der Arduino Uno über 14 digitale Ein- und Ausgabekanäle (6 davon mit PWM-Ausgang) sowie über 6 analoge Eingabekanäle. Der Preis wurde noch nicht bekanntgegeben. In den nächsten 18 Monaten möchte Intel 1000 Universitäten weltweit insgesamt 50 000 Galileo-Boards spendieren.

Google Coder bringt kleine Raspberry-Pi-Fans ins Netz

Auch andere Unternehmen haben die Welt der Elektronikbastler und Zwergcomputer längst für sich entdeckt: Gerade hat Oracle auf der JavaOne angekündigt, dass der Einplatinencomputer Raspberry Pi künftig standardmäßig mit JavaSE ausgeliefert wird. Und auch in Mountain View bleibt der Pi-Hype nicht aus: Die Idee des Google-Entwicklers Jason Striegel, den Raspberry Pi mithilfe eines Open-Source-Tools in einen kleinen Webserver samt Entwicklungsumgebung zu verwandeln, erntete in den vergangenen Wochen begeisterten Zuruf. Das Tool, speziell für den programmierenden Nachwuchs entwickelt, wurde auf den bescheidenen Namen „Coder“ getauft und kann auf der Projektseite heruntergeladen werden. Das kunstvolle Einführungsvideo macht den Eindruck, als wäre das Projekt bereits lange vor der offiziellen Vorstellung geplant gewesen und nicht ganz so spontan entstanden, wie Striegel im Google-Blog darstellt.

 30 Millionen für Drohnen

Eine Finanzspritze in Höhe von 30 Millionen US-Dollar gab es letzte Woche für 3D Robotics, Hersteller von selbständig fliegenden und fahrenden Robotern. Es ist die zweite Zuwendung innerhalb eines Jahres, die 3D Robotics dazu verwenden möchte, die Entwicklung von UAV- (Unmanned Aerial Vehicle) Systemen stärker auf die Überwachung von landwirtschaftlichen Anlagen und ähnliche Einsatzszenarien auszurichten. 3D Robotics wird von einer großen Open-Source-Community unterstützt. Das affiliierte Community-Portal DIY Drones, hinter dem auch der 3D-Robotics-Gründer Chris Anderson steht, bietet ein breites Experimentierfeld für selbstgebaute Robotik-Hard- und Software. Das jüngste Produkt der Kategorie UAV ist der autonome Quadrokopter Iris.

Gemalto M2M Kit

Der niederländische Chiphersteller Gemalto erweitert sein M2M-Portfolio. Das gerade angekündigte Cinterion Concept Board soll Java-Entwicklern eine weitere Tür zum Internet der Dinge öffnen. Dass das Entwickler-Kit Java ME Embedded nutzt, ist kein Zufall. Schließlich ist Gemalto Mitglied im Oracle Partner Network (OPN).

DIY-3-D-Drucker für Schüler

Dass sich 3-D-Druckern mittlerweile Gegenstände entlocken lassen, die niemand für möglich gehalten hat, dürfte sich herumgesprochen haben. Aber wer oder was druckt eigentlich den Drucker? Nun, nicht drucken, aber zumindest zusammenbauen können hartgesottene Elektronikbastler demnächst ihren eigenen 3-D-Drucker. Ein entsprechendes Projekt hat ein Entwicklerteam aus Hong Kong ins Leben gerufen: Für „Tinyboy“, den kompakten Open-Hardware-3-D-Drucker, soll bald eine Bauanleitung veröffentlicht werden, die sich laut Webseite auch von Neulingen und Nachwuchs-„Makern“ nachvollziehen und umsetzen lässt. Wir sind gespannt!

Neue M2M-Konferenz Thingmonk

Als neues starkes Bindeglied zwischen DIY-Kultur und M2M-Industrie möchte sich die gerade angekündigte IoT-Konferenz Thingmonk etablieren, die am 3. Dezember in London stattfindet. Unter den angekündigten Speakern sind: Alexandra Deschamps-Sonsino, Gründerin des Startups Good Night Lamp, NodeRED-Entwickler Nick O’Leary und Ian Skerrett, Marketing Director bei Eclipse. Just another M2M Conference? Man wird sehen.

MQTT oder CoAP, das ist hier die Frage

Duell der Protokolle: Dass es ohne offene Standards kein Internet der Dinge geben wird, darin sind sich die meisten IoT-Experten einig. Auch darin, dass der Veteran HTTP sich für eingeschränkte Umgebungen nicht besonders gut eignet. Es müssen also Alternativen her. Besonders groß ist derzeit der Hype um MQTT, ein leichtgewichtiges Publish-Subscribe-Protokoll, dem sich bereits ein spezielles OASIS-Komitee widmet. Was aber leicht vergessen wird: MQTT ist nicht REST-freundlich. Und es gibt eben auch Szenarien, in denen eine REST-Architektur besser geeignet ist, zum Beispiel, um vernetzte Dinge direkt anzusprechen. Hier bietet sich CoAP (Constrained Application Protocol) als Alternative an. CoAP ist ein REST-Protokoll, das auf UDP aufsetzt. Aber was kann CoAP, was MQTT nicht kann? Dazu hat Toby Jaffey, CTO des M2M-Startups 1248 (1248.io) ein offenes Google-Dokument angelegt, in dem er die Unterschiede herausarbeitet. Allen, die die Qual der Wahl haben, sei dieses als Wochenendlektüre ans Herz gelegt.

Und wer von IoT-Protokollen nicht genug bekommen kann: Auch im aktuellen Eclipse Magazin erklärt Matteo Collina, Projektleiter des Eclipse-Ponte-Projekts, einige Unterschiede und Besonderheiten.

 

 

 

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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