M2M Minutes, diesmal mit viel Herz

Diana Kupfer
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„Internet of Customers“

Mark Benioff, CEO des Cloud-Computing-Unternehmens Salesforce, ist auf den Trichter gekommen, dass das Internet der Dinge Unternehmen in ein goldenes Zeitalter führen könnte: Auf der hauseigenen Konferenz Dreamforce sinnierte Benioff über die Möglichkeiten vernetzter Geräte und Services – und prägte dabei ein ganz neues Synonym für das Internet der Dinge: „Internet of Customers“. Gefallen soll diese neue Bezeichnung natürlich in erster Linie den eigenen Anwendern. Für die wird die Dreamforce schließlich ausgerichtet. Zwar ist die Erkenntnis „It’s all about the customer“ alles andere als bahnbrechend. Dennoch handelt es sich um einen geschickten Marketing-Kniff, der Consumern gezielt und anschaulich die Vorteile das Internet der Dinge vermittelt. Schließlich ist nicht einmal einem von fünf US-Amerikanern der Begriff „Internet of Things“ geläufig, wie eine Studie neulich ergab.

IoT für Ästheten

Apropos Consumer: Mit der steigenden Komplexität im Internet der Dinge schlägt die Stunde der einfachen User Interfaces, die auch Code-Analphabeten die Programmierung und Konfiguration der vernetzten Geräte ermöglichen. Der visuelle Editor von IBMs quelloffenem Werkzeug Node-RED beispielsweise macht das Erstellen von Anwendungen für das Internet der Dinge mittels Drag and Drop und durch das Ziehen von Verbindungen per Maus möglich.

Diesem Trend folgt auch unser Crowdfunding-Projekt der Woche: MakerSwarm, ein Tool, das die Entwicklung von IoT-Apps durch eine übersichtliche und anspruchsvoll designte grafische Oberfläche erleichtern soll. Durch die enge Verzahnung von Design und Technik soll eine besonders akkurate grafische Repräsentation entstehen (s. Screenshot). Codekenntnisse sind dabei nicht nötig. MakerSwarm ist aus einem Vorhaben für die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums DARPA (Defense Advanced Research Project Agency) hervorgegangen. Hinter dem Projekt steht die Technologie-Design-Schmiede MAYA Design aus dem US-Staat Pennsylvania. Die Finanzierungsphase auf Kickstarter läuft noch gut drei Wochen.

Quelle: http://www.makerswarm.com/

Philadelphia verbietet 3-D-gedruckte Waffen

Wir bleiben in Pennsylvania: Als erste US-amerikanische Stadt hat Philadelphia jüngst ein Verbot gegen das Drucken von 3-D-Waffen verhängt – und das, obwohl dem demokratischen Stadtrat Kenyatta Johnson, der den Gesetzesvorschlag eingebracht hatte, nicht ein einziger Waffendrucker bekannt ist. Es sei ein präventiver Beschluss, der allein auf „Internet stuff out there“ basiere, sagte Johnsons Mitarbeiter Steve Cobb gegenüber dem Philadelphia Magazine. Im Mai hatte die Veröffentlichung der Dateien für die weltweit erste 3-D-druckbare Waffe „Liberator“ für Furore gesorgt, die auf Anordnung des US-Außenministeriums hin von der Website des Herstellers Defense Distributed entfernt worden war.

Bioprinting: 3-D-Druck mit ganzem Herzen

Organspendeausweise könnten in einigen Jahrzehnten überflüssig sein, wenn man den Prognosen des US-amerikanischen Herzspezialisten Stuart K. Williams Glauben schenkt. Gegenüber Wired.co.uk prophezeite Williams, dass es in zehn Jahren bereits möglich sein wird, menschliche Herzen per 3-D-Druck künstlich herzustellen. Schließlich sei die Mondlandung auch binnen eines Jahrzehnts ermöglicht worden, so der Wissenschaftler. Bereits im Frühjahr war es Wissenschaftlern gelungen, einem 3-D-Drucker Miniaturversionen menschlicher Lebern zu entlocken, die jedoch nur einige Tage überlebten.

Williams ist Leiter des angesehenen Herzzentrums Cardiovascular Innovation Institute an der University von Louisville. Seinem Team ist es bereits gelungen, ein Herzkranzgefäß per Bioengineering herzustellen sowie einige der kleinsten Herzgefäße zu drucken. Für ein ganzes Herz sei lediglich eine Gewebeprobe des Patienten nötig, so Williams. Daraus werden regenerative Zellen isoliert und mit einer Lösung, die u. a. extrazelluläre Matrixmoleküle enthält, vermischt und dem Drucker übergeben. Das Herz würde sich dann binnen drei Stunden drucken lassen, so Williams. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, seien allerdings immense Mengen an Fördergeldern notwendig.

Matternet gastiert bei TED

Sie erinnern sich an Matternet? Genau, die humanitären Drohnen, über die wir Anfang des Jahres hier auf JAXenter berichteten. Das Projekt ist darum bemüht, ein Netz aus unbemannten Flugrobotern aufzubauen, das abgelegene Regionen der Erde, in denen Straßennetze und andere Transportwege fehlen, mit Medikamenten und Impfstoffen versorgt. Im Laufe des vergangenen Jahres erprobte Matternet erfolgreich erste Prototypen in Haiti und erfreute sich auch deshalb immer größerer öffentlicher Aufmerksamkeit – die Vision vom Internet der fliegenden Dinge kommt an. Im Juni durfte Matternet-Gründer Andreas Raptopoulos einen TED-Talk halten, der nun seit einigen Tagen online ist. Viel Spaß beim Anschauen!

 

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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