M2M Minutes: Aufstieg der IoT-Imperien

Diana Kupfer
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Die wöchentlichen M2M-Nachrichten mit großen und kleinen Akteuren aus der IoT-Welt.

AllSeen Alliance: Ein weiteres M2M-Konsortium 

Im Oktober 2011 gründete die Eclipse Foundation die Eclipse M2M Working Group und schloss sich neulich mit dem mächtigen Industriekonsortium M2M Alliance zusammen. Jetzt zieht die Linux Foundation nach: Unter ihrem Dach haben Haier, LG Electronics, Panasonic, Qualcomm, Sharp, Silicon Image, TP-LINK und weitere Konzerne eine Allianz zur Förderung von Technologien für das Internet der Dinge ins Leben gerufen: die AllSeen Alliance. „In Märkten, die einen starken Wandel durchlaufen, fördern Open-Source-Software und kollaborative Entwicklung technologische Innovation“, wird Jim Zemlin, Direktor der Linux Foundation, in der Pressemitteilung zitiert. Gemeinsam wollen die Mitglieder der Allianz ein Open-Source-Software-Framework entwickeln, das es Hardwareherstellern, Dienstleistern und Softwareentwicklern ermöglicht, interoperable Geräte und Dienste bereitzustellen. Den Grundstein legt der Chiphersteller Qualcomm, der ein Framework auf Basis des Open-Source-Projekts AllJoy beisteuert. Die Software soll auf Linux, Android, iOS und Windows sowie den Embedded-Varianten laufen. Auf https://allseenalliance.org kann die initiale Codebasis heruntergeladen und getestet werden.

 Zuwachs für die Eclipse M2M Working Group

Auf die Größe kommt es an im Sturm auf den M2M-Markt, und so wundert es nicht, dass die entstehenden Industrieverbände, die sich um gemeinsam erarbeitete IoT-Technologien bemühen, immer mehr Zulauf erhalten. So wurde die M2M Working Group der Eclipse Foundation gerade um zwei weitere Unternehmen größer: 2lemetry, ein US-amerikanischer Anbieter einer Device-Cloud-Plattform für das Internet der Dinge, und das norwegische Unternehmen Bitreactive, das u. a. ein SDK für ereignisgesteuerte IoT-Anwendungen in seinem Produktportfolio hat, haben sich eingeklinkt. Die M2M Alliance ist bereits vor einigen Wochen zur Eclipse M2M Working Group dazugestoßen.

In dem Bestreben, interoperable Lösungen und gemeinsame Standards zu schaffen, sind sich die großen Gemeinschaftsinitiativen im aktuellen M2M-Markt einig. Ob sich die Gefahr technologischer Silos durch eine Anbieter-Blockbildung, wie sie derzeit zu beobachten ist, gänzlich bannen lässt, ist aber zumindest fraglich. 

 1Sheeld to rule them all: Ein Alleskönner-Shield fürs Arduino-Board

Mit sensationellem Erfolg sammelt unser Crowdfunding-Projekt der Woche auf Kickstarter Spenden: 1Sheeld ist eine Shield-Erweiterung für Arduino-Boards, die fast alle Ressourcen eines verbundenen Android-Smartphones nutzen kann, um verschiedenste Shield-Typen zu mimen: LCD-Bildschirm, Gyroskop, Schalter, Konnektivität usw. Das 1Sheeld-Set besteht aus zwei Teilen: dem physischen, aufsteckbaren Shield, das für den Datentransfer zwischen dem Smartphone und dem Arduino-Board sorgt, und der Software, über die sich der gewünschte Shield-Typus einstellen und bedienen lässt. Ziel des Projekts ist es, eine günstige und leicht bedienbare Prototyping-Plattform bereitzustellen. 

Arduino für den Rasenmäher

Die Flexibilität von Hardwarekomponenten aus der Arduino-Familie stellt auch dieses Projekt unter Beweis: Ardumower hat sich vorgenommen, eine Bauanleitung und entsprechende Software für einen rasenmähenden Roboter Open Source zur Verfügung zu stellen – so einfach wie möglich, so günstig wie möglich.

In fünf Robotern werden Projektbestandteile bereits verwendet. Das Demovideo zeigt die noch etwas holprige Testfahrt des kleinen schlauen Helfers. Wer weiß, vielleicht hat er bis zur nächsten Rasenmähsaison wieder einiges dazugelernt?

Drohne mit Pfiff

Erst vor einigen Monaten hob IBM mit Node-RED ein neues, quelloffenes Tool aus der Taufe, das die Entwicklung von IoT-Anwendungen erleichtern soll. Node-RED basiert auf dem ereignisgesteuerten, nicht-blockierenden JavaScript-Framework node.js und liefert einen visuellen Editor, in dem die Komponenten der IoT-Anwendung durch wenige Mausklicks miteinander verknüpft werden können – die Komplexität der Anwendung bleibt vor dem Entwickler verborgen. Obwohl Node-RED noch in den Kinderschuhen steckt – aktuell ist Version 0.2.0 auf GitHub verfügbar –, sind die Projekte, die es hervorbringt, schon jetzt bemerkenswert. Diese Woche veröffentlichte der IBM-Entwickler Ben Hardill ein YouTube-Video, in dem eine AR.Drone zu sehen ist, die durch Pfeifgeräusche gesteuert wird – powered by Node-RED. Ein hoher Pfeifton (für Musiker: B’, für Physiker: 466 Hz) startet die Drohne, ein tieferer (h bzw. 247 Hz) lässt sie wieder landen. Details seiner Node-RED-Anwendung gibt Hardill leider (noch) nicht preis. Wen Node-RED interessiert, dem sei der Artikel von Christian Götz im aktuellen Eclipse Magazin empfohlen.

 

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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