One-Stop-Shop mit offener Tür

M2M bei der Deutschen Telekom

Diana Kupfer

Machine-to-Machine ist im Aufwind. Wie stark im Aufwind, lässt sich an der Fülle an M2M-Veranstaltungen ablesen, die allein in den nächsten beiden Monaten stattfinden. So wird es auf der JavaOne eine Unterkonferenz zu diesem Thema geben. Die Eclipse Foundation bietet in vier Webinaren einen Einstieg in M2M-Technologien. Am 5. September trifft sich außerdem die M2M Alliance zu ihrem jährlichen Summit in Düsseldorf. Wir sprachen im Vorfeld mit Jürgen Hase, Vorstandsmitglied der M2M-Alliance und Vice President des M2M Competence Center der Deutschen Telekom, über die M2M-Strategie der Telekom und das Internet der Dinge.

M2M boomt

Internet of Things: Das ist keine Zukunftsmusik, kein leerer Hype und erst recht keine vage Metapher. Im Gegenteil, hinter diesem Begriff steht eine konkrete Entwicklung, die sich sogar einigermaßen exakt beziffern lässt: Fünf Milliarden miteinander vernetzte Geräte gibt es derzeit nach OECD-Angaben, eine Zahl, die sich bis 2020 verzehnfachen soll – wenn das keine Ansage ist! Wie alltäglich das Internet der Dinge bereits heute ist, zeigen einfache Beispiele aus unserer täglichen Umgebung: der Getränkeautomat, der seinen Füllstand selbständig dem zugehörigen Getränkehandel mitteilt; der Drucker, der autonom Patronen nachbestellt, sobald die Tinte zur Neige geht; medizinische Sensoren, die eine Fernüberwachung von Patienten ermöglichen; oder das Paket, dessen Verbleib sich via Internet einsehen lässt (Stichwort „Track and Trace“). In vielen Bereichen erhöht M2M also bereits schon heute Produktivität und Sicherheit und sorgt für eine effizientere Logistik.

Kein Wunder also, dass dieser Wachstumsmarkt von großen und kleinen Playern der Industrie und Wirtschaft als riesige Chance begriffen wird. Das M2M-Geschäft brummt, in rasantem Tempo entstehen neue Ökosysteme, neue Dienstleistungen und Arbeitsplätze. Also nur konsequent, wenn die JavaOne dem Thema eine Unterkonferenz widmet, die Java Embedded @ JavaOne (wir berichteten).

In der Eclipse-Community ging es in Sachen M2M im vergangenen Jahr besonders hoch her. Im November 2011 fand sich die M2M Industry Working Group zusammen. Mit von der Partie sind Firmen wie Sierra Wireless, IBM, Eurotech, Band XI oder Axeda. Seither findet sich ein Projekt nach dem anderen unter dem Dach der Eclipse Foundation ein: Erst Koneki und Paho, vor Kurzem dann Mihini. Im September und Oktober veranstaltet die Eclipse Foundation gleich vier Webinare, die einen Einstieg in das Thema bieten.

Der Telekom-Ansatz: One-Stop-Shop

Auch die deutsche Telekom rüstet sich fürs M2M-Geschäft. Bereits im Februar 2010 gründete sie ein M2M-Kompetenzzentrum. Bis Ende Mai 2012 folgten die Global M2M Association, ein Partnerprogramm und ein M2M-Marktplatz. Ende Juli wurde das Telekom-Entwicklerportal Developer Garden um eine M2M Community reicher. Über all das sprachen wir mit Jürgen Hase, seines Zeichens Vorstandsmitglied der M2M-Alliance und Vice President des M2M Competence Center der Deutschen Telekom.

Jürgen Hase, Deutschen Telekom.

In der M2M-Strategie der Telekom, gerade in der Idee, in einer Entwicklergemeinschaft die Kräfte zu bündeln, spiegelt sich die allgemeine Neuausrichtung des Unternehmens wider: Die Telekom versteht sich nicht länger als reines Telekommunikationsunternehmen, sondern als Anbieter von Komplettlösungen: „Im M2M-Geschäft will der Kunde nicht eine Connectivity von der Telekom, ein Hardwaremodul von einem Partner X, eine Systemintegration von einem Partner Y und vorab Consulting von einem Partner Z. Das Ganze möchten die Kunden zunehmend als einen One-Stop-Shop.“ Vor diesem Hintergrund habe man die M2M Developer Community ins Leben gerufen, so Hase zum Auftakt unseres Gesprächs: „M2M bedeutete bis dato immer, dass wir auf der reinen Connectivity-Ebene angefragt wurden, also bei der Realisierung einer Lösung. Um dem Markt eine optimale Lösung anbieten zu können, ist es aber wichtig, schon sehr früh mit den entscheidenden Leuten in Kontakt zu treten.“ Laut Hase macht die reine Connectivity gerade mal um die 15 bis 20 Prozent des M2M-Geschäfts aus. Verständlich also, dass man zusätzlich um Lösungen im IT-Bereich, der den satten Rest ausmacht, bemüht ist – zumal die Telekom mit T-Systems bereits einen starken IT-Partner unterm eigenen Dach hat.

Ergänzend dazu bietet das M2M-Portal Raum für Innovation. Hier finden Entwickler nicht nur Gelegenheit zum Ideenaustausch und Guidelines für die Entwicklung von M2M-Lösungen. Auch ein Entwickler-Toolkit, ein API und Hardwarekomponenten, alles also, was es an Rüstzeug für die Entwicklung individueller Lösungen braucht, kann hier bezogen werden. Zu guter Letzt wird Entwicklern bei der Vermarktung der eigenen Produkte unter die Arme gegriffen. Ein Rundum-Sorglos-Paket für Entwickler also, das obendrein zahlreiche Andock-Möglichkeiten für Neulinge bietet.

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Diana Kupfer
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