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Die Lösungsstacks der Zukunft

Redaktion JAXenter

© Shutterstock.com/Sergey Nivens

Mark Little, Leiter der JBoss Technical Direction, sinniert in einem aktuellen Blogpost darüber, wie sich die Entwicklungsplattformen der nächsten Generation entwickeln werden – und wohin.

Microservices und Java EE

Wie sieht der (Lösungs-)Stack der Zukunft aus? Für Mark Little, Leiter der JBoss Technical Direction, spielen in diesem Zusammenhang die vielgepriesenen Microservices zusammen mit serviceorientierter Architektur, die er als mit diesen eng verbunden bezeichnet zwar eine selbstverständliche Rolle. Allerdings erteilt er gedanklich all jenen eine Abfuhr, die davon ausgehen, dass die Zukunft der Software/Middleware sich praktisch über Nacht materialisieren wird. Stattdessen geht Little von einer längeren Evolution aus, die wie auch schon heute (Little erinnert an das nach wie vor zum Einsatz kommende COBOL) – zahlreiche ältere Überbleibsel weitertragen wird.

Zwar wird es seiner Ansicht nach völlig neue Arten von Applikationen geben, die die neuesten Frameworks und Stacks nutzen. Allerdings, so Little, werden sie vermutlich trotzdem auch eine Integration mit den gängigsten älteren Technologien anstreben. Java-EE-Anwendungsserver mit Geschäftslogik (sowohl Legacy als auch komplett neue) werden uns seiner Meinung nach also noch eine ganze Weile begleiten. Da sich Java EE durchaus einiger Beliebhteit erfreut, geht er davon aus, dass jede wie auch immer geartete Evolution hin zu einem neuen Paradigma stark von ihr beeinflusst sein wird.

Ansätze wie eine Kombination aus WildFly und Swarm betrachtet Little als idealen Ansatzpunkt für die Entwicklung eines flexibleren, DevOps-basierten Paradigmas. Alllerdings mahnt er generell zur Vorsicht, da die Branche seiner Erfahrung zufolge äußerst anfällig für all jene als Allheiltmittel gehandelten Lösungen anfällig ist, die erfordern, all das zuvor in harten Lektionen erworbene Wissen aus dem Fenster zu werfen und praktisch bei Null anzufangen. Ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss, doch Little sieht dabei ein großes Problem, das mit Open Source zusammenhängt: Einerseits sieht er Open Source als eine überlegene Entwicklungsmethodologie, andererseits erliegen seiner Ansicht nach viele Verantwortliche der Fehleinschätzung, die beinahe täglich wie Pilze aus dem Boden sprießenden Open-Source-Projekte als Enterprise-tauglich zu betrachten. Doch um die Enterprise-Tauglichkeit zu erreichen insbesondere in wichtigen Bereichen wie Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, Sicherheit etc.  ist Little zufolge meist ein deutlich höherer Zeit- und Arbeitseinsatz vonnöten, als diese Projekte aufbringen  bzw. aufbringen können.

Vert.x,  Container und die Cloud

Microservices und Java EE sind für Little jedoch noch lange nicht alles: Vor allem im Hinblick auf besonders kritische Applikationen und Use Cases steht die Zukunft für ihn auch unter einem reaktiven und ereignisgetriebenen Stern. In Bezug auf die Java-Welt stellt Littles Ansicht nach Vert.x ein ideales Vebindungsglied dar. Da viele der Java-EE-APIs allerdings weder reaktiv noch asynchron sind, müssten sie, so Little, entsprechend weiterenwickelt werden, um mit Vert.x zusammenzupassen.

Auch Containertechnologien wie Docker (und folgerichtig auch Container-Orchestrierungstechnologien wie Kubernetes) spielen Littles Ansicht nach in den Architekturen der Zukunft eine gewichtige Rolle zwar keine komplett unverzichtbare, aber jederzeit zu bedenkende. Hybrid-Cloud-Umgebungen, cloudfähigere Middleware-Produkte sowie Mobile- und IoT-Lösungen sind bei Littles Überlegungen ebenfalls mit von der Partie.

Im Endeffekt läuft es für Little darauf hinaus, dass alle von ihm angeschnittenen Themen (mehr oder weniger scharf umgrenzte) Teilaspekte der Allgegenwärtigkeit der rechnergestützten Informationsverarbeitung (Ubiquitous Computing) darstellen. Somit kommt der von ihm diskutierte neue Stack potentiell über eine Vielzahl verschiedener Sprachen und Frameworks hinweg zum Einsatz. Unabhängig davon, ob man Enterprise-Anwendungen für mobile Geräte, die Cloud oder traditionelle Mainframes entwickelt sollte er, so Little, möglichst ausgereift, vielfältig skalierbar, zuverlässig und offen sein.

Aufmacherbild: future technology. touch button inerface illustration on blue background von Shutterstock.com / Urheberrecht: Sergey Nivens

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