Ortsbezogene Eclipse-Technologien in Hamburg vorgestellt

LocationTech Tour 2014

Frank Gasdorf, Marco Pöhler, Philip Wenig
© Frank Gasdorf

Hamburg ist nicht nur eine schöne Stadt, sondern scheint mittlerweile auch eine gewisse Anziehungskraft auf Eclipse-Entwickler und -Technologien auszuüben. Neben den regelmäßigen Eclipse DemoCamps und Hackathons kann sich die Metropole nun ein neues Abzeichen ans Revers stecken: Sie war der deutsche Veranstaltungsort der LocationTech Tour 2014, die am 23. Oktober dort Halt machte.

Was passt zu wegweisenden Technologiethemen besser als das futuristisch anmutende Gebäude der Nordakademie (s. Aufmacherbild), die freundlicherweise einen Veranstaltungsraum zu Verfügung stellte? Und der war mit den rund 35 Teilnehmern auch gut belegt.

Beispiel Frühwarnsysteme 

Andrew Ross von der Eclipse Foundation gab zu Beginn eine kurze Einführung in die Aufgaben und Ziele des Open-Source-Verbandes. Bei LocationTech handelt es sich um eine Arbeitsgruppe oder „Industry Working Group“ innerhalb der Eclipse Foundation. Wie man unschwer am Namen erkennen kann, beschäftigt sich dieser Industrieverband hauptsächlich mit ortsbezogenen Daten. Ein Beispiel: Jeder kann sich an die verheerenden Tsunamis im Indischen Ozean oder 2011 vor Japan erinnern. Um solche Katastrophen zu vermeiden bzw. die Folgen auf ein Minimum zu reduzieren, sind Frühwarnsysteme nötig, die ihre Sensordaten rechtzeitig an entsprechende Meldestellen weiterleiten. Diese Meldestellen verdichten die Daten und leiten daraus Warnungen und Evakuierungsempfehlungen ab. Und schon sind wir mitten im Thema.

Martin Hammitzsch vom GFZ (Deutsches Geoforschungszentrum Potsdam) lieferte einen schönen Vortrag über das Tridec System. Die Technologie zur Klassifizierung und Verarbeitung solcher Events wurde unter anderem auf der Basis der Eclipse Rich Client Platform und uDig umgesetzt.

Tridec System

Es muss nicht immer Google sein

Mit GraphHopper (https://graphhopper.com) wurde eine Open-Source-Lösung zur Berechnung und Anzeige von Routen vorgestellt, die auf Basis von OpenStreetmap-Daten Strecken in wenigen Millisekunden berechnen kann und als Alternative zu anderen Routing-Diensten keine Wünsche übrig lässt. Wir hatten das Glück, dass uns der Entwickler des Systems, Peter Karich, eine tolle Live-Demo zu seinem Produkt geben konnte. Hier gilt: Es muss nicht immer Google sein.

Aber natürlich spielt Google Maps auch seine Stärken aus, wenn es um das Anzeigen und Parsen von Georeferenzdaten geht. Dazu konnte Marco Pöhler von der Google Developer Group Hamburg auch einen schönen Einblick liefern. Sehr interessant war auch der Vortrag von Falko Schmid mit einem Überblick, wie Karten benutzerfreundlicher und intuitiver dargestellt werden können und wie in der Zukunft die Interaktion mit Karten aussehen könnte. Neben der Anzeige von Karten und georeferenzierten Informationen mithilfe von Webtechnologien gibt es auch eine reiche Anzahl an Desktopanwendungen, die das Verarbeiten und die Darstellung solcher Daten unterstützen. So konnten Erdal Karaca mit Geoff und Karin Patenge (Oracle) unter anderem mit uDig interessante Beispiele zur Verwendung dieser Plattform zeigen. An dieser Stelle gilt Oracle auch der Dank für die gesponserten Getränke.

Den Abschluss fand die Vortragsreihe mit der Vorstellung von GeoGig, einer Art Git für die verteilte und versionierte Verwaltung von Geodaten, vorgestellt von Frank Gasdorf.

Geodaten zum Mitmachen

Jeder Interessierte ist eingeladen mitzumachen, da es sich um Open-Source-Projekte bei der Eclipse Foundation handelt. Die Vogella GmbH verloste insgesamt fünf von Lars Vogels Büchern, darunter „Contributing to the Eclipse Project“, zu dem Simon Scholz eine schöne Einführung gab mit der Bilanz:  Mitmachen lohnt sich. Das Dabeisein hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir sind sicher, dass auch die nächste LocationTech Tour wieder in Hamburg Halt machen wird.

Geschrieben von
Frank Gasdorf
Frank Gasdorf
Frank Gasdorf hat Geomatik in Hamburg studiert. Als GIS Professional und Softwareingenieur entwickelt er Systeme zur Verarbeitung and Analyse räumlicher Informationen. Er ist aktives Mitglied im Project Steering Committee des Open-Source-GIS-Projekts uDig (http://udig.refractions.net) sowie im PMC in der Eclipse LocationTech (www.locationtech.org) Working Group.
Marco Pöhler
Marco Pöhler
Marco Pöhler lebt und arbeitet in Hamburg. Es ist leidenschaftlicher Softwareentwickler. Seine Themenschwerpunkte liegen auf googlebasierten Webtechnologien und im Online-Marketing.
Philip Wenig
Philip Wenig
Dr. Philip Wenig ist Gründer der Open-Source-Software OpenChrom (http://www.openchrom.net) und Geschäftsführer der Lablicate UG (http://lablicate.com). Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung von Software für den Bereich der Chromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS). Darüber hinaus beteiligt sich seine Firma Lablicate UG aktiv an der Science Working Group (WG) der Eclipse Foundation (http://science.eclipse.org).
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