Version 5.2 ist draußen!

Liferay: Macht hoch die Türen

Frank Pientka

Portal-Content, Teamzusammenarbeit und -kommunikation wachsen für Enterprise-2.0-Anwendungen mit Liferay 5.2 zusammen.

Nach langem Warten ist nun die Liferay Portal Standard Edition 5.2 (LPS) erschienen. Da diese Version auch die Basis für die kommerzielle Variante der Enterprise Edition (LPE) darstellt, die Liferay als Abo mit Wartung und Support anbietet, enthält sie einige wichtige Fehlerkorrekturen und Erweiterungen. Bevor Liferay das erste Mal gestartet wird, sollte die Heap-Größe hochgesetzt werden. Als Mindestvoraussetzung wird Java 5.0 benötigt, das auch schon als fertige SUN JRE in der Tomcat-Distribution mitgeliefert wird.

In Liferay Portal 5.2 wurde die Konfiguration der Datenbankverbindungen vereinheitlicht. So können die Datenbankverbindung in der portal(-ext).properties-Datei geändert oder im Liferay Entwicklungs-Extension-Environment den Namen der Datenquelle in der Spring-Datei META-INF/ext-spring.xml definiert werden. Die Datenquelle selbst legt man dann im Applikationsserver an, so lassen sich auch dessen erweiterte Funktionalitäten nutzen.

Nach Start des Servers wird die Anmeldeseite im Browser geöffnet. Als Erstes fällt auf, dass die Oberfläche mit dem neuen Theme aufgeräumter und moderner wirkt. Es erinnert einwenig an die Oberfläche von der Liferay-Variante von Sun WebSynergy bzw. GlassFish Web Space Server. Um die verschiedenen Funktionalitäten (WCM, Blog, Wiki, Forums) kennen zu lernen wird die Webseite der fiktiven Firma 7Cogs als Demobeispiel mitgeliefert. Dazu melden Sie sich mit dem Demobenutzer bruno@7cogs.com, der auch Portaladministrator ist, und dem Passwort bruno an.

Gerade das Portlet für die Systemverwaltung wurde stark überarbeitet, sodass die Arbeit des Administrators vereinfacht wird. Dabei wurden die Funktionalitäten von bisher zwei Admin-Portlets an einer Stelle vereinheitlicht. Bei der Benutzerverwaltung können weitere Attribute zur Beschreibung der Benutzer angelegt werden. Für die Pflege der Demoseite mit dem Web Content Management Portlet (ehemals Journal) ist die Erstellerin Michelle und der Herausgeber Richard zuständig. Es ist auch möglich, das Demobeispiel später zu entfernen oder alternativ die Portaldatenbank mit dem minimalen Inhalt manuell anzulegen.

Eine nützliche Funktion, die die Entwicklung mit Liferay vereinfacht ist, die Möglichkeit, den Server mit einer eigenen Konfigurationsdatei (portal-developer.properties) zu starten. Damit wird u. a. der Cache und das optimierte Laden von CSS- und JavaScript-Code ausgeschaltet, was das Testen von eigenen Änderungen vereinfacht und beschleunigt. Die schon im Produkt Liferay Social Office vorhandene Unterstützung des Microsoft-SharePoint-Potokolls ist jetzt auch in Liferay SE vorhanden. Damit bietet sich Liferay als plattformunabhängige SharePoint-Alternative zum verteilten Austausch und Bearbeiten von Dokumenten an.

Der Einstieg in den Bereich Teamkollaboration und -kommunikation wird durch die integrierten Message-Board-, Wiki-, Blog- und Forum-Funktionalitäten erleichtert. Deren Inhalt kann alternativ als HTML, WAP, PDF, DOC, TXT oder RTF dargestellt werden.

Das Aussehen des Portals kann sehr einfach live über Themes verändert werden. Dazu stehen für die aktuelle Version mehr als 50 fertige zusätzliche Themes als Plug-in zur Verfügung. Über die große Anzahl von fertigen Portlet-Plug-ins, die auch mit der aktuellen Version verwendet werden können, kann die Funktionalität jedes Liferay-Portals erweitert werden.

Das Warten auf die neue Liferay-Version hat sich gelohnt. Ebenso trägt die Kooperation mit Sun in der Bedienbarkeit und Stabilität des Produkts erste Früchte. Nachholbedarf besteht jedoch nach wie vor bei den Informationen und der Werkzeugunterstützung für Entwickler. Die aktuelle Version bietet einen guten Ausblick, wohin die Entwicklung von Liferay in Zukunft geht, stärker in Richtung eines vorkonfigurierten Portals für Anwender als für Entwickler.

Für den produktiven Einsatz sollte man jedoch auf die Nachfolgerversion 5.2.1 warten, da dafür ca. 200 offene Punkte gemeldet sind und dann auch ein aktualisiertes Handbuch zur Verfügung stehen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Demoanwendung, die Handbücher und die Migrationsanleitung im Netz für die aktuelle Version aktualisiert sein werden. Doch auch jetzt schon kann man die kleinen, aber feinen Verbesserungen, vor allem hinsichtlich Stabilität, auch für den produktiven Einsatz nutzen.

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Frank Pientka
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