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Smartwatch und Phone: Bisher nur mit-, bald auch ohne-einander?

Google aktualisiert Android Wear: Das Smartphone kann zu Hause bleiben

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Jan Jirous

LG hat mit dem Launch seiner LG Watch Urbane 2nd Edition LTE angekündigt, dass die Uhr auch vom Mobilfunknetz Gebrauch machen kann, welches für das Smartphone genutzt wird. Damit dürfte das Smartphone zu Hause bleiben – Anrufe und Nachrichten könnten über das Netz empfangen und versendet werden, so das Versprechen. Der Support für die Sprachausgabe und diese eigenständige Verbindung mit dem Mobilfunknetz sind Anzeichen für ein baldiges Android-Wear-Update.

In einer Pressemitteilung hat LG den Launch der LG Watch Urbane 2nd Edition LTE bekannt gegeben und weist darin explizit auf deren Eigenständigkeit hin: Über die Netzverbindung des Mobilfunkanbieters sei die Uhr in der Lage, Anrufe entgegen zu nehmen und Nachrichten zu beantworten. Das gekoppelte Smartphone muss mindestens über Android 4.4 oder iOS 7.0 verfügen, wobei sich die verfügbaren Features unterscheiden können.

Momentan gehört zum Gebrauch einer Smartwatch ein Smartphone zwingend dazu. Das Smart Wearable wird über eine Companion-App synchronisiert und kann auch nur für Kommunikationszwecke genutzt werden, wenn das gekoppelte Smartphone in der Nähe ist. Mit dem Launch der LG Watch Urbane 2 wird auf dem Android-Blog jetzt versprochen: „Say goodbye to bulky pockets“, denn die zusätzliche Mitnahme eines Smartphones würde obsolet.

Aber was genau bedeutet das für die Uhr?

Wenn eine Synchronisation über den Netzbetreiber möglich ist, was unterscheidet diese in ihrer Eigenständigkeit von einem Smartphone? Natürlich bleiben die Möglichkeiten auf einer Smartwatch eingeschränkt, schließlich gibt es bisher keine besonders attraktive Lösung für die Eingabe von Wörtern – hier muss man entweder diktieren oder sich zwischen schon festgelegten Antwortalternativen innerhalb der App entscheiden. Und auch wenn man in einer News-App einen spannenden Titel auswählt, heißt es nach 2 bis 3 Zeilen: „Lesen Sie den vollständigen Artikel auf …“. Damit ist klar: Die Beschaffenheit des Smartphones ist eben eine ganz andere, als die der Uhr.

Durch den unabhängigen Gebrauch der beiden Geräte können aber ganz unterschiedliche Applikationswelten entsehen, die auf diese Beschaffenheit der Geräte zugeschnitten sind. So könnte sich die Smartwatch, innerhalb dieser Applikations- und damit Funktionswelt zu einem vergleichbar eigenständigen Gerät entwickeln, wie das Smartphone. Man erinnere sich: Zu Beginn der Mobilfunk-Ära musste man auch sein Handy für einige Funktionen an einen Computer anschließen.

Steht ein Android-Wear-Update kurz bevor?

Kürzlich berichteten wir von einer möglichen Unterstützung der Sprachausgabe in Android Wear. In einigen aktuell erhältlichen oder bald zur Verfügung stehenden Uhren sind bereits Lautsprecher entdeckt worden, welche aber noch im Dornröschenschlaf ruhen – schließlich unterstützt Android Wear in der aktuellen Version noch keine Sprachausgabe. Mit einer möglichen Nutzung des Mobilfunknetzes verdichten sich die Anzeichen für ein baldiges Update des Betriebssystems für Wearables.

Unklar bleibt, wie die Umsetzung auf Seiten der Hardware aussehen könnte: Braucht man eine zusätzliche SIM-Karte für seine Smartwatch? Auf Reddit findet bereits eine rege Diskussion über die Ankündigung von LG statt:

Die Emanzipation der Smartwatch dauert wohl noch etwas. Gerade der Einwand, dass eben sowohl Smartphone als auch Smartwatch mit dem Mobilfunknetz verbunden sein müssen – man also sein Smartphone nicht abschalten sollte, auch wenn es zu Hause bleibt – zeigt, dass sie immer noch abhängig voneinander sind.

Laut offiziellem Android-Blog ist bisher nur die LG Watch Urbane 2nd Edition LTE, die am Freitag gelauncht wird, in der Lage, das Mobilfunknetz zu nutzen.

Aufmacherbild: Communication Tower von Shutterstock / Urheberrecht: Jan Jirous

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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