Lässt sich der Open-Source-Entwicklungsstil auf Enterprise-Niveau skalieren? Tasktop Sync 3.0

Hartmut Schlosser

Die Version 3.0 des ALM-Werkzeugs Tasktop Sync ist erschienen. Das Tool basiert auf dem in Eclipse integrierbaren Task-Manager Mylyn, zielt aber darauf ab, auch solche Stakeholder mit in den Application Lifecycle Managment (ALM) Prozess zu integrieren, die typischerweise nicht mit IDEs arbeiten. Gemeint sind Instanzen wie Projekt-Manager, QA-Abteilung, Produktionsabteilung oder Kundenservice, die im Enterprise-Bereich oft getrennt von den Entwicklern und vor allem von deren Tooling-Umgebung operieren.

Tasktop-Gründer Mik Kersten veranschaulicht die Problemlage mit einem Vergleich zwischen Open-Source- und Enterprise-Entwicklung. In OS-Projekten stellt oft der Issue Tracker die zentrale Stelle für Entwicklung, Support, Quality Management und Planung dar. Projektleiter erhalten dort beispielsweise Anfragen und Bugmeldungen von Usern, die direkt als „Issues“ an die Entwickler weitergeleitet werden können.

Im Enterprise-Umfeld schieben sich nun zwischen Entwicklungsabteilung und Kundenfeedback oft SLAs (Service Licence Agreements) oder ITIL-Prozesse, sodass etwa das Kundenmanagement über separate Help Desk Tools abgewickelt wird. Die Echtzeitkommunikation zwischen Kundenmanagern und Entwicklern ist dahin, oft wird auf ineffiziente Kanäle wie E-Mails oder Meetings zurückgegriffen.

Die Zielrichtung von Tasktop Sync wird jetzt deutlich: die Synchronisation der im Enterprise-Umfeld diversifizierten Tooling-Umgebung über Abteilungsgrenzen hinweg. Die Version 3.0 bringt hier die Unterstützung von ITSM-Artefakten (IT Service Management) und die Integration der beiden Service Desk Tools ServiceNow und JIRA Service Desk. Etwa können für Help Desk Tickets, die vom Kundenservice als „Problem“ markiert wurden, nun automatisch Issues im Issue Tracker der Entwickler und/oder im Quality Management System der QA-Abteilung erzeugt werden. Die Synchronisierung bei Statusänderungen erfolgt bidirektional, sodass alle Instanzen in Echtzeit und ohne zusätzlichen Kommunikationsoverhead Up-to-Date bleiben.

Als weiteres Feature werden in Tasktop Sync 3.0 nun Templates unterstützt, die dabei helfen sollen, eine große Anzahl von Projekten mit verschiedenen Schemata und Mappings im Griff zu behalten. Zur Verfügung stehen diese Neuerungen für Eclipse und Visual Studio.

Ebenfalls neu an den Start bringt Tasktop ein Beta-Programm für das neue Tasktop Connenctor SDK. Dieses bringt, im Gegensatz zum Open Source Mylyn SDK, den Support für den Echtzeit Lifecycle-Bus von Tasktop Sync. Existierende Mylyn-Konnektoren werden erkannt, sodass sich hier wohl ein weicher Upgrade-Pfad vom quelloffenen Mylyn auf das kommerzielle Tasktop Sync ergeben soll. Anmelden kann man sich für das Beta-Programm auf der Projektseite, wo auch ein Trial für Tasktop Sync zum Download bereit steht.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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