Landkarten dolmetschen zwischen Business und IT

Dabei analysiert ein Businessanalyst aus der IT-Abteilung oder ein extern hinzugezogener zunächst, welche Funktionen bestimmte Geschäftsprozesse erfüllen, welche Personen sie ausführen und welche Fachdaten benötigt werden. Die gesammelten Informationen bildet er anschließend in dem BPRE-Werkzeug ARCWAY Cockpit in einer allgemeinen Fachlandkarte aus einfachen grafischen Symbolen ab. In einem nächsten Schritt wird diese Fachlandkarte mit der Fachabteilung diskutiert und verfeinert, wobei die technische Sicht außen vor bleibt. Wo es für das Verständnis notwendig ist, können außerdem detaillierte Prozessmodelle in Form von ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) erstellt oder aus dem weit verbreitetem BPM-Werkzeug ARIS von IDS Scheer importiert werden.

Fachanwender und IT-Spezialisten finden eine gemeinsame Sprache

Um das Umsetzen von Prozess-Know-how in ein prozessnah operierendes Fertigungsmanagementsystem speziell für die Folienindustrie ging es 2007 bei dem Maschinenbauer Brückner. „Unser großer Vorteil bei der Entwicklung einer Lösung zur Produktionskontrolle und -steuerung in Echtzeit ist, dass wir die Produktionsprozesse bis ins Detail kennen. So war schnell klar, was das Basisframework dafür enthalten sollte“, sagt Ing. Werner Kröter, Abteilungsleiter Automation bei Brückner. Trotzdem sollte das Anforderungsmanagement erstmals mit einem professionellen Werkzeug betrieben werden. „Grafiken sind weniger komplex und daher im Projektverlauf wesentlich leichter zu pflegen als auswuchernde Word-Pamphlete“, weiß Kröter – spätestens seit Brückner das Landkartenkonzept einsetzt. Während UML- oder BPEL-Modelle für die Abstimmung zwischen Fach- und IT-Seite oft zu technisch und zu kompliziert sind, kommunizieren er und seine Kollegen über die Landkarten bis heute gut miteinander. „Mit Cockpit-Landkarten konnten sich alle Projektbeteiligten, auch ohne detailliertes IT-Wissen zu haben, erst einmal ganz auf die fachliche Sicht konzentrieren. Dadurch, dass sich in den Landkarten jeder wiedergefunden hat, hat sich rasch eine produktive Diskussion ergeben“, erinnert er sich. Gleich in den Teamsitzungen wurden dabei die allgemeinen Maschinen- und Produktionsprozesse und die damit verbundenen Anforderungen an das Basisframework in Cockpit modelliert.

Fachlandkarte

Ganz allgemein gilt: Ist ein Konsens mit der Fachabteilung erzielt, sieht BPRE vor, dass die IT-Abteilung die Systemarchitektur der von einem Projekt betroffenen Anwendungen und Datenbanken in einer Anwendungslandkarte modelliert. Damit repräsentieren die unterschiedlichen Landkarten die Sichtweisen der verschiedenen Beteiligten und sorgen dafür, dass die Kommunikation nicht wie sonst üblich durcheinandergeht. Darüber hinaus lassen sie sich in einem integrierten Modell zusammenführen, das sich während der konzeptionellen Arbeit an einer IT-Lösung immer weiter ausdifferenziert. Besonders hilfreich ist für Anwender dabei, dass zusammenhängende Informationen durch einen Mausklick sofort sichtbar werden. Aus den Landkarten lassen sich Teilprozesse oder einzelne Anforderungen auswählen und samt Abhängigkeiten näher betrachten oder bearbeiten. Dabei bleiben sie auf der obersten Ebene mit den Übersichtsdarstellungen verbunden.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.