Wochenrückblick KW 10

Lagom, Ärger bei Oracle und Viva la Revolución mit Eclipse Che – unsere Top-Themen der Woche

Dominik Mohilo

©Shutterstock/Bohbeh

Viel Neues gab es in der letzten Woche aus Virginia in den USA zu hören, wo die diesjährige EclipseCon NA stattfand. Neben dem Initial Release von Eclipse Che, der selbsternannten Zukunft der IDEs, kündigte Microsoft an, der Eclipse Foundation beizutreten. Außerdem im Wochenrückblick: Warum es bei Oracle Ärger gibt und alle Informationen über Lagom, Apache Flink und Byte Buddy.

Microsoft tritt der Eclipse Foundation bei

Wie auf der EclipseCon NA 2016 bekannt gegeben wurde, tritt Microsoft nun offiziell der Eclipse Foundation als „Solution Member“ bei. Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Google gibt nach

Wer entscheidet, ob ein Link, der bei Google angezeigt wird, noch relevant und aktuell ist? Man sollte meinen, dies entscheidet die Person, über die auf der Ziel-Webseite geschrieben wird. Doch weit gefehlt – das sogenannte „Recht auf Vergessenwerden“ existiert nur theoretisch.

Wie Google ankündigte werden Links zu etwa veralteten Inhalten (nach der Bitte auf Entfernung durch den Betroffenen) nun in den Suchergebnissen von Google.com und seinen europäischen Ablegern gefiltert, sollte die Suchanfrage aus Europa kommen. Wirklich vergessen ist der Inhalt damit allerdings nicht: Suchanfragen aus anderen Ländern oder von verschlüsselten Verbindungen aus bringen auch die aus Europa nicht mehr erreichbaren Informationen auf den Bildschirm.

Flink 1.0

Das Open-Source-Projekt Apache Flink erreichte letzte Woche seine erste Hauptversion. Im quelloffenen Streamprozessor, an dem mehr als 150 Committer mitwirkten, wurden mit dem Update etwa 450 JIRA-Issues behoben. Doch auch die Monitoring-Funktionalität wurde verbessert, sodass das Job Submitting künftig über das Web-Interface erledigt werden kann. Nutzer, die schon immer Zustand-Checkpoints während eines laufenden Streaming-Jobs erstellen wollten, werden sich über das neue Feature Savepoints freuen, das Flink um diese Funktion erweitert. Die umfangreiche Dokumentation von Apache Flink hilft beim Einstieg und beinhaltet sämtliche relevante Informationen.

Byte Buddy 1.3

Mit dem aktuellen Update (1.3) wurde Byte Buddy um einen neuen Advice-Adapter für ObjectWeb ASM erweitert. Die Java-Programmbibliothek dient der Bytecode-Analyse und -Veränderung. Außerdem wurde die Attach-Funktionalität von Byte Buddy für die ordnungsgemäße Arbeit auf der virtuellen Maschine IBM J9 fit gemacht.

Die unter der Apache-2.0-Lizenz stehende Codegenerierungsbibliothek kann über GitHub heruntergeladen werden, ein praktisches Tutorial für Byte Buddy findet sich auf der Webseite des Projektes.

Viva la Revolución: Eclipse Che 4.0

Nicht weniger als die Evolution und die Zukunft von IDEs kündigte das Projekt Eclipse Che an:

Ob dieses Versprechen eingehalten wurden, muss jeder Entwickler für sich selbst entscheiden, doch sicher ist, dass Eclipse Che in seiner aktuellen Version (4.0), mit der es den Inkubator verlassen hat, einige sehr interessante Features mit sich bringt: So kann Che zum Beispiel als Workspace Server gehostet werden, wodurch ein gemeinsamer Zugriff auf Programmierservices durch Workspaces und Entwicklerteams möglich ist. Durch die vielfältigen Zugriffsmöglichkeiten, etwa über Browser oder APIs, sind die neuen Workspaces sehr mobil: Perfekt für das Entwickeln an jedem Ort, zu jeder Zeit. Sogenannte Stacks machen es außerdem möglich, Projekte für jede Programmiersprache und jedes Framework zu erstellen.

Android N: Erste Developer Preview

Wird das neue Android N überhaupt neue Funktionen enthalten und wie ausgereift werden sie sein? Die Entscheidung Googles zukünftig auf OpenJDK 8 zu setzen warf einige Fragen bei der wartenden Community auf, denn ein Austausch der API-Implementierung ist kein Pappenstiel.

Die nun veröffentlichte erste Developer Preview zeigt allerdings, dass wenig Grund zur Sorge besteht. Auch wenn die aktuelle Preview noch nicht sämtliche Java 8 Features unterstützt, sind vor allem die vielgewünschten Lambda Expressions bereits verfügbar, die durch den neuen Jack Compiler auch mit vorhergehenden Android-Versionen kompatibel sein werden.

Die geplante Weiterentwicklung des Doze-Modus, der neue Multi-Window-Modus für die Darstellung von zwei Apps nebeneinander und die Möglichkeit einer direkten Antwort auf eine Notification geben wenig Anlass zur Furcht vor Stagnation des Android OS. Bis zum Final Release, das für das dritte Quartal diesen Jahres geplant ist, soll es nun alle vier bis sechs Wochen eine neue Preview geben.

Ärger bei Oracle

Zahlreiche Java-Evangelisten mussten in der jüngsten Firmengeschichte Oracles ihren Hut nehmen. Nun hat Reza Rahman das Unternehmen ebenfalls verlassen – und die Aussagen auf seiner persönlichen Webseite lesen sich nicht so, als wäre dies im Guten passiert. Seine Skepsis gegenüber Oracle sei exponentiell gestiegen, nachdem sein Kollege Cameron Purdy (ehemaliger Vizepräsident der Entwicklungsabteilung bei Oracle) entlassen wurden, sagt Rahman.

Die Zukunft der einstigen Gallionsfigur von Oracle sieht er selbst in der Zusammenarbeit mit der Java-EE-Community, der er sich nun wieder voll und ganz widmen möchte.

Project Tango

Mit Project Tango soll die Umgebung digital erfasst und mit den gesammelten Daten der Raum dreidimensional abgebildet werden – in Echtzeit. Damit könnte man sein eigenes Heim in 3D vermessen, etwa um exakt passende Möbel zu kaufen. Auch die Indoor-Navigation ohne GPS durch Gebäude (zum Beispiel Museen) könnte dadurch verbessert werden oder das eigene Wohnzimmer als Teil eines 3D-Spiels fungieren.

Warum gerade jetzt der Durchbruch für die bisher nicht so recht ankommende Technologie „Augmented Reality“ gekommen sein könnte? Im Interview mit uns sagt Dominik Helleberg von der inovex GmbH dazu:

5665b5ed729ae420206474f8version75sizefullJa, mal wieder wird Augmented Reality ein „Hype“. In einigen Bereichen funktioniert es auch schon seit Längerem ziemlich gut. Allerdings wurden uns auch schon vor Jahren Anwendungen versprochen, die bis heute nicht richtig funktionieren – vor allem, weil die Smartphones bisher nicht in der Lage waren, ihre reale Umgebung hinreichend genau zu erfassen.

Lagom

Ein neues Microservice-Framework hat das Licht der Welt erblickt: Lagom. Das auf Play und Akka basierende quelloffene Framework kann seit letzter Woche über GitHub heruntergeladen werden und soll es Entwicklern ermöglichen, Microservice-basierte Anwendungen leichter zu bauen. Dabei soll der Fokus nicht etwa auf der Erstellung einzelner Microservices liegen, sondern vielmehr auf große, verteilte Microservice-Systeme abzielen.

Lagom diene dazu, so die Entwickler des reaktiven Frameworks, die Art und Weise neu zu definieren, wie Java-Entwickler Microservice-basierte Anwendungen bauen.

Ein Blick in die Glaskugel

In dieser Woche widmen wir uns mit dem JAX Track of the Week dem Thema Microservices. Zur Einstimmung darauf haben wir acht Experten mit der Frage konfrontiert: „Warum eigentlich Microservices?“ Im großen Expertencheck sprechen zahlreiche Speaker der JAX 2016 über die Vor- und Nachteile von Microservices und wie sehr sie die Unternehmen beeinflussen.

Aufmacherbild: Newspapers folded and stacked von Shutterstock / Urheberrecht: Bohbeh

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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