Welche Regeln sollen für ethisch vertretbare KI gelten?

Künstliche Intelligenz: EU-Kommission präsentiert die nächsten Schritte ihrer KI-Politik

Florian Roos

© Shutterstock / GarryKillian

Die EU-Kommission hat die nächsten Schritte für die Umsetzung ihrer KI-Strategie erläutert. Ein Gremium aus Fachleuten hat unter anderem Kernanforderungen für ethische KI aufgestellt. Im Sommer 2019 soll ein Pilotprojekt starten.

Innerhalb von zehn Jahren sollen EU-weit jährlich 20 Milliarden Euro in künstliche Intelligenz (KI) investiert werden. Das ist eines der Ziele der Europäischen KI-Strategie. Erhöhtes Vertrauen der Menschen in künstliche Intelligenz gehört ebenfalls dazu. Im Rahmen der Strategie ist nun die Überprüfung von Anforderungen für KI-Systeme anhand einer Bewertungsliste vorgesehen. Sowohl die Bewertungsliste als auch die Anforderungen wurden von der sogenannten hochrangigen Expertengruppe formuliert.

Die hochrangige Expertengruppe besteht aus 52 Vertretern aus Forschung, Gesellschaft und Industrie. Unter ihnen finden sich beispielsweise Pekka Ala-Pietilä (Aufsichtsratsmitglied, SAP), Wilhelm Bauer (Direktor, Fraunhofer Insititute for Industrial Engineering) und zahlreiche Professoren verschiedener europäischer Universitäten. Aufgabe dieses Gremiums ist die Beratung der EU-Kommission zu KI-Themen, inklusive der Formulierung von Vorschlägen für gesetzgeberische Maßnahmen in diesem Kontext.

Anforderungen für vertrauenswürdige künstliche Intelligenz

Zu den Anforderungen an vertrauenswürdige KI-Systeme gehören die Unterstützung menschlichen Handelns ohne Eingriffe in die Autonomie des Einzelnen, Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht für die Ergebnisse von KI-Systemen und die Vermeidung diskriminierender KI. Im Sommer 2019 sollen diese Anforderungen im Rahmen eines Pilotprojektes überprüft werden.

An der Pilotphase können alle Mitglieder der Europäischen KI-Allianz teilnehmen. Laut EU-Kommission können sich Unternehmen, öffentliche Verwaltungen und andere Organisationen dieser Allianz anschließen, um an der Pilotphase teilzunehmen. Den genauen Starttermin sollen die Mitglieder der Europäischen KI-Allianz zu gegebener Zeit erfahren. Für Anfang 2020 ist die Auswertung der Ergebnisse dieser Pilotphase sowie die darauf aufbauende Formulierung weiterer Vorschläge durch die Experten vorgesehen.

Neben diesen Bemühungen um die Steuerung der Entwicklung von künstlicher Intelligenz sucht die EU den Schulterschluss mit internationalen Partnern, als Beispiele werden Japan, Kanada und Singapur angeführt. Die vollständigen Kernanforderungen an vertrauenswürdige KI und weitere Informationen zur Europäischen KI-Strategie stehen auf der Website der EU-Kommission zur Verfügung.

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Florian Roos
Florian Roos ist Redakteur für Software & Support Media. Er hat Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt studiert und erste redaktionelle Erfahrungen in den Bereichen Games und Consumer-Hardware gesammelt.
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