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Interview mit Bastian Hofmann

Kubernetes: „Viele Entscheidungen werden einem abgenommen“

Thomas Petzinna

© Shutterstock / Travel mania

Wer Docker nutzt und seine Anwendungen skalieren möchte, braucht eine effiziente Lösung, um die Container-Landschaft zu managen. Hier kommt Kubernetes als Container-Orchestrierungssystem ins Spiel. Anlässlich der IPC 2018 sprachen wir mit Bastian Hofmann (SysEleven), der die Session „Getting started with Kubernetes“ halten wird.

JAXenter: Kubernetes ist die führende Plattform zum „Orchestrieren“ von Containern, worunter man nicht nur das Ausrollen, sondern auch das „Bewegen“ von Containern zur Laufzeit versteht. Kannst Du noch einmal kurz zusammenfassen, was Kubernetes in Zusammenhang mit Docker unverzichtbar macht?

Bastian Hofmann: Kubernetes nimmt einem einige aufwendige und schwierige Aufgaben und Entscheidungen ab. Es entscheidet selbst, welche Container auf welchen Servern laufen sollen und re-scheduled Container automatisch, falls einmal ein Server ausfällt. Auch Zero-Downtime Deployments oder automatische, horizontale Skalierung werden von Kubernetes abgedeckt, wodurch man sich mehr der Entwicklung der eigenen Apps und Services widmen kann, anstatt sich mit Deployment-Skripten und Automatisierungstools zu beschäftigen. Und da Kubernetes Open Source ist und auf verschiedensten Plattformen läuft, schafft es einen Standard, der den typischen Lock-in-Effekt sowie die hohe Lernkurve bei der Nutzung klassischer Cloud-Provider vermeidet.

Wenn man dann noch auf Managed-Kubernetes-Lösungen wie die Google Kubernetes Engine (GKE) oder SysEleven MetaKube setzt, wird einem sogar das Installieren, Verwalten und Updaten des Clusters abgenommen.

JAXenter: Welche aktuellen Kubernetes-Deployment-Werkzeuge sind besonders hilfreich?

Bastian Hofmann: Kubernetes bring out-of-the-Box schon sehr gute Werkzeuge für Rolling-Deployments oder Stateful Services mit, aber auch um Kubernetes herum hat sich ein großes Ökosystem an hilfreichen Tools entwickelt, z. B.:

  • Helm, ein Paketmanager für Kubernetes, der es ermöglicht, mit einem kurzen Befehl Tools wie z. B. MySQL, WordPress, Jenkins, Gitlab aber auch eigene Services in verschiedenen Umgebungen zu installieren
  • Telepresence, ein Tool, das die lokale Entwicklung mit Kubernetes erleichtert
  • Oder auf Kubernetes spezialisierte CI/CD Tools wie Knative oder Forge
  • Auch Gitlab CI hat eine gute Kubernetes Integration

JAXenter: Welche Möglichkeiten bietet Kubernetes im Zusammenspiel mit der quelloffenen Plattform Cloud Foundry bei Enterprise-Anwendungen?

Bastian Hofmann: Mit der Cloud Foundry Container Runtime bekommt man einen standard-konformen Kubernetes Cluster. Dies reduziert den Lock-in-Effekt und die Lernkurve bei neuen Kollegen, da man mit den gleichen APIs und Interfaces seine Container auch bei anderen Kubernetes Cloud Providern deployen kann.

JAXenter: Die Lernkurve bei der Implementierung von Docker und Kubernetes ist hoch. Warum lohnt es sich trotzdem, auch als kleine Unit, sich mit diesem Entwicklungsmodell auseinanderzusetzen?

Bastian Hofmann: Durch die mittlerweile hohe Verbreitung von Docker und Kubernetes und die Möglichkeit, es auf verschiedensten Plattformen einzusetzen, wird ein Standard geschaffen, wodurch man nur einmal lernen muss, wie Kubernetes funktioniert, und nicht für jeden Cloud Provider neue Tools und APIs braucht. Dadurch wird auch die Migration zwischen Providern oder der parallele Einsatz unterschiedlicher Provider z. B. zur Kostenminimierung erleichtert.

JAXenter: Ende August wurde verkündet, dass Google die Pflege der Infrastruktur nun offiziell an die CNCF-Community übergeben hat und zudem Cloud-Ressourcen im Wert von neun Millionen US-Dollar gespendet hat. Was meinst Du – eine richtige Entscheidung?

Bastian Hofmann: Die Entscheidung zeigt einmal mehr, dass Kubernetes ein Projekt ist, das mittlerweile unabhängig von Google ist. Man kann Kubernetes auf verschiedensten Plattformen einsetzen, und am Code selber arbeiten bereits über 1.800 Contributer von unterschiedlichsten Firmen und Organisationen.

Vielen Dank für dieses Interview!

Bastian Hofmann ist Systemingenieur bei SysEleven, einem Full-Service-Hosting-Unternehmen. Zuvor beschäftigte er sich bei ResearchGate, einem Social Network für Forscher und Wissenschaftler, mit Performance-, Monitoring-, Web-Security- und Entwickler-Projekten. Darüber hinaus spricht er häufig auf internationalen Konferenzen über Softwarearchitektur, Skalierung von Webanwendungen und offene Standards und Protokolle.

Geschrieben von
Thomas Petzinna
Thomas Petzinna
Thomas Petzinna studierte Wirtschaftskommunikation an der FHTW Berlin. Als Spezialist für strategisches Content Marketing, SEO und Social Media liegt sein Fokus darüber hinaus auf das Thema Digitalisierung. Bei Software & Support Media ist er als Redakteur für entwickler.de und das PHP Magazin zuständig.
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