Miau für Caturnetes!

Kubernetes 1.14: Orchestrierung für Windows-Container & Limitierte Prozess-IDs

Dominik Mohilo

© Shutterstock / aaabbbccc

Das erste Release für Googles Orchestrierungsplattform Kubernetes in diesem Jahr ist erschienen und bringt wichtige Verbesserungen und interessante neue Features. Zudem wurden zehn Funktionen, die zuvor noch experimentell waren, nun stabil und fertig für die Produktion.

Bereits im Vorjahr wurde im März das traditionell erste Update für Kubernetes vom Entwicklerteam der Plattform präsentiert, damals war es Version 1.10. Nach Adam Riese können sich Container-Enthusiasten in diesem Jahr wie gewöhnlich noch auf drei weitere Aktualisierungen freuen.

Kubernetes 1.14: Das ist neu

Insgesamt ist das 1.14er Release eines der größten bisher veröffentlichten, denn es ist vollgepackt mit Neuigkeiten, Verbesserungen und enthält zudem auch einige neue Features. Die wichtigsten Neuerungen wollen wir uns gemeinsam ansehen.

Finale Features

Datenbanken oder verteilte Dateisysteme? Wer damit arbeitet und auf eine gute Performance angewiesen ist, sollte auf persistenten lokalen Speicher setzen. Dies kann eine SSD sein, die vom Cloud-Provider bereitgestellt wird, aber auch eine einfache Festplatte, die am eigenen Serversystem angeschlossen ist. Remote Disks sind, wenn man ein Bare-Metal-System hat, zudem teurer. Außerdem ist es mit ihnen nicht möglich, verteilte Dateisysteme in Verbindung mit einem Bare-Metal-System zu provisionieren. Das Feature ist bereits seit Kubernetes 1.5 in Arbeit und nun endlich fertig für den Einsatz in der Produktion.

Neu ist auch die Möglichkeit, in kubectl die deklarativen Bearbeitungsfunktionen für Resource Config von kustomize zu verwenden. Das funktioniert via Flag (-k) oder mit dem kustomize-(Sub-)Kommando und lässt sich etwa für Befehle wie apply, get einsetzen. Nutzern steht es so offen, unter Verwendung Kubnernetes-nativer Konzepte die Resource Config in kubectl wiederzuverwenden und zu bearbeiten.

Nutzer, die in Windows-Umgebungen unterwegs sind, können sich ebenfalls freuen: Die Beta-Unterstützung für das Hinzufügen von Windows Nodes als Worker Nodes hat den experimentellen Status verlassen und ist produktionsfertig. Plain-Linux-Nutzer haben davon nichts, aber bedenkt man, wie weit verbreitet Windows in vielen Unternehmen ist, hat dieses Feature durchaus eine starke Berechtigung. Die aktuelle Kubernetes-Version kann daher als Orchestrierungsplattform für Windows-Container genutzt werden und enthält eine verbesserte Unterstützung für Pods, Service Types, Workload Controller und mehr.

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Willkommen: Beta-Funktionen

Als Feature mit Betastatus ist die Möglichkeit, das Erstellen von Prozess-IDs (PIDs) auf Linux-Hosts zu limitieren. K8s-Administratoren haben somit eine Sorge weniger, denn dies führte früher zu Problemen mit der Stabilität, auch wenn die Host-Maschine sonst einwandfrei funktionierte. Pro Pod lässt sich nun individuell ein Limit definieren – als Alpha-Feature kann auch eine Anzahl an erstellbaren PIDs pro Pod festgelegt werden.

Weitere Änderungen

kubectl hat ein neues Maskottchen, „kubee-cuddle“ ausgesprochen, und ein entsprechendes Logo. Die Dokumentation wurde im Zuge dessen ebenfalls komplett überarbeitet und hat nun Buchformat. Wer also Informationen zu kubectl benötigt, dem sei die Dokumentation wärmstens empfohlen.

Quelle: Die Kubernetes Community auf kubernetes.io

Ausblick

Wer weiß, vielleicht kommt ja sogar Kubernetes 2.0 in absehbarer Zeit? In der Roadmap auf GitHub gibt es jedenfalls nur noch offene Milestones für Kubernetes 1.15 bis 1.18 – wäre Kubernetes 1.18 der letzte Milestone vor dem nächsten Major Release, würde dieses im Sommer 2020 erscheinen. Natürlich ist das alles Spekulation, die Milestones 1.16 bis 1.18 sind praktisch leer und ein Umschichten dürfte problemlos jederzeit möglich sein. Was uns in der nächsten Version erwartet, findet sich im Milestone 1.15 auf GitHub, der bereits zu gut 15% fertiggestellt ist.

Weitere Informationen zu Kubernetes 1.14 gibt es auf dem Blog von Kubernetes und im Blog-Beitrag von Doug Tidwell.

PS:

Achja, das 43-köpfige Release-Team unter der Egide von Aaron Crickenberger hat Kubernetes 1.14 den Spitznamen „Caturnates“ gegeben. Auch das sollte nicht unerwähnt bleiben. Happy Orchestrating!

Quelle: Die Kubernetes Community auf GitHub

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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