Wofür wird die Programmiersprache eingesetzt?

Wofür Kotlin am häufigsten genutzt wird: Die Ergebnisse des Kotlin Census 2018

Florian Roos

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Viele Entwickler arbeiten erst seit kurzer Zeit mit der Programmiersprache Kotlin. In über der Hälfte der Fälle wird die Sprache plattformübergreifend eingesetzt. Diese und weitere Erkenntnisse, wie die häufigsten Projekttypen oder beliebte Kotlin-IDEs, bieten die Resultate des Kotlin Census 2018.

Kotlin ist neben Java derzeit wohl die am meisten diskutierte JVM-Sprache. Wo und wie diese aktuell eingesetzt wird, wollten die Kotlin-Erfinder bei JetBrains in einer Umfrage herausfinden. Insgesamt haben sich 4396 Personen beteiligt, 86% von ihnen gaben Programmierer, Software-Engineer oder Entwickler als Berufsbezeichnung an.

Wo kommt Kotlin zum Einsatz?

Mobile Anwendungen sind laut Umfrage der verbreitetste Use Case für Kotlin. Häufig wird die Programmiersprache für die plattformübergreifende Anwendungsentwicklung eingesetzt.

Der überwiegende Teil der Anwender dieser Sprache ist allerdings noch relativ unerfahren in ihrem Gebrauch und nutzt primär andere Sprachen. Drei von vier Befragungsteilnehmern nutzen Kotlin seit weniger als zwei Jahren. Etwa jeder fünfte verwendet sie seit zwei bis vier Jahren und nur zwei Prozent seit mehr als vier Jahren. Als ihre primäre Programmiersprache wird Kotlin von 39% der befragten Entwickler eingesetzt. Die einzige häufiger genannte Progammiersprache ist Java (42%).

Kotlin in der Produktion?

In der Produktion kommt Kotlin bei mehr als der Hälfte der befragten Entwickler zum Einsatz. Der häufigste Grund, wenn die Sprache nicht in der Produktion eingesetzt wird, ist ungenügendes Wissen. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand die geringe Verbreitung der Sprache sowie die Weigerung von Kollegen, eine neue Sprache zu erlernen.

Das Verbreitungsargument wurde dabei allerdings mit 18% deutlich seltener genannt als im Vorjahr (28%). Passend zur rückläufigen Häufigkeit dieser Antwort, war Kotlin in den Ergebnissen des Stack Overflow Survey 2019 eine der am schnellsten wachsenden Programmiersprachen.

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Wofür Kotlin eingesetzt wird

Produktiv wird Kotlin am häufigsten für mobile Apps eingesetzt, dahinter folgen Web-Backends, Bibliotheken und Frameworks, Tooling und Desktop-Anwendungen. Diese Rangfolge ändert sich leicht, wenn man die Häufigkeiten der Projekttypen außerhalb der Produktion anschaut. Hier dominieren die Web-Backends vor den Mobilen Anwendungen, Bibliotheken und Frameworks, Desktop-Software und dem Tooling.

Zu dieser Fokussierung auf mobile Anwendungen passt, dass Android mit 66% das am häufigsten genannte Ziel-Betriebssystem ist. Apples mobiles Betriebssystem iOS wird von 44% der Befragten als Zielumgebung ihrer Programme genannt. Mehr als die Hälfte nutzt die Programmiersprache, um Software für Linux-Umgebungen zu erstellen.

Wenn Kotlin für plattformübergreifende Software eingesetzt wird, sind die beiden häufigsten Plattform-Kombinationen die JVM in Verbindung mit JavaScript und die beiden mobilen Betriebssysteme Android und iOS. Auch unter den plattformübergreifenden Projekten sind Mobile Apps der häufigste Use Case (68%). Hierzu ist zu beachten, dass Kotlin kürzlich von Google zur neuen primären Programmiersprache für Android-Apps erklärt wurde.

Beliebte Tools und IDEs für Kotlin

Egal ob Kotlin für die JVM, für Android, für JavaScript oder für die native Entwicklung eingesetzt wird, in allen vier Betrachtungsweisen sind stets die IntlliJ-IDEA-Varianten Ultimate und Community sowie Android Studio die beliebtesten IDEs.

Unter den verwendeten Build-Tools spielt Gradle die größte Rolle. Je nach Projektziel setzen zwischen 80% (für JVM) und 97% (für Android) auf Gradle, an zweiter und dritter Stelle werden Maven und das IntelliJ-IDEA-Build-System genannt. Für diese Frage, wie auch für viele andere im Census, konnten die Teilnehmer mehrere Antworten gleichzeitig abgeben.

Die vollständigen Resultate der Befragung stehen online zur Verfügung, die anonymisierten Rohdaten werden als Download im CSV-Format angeboten.

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Florian Roos
Florian Roos
Florian Roos ist Redakteur für Software & Support Media. Er hat Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt studiert und erste redaktionelle Erfahrungen in den Bereichen Games und Consumer-Hardware gesammelt.
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