Neue Android IDE

Android Studio 3.0 ist da: Jetzt auch mit Kotlin

Carina Schipper

© shutterstock / Uladzik Kryhin

 

Die IDE ist schwer beladen mit vielen neuen Updates und soll die App-Entwicklung auf Android beschleunigen. Das große Ding in Android Studio 3.0 ist allerdings eindeutig der angekündigte Support für Kotlin.

Android Studio 3.0 lässt sich grob in drei Hauptbereiche aufspalten: eine neue Suite von App-Profiling-Werkzeugen zur schnellen Diagnose von Performance-Problemen, Unterstützung für Kotlin und eine neue Reihe von Werkzeugen und Assistenten, um die Entwicklung auf den neuesten Android Oreo APIs zu beschleunigen. Das Entwicklerteam um Android Studio hat sich zusätzlich stark darauf konzentriert, die Stabilität und Performance zu verbessern. In einem kleinen Videobeitrag stellt Wojtek Kaliciński, Android Developer Advocate bei Google, die neuen Features in Auflage drei von Android Studio vor.

Werfen wir einen Blick auf die Neuzugänge in Sachen Features von Android Studio. Den Anfang macht der Bereich Develop. Hier überstrahlt die Unterstützung von Kotlin als Programmiersprache für die Android-Entwicklung einfach alles. Kotlin sei eine ausdrucksstarke und prägnante Sprache, die mit den existierenden Android-Sprachen und -Laufzeiten interoperabel ist, heißt es auf dem Android Developers Blog. Im Klartext bedeutet das, Entwickler können so wenig oder so viel Sprache in Ihrer App verwenden, wie sie möchten. Features wie Code-Vervollständigung und Syntax-Highlighting funktionieren in der aktuellen Android-Studio-Version und Google verspricht, die übrigen Editor-Features in der kommenden Version weiter zu verbessern. Kotlin lässt sich zu einem Projekt hinzufügen, indem der Entwickler das eingebaute Konvertierungstool verwendet, das sich unter Code → Convert Java File findet. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Kotlin-fähiges Projekt mit dem Assistenten für neue Projekte zu erstellen.

Kotlin Conversion in Android Studio © Android Developers Blog

Das Android-Studio-Team war allerdings auch in anderen Bereichen fleißig und hat beispielsweise den Support für Java-8-Features verbessert. Der Komponentenbaum im Layout-Editor verfügt über bessere Drag-and-Drop-Einblendungen und bekommt ein neues Fehlerfenster. Wer Android Oreo (API Level 26 und höher) für seine Android-Apps nutzt, kann ab sofort benutzerdefinierte Schriften und herunterladbare Schriften mithilfe von XML hinzufügen. Schließlich enthält Android Studio 3.0 auch IntelliJ Version 2017.1, die Features wie Refactoring in Java 8, Parameterhinweise, semantische Hervorhebung, draggable Breakpoints, erweiterte Suchfunktionen bei der Versionskontrolle und mehr ermöglicht.

Instant Apps halten Einzug

Im Bereich Build ist zu verkünden, dass nun auch Instant-App-Features den Weg in Android Studio gefunden haben. Um die Geschwindigkeit von Gradle für größere Projekte mit vielen Modulen weiter zu erhöhen, hat Google eine der seltenen Breaking Changes gemacht und das API im Android-Gradle-Plug-in geändert, um die Skalierbarkeit und Build-Zeiten zu verbessern. „Diese Änderung ist einer der Gründe, warum wir die Versionsnummern von Android Studio 2.4 auf 3.0 umgestellt haben. Wenn man sich auf APIs des vorherigen Gradle-Plug-ins verlässt, sollten Sie die Kompatibilität mit dem neuen Plug-in überprüfen und zu den neuen APIs migrieren. Um zu testen, aktualisieren Sie die Plug-in-Version in Ihrer build.gradle-Datei.“, erklärt der Konzern via Blog. Um kleinere und schnellere Updates zu ermöglichen, verwendet Android Studio 3.0 standardmäßig das Maven Repository von Google anstelle des Android SDK Managers, um Updates für die Android Support Library, Google Play Services und Firebase-Maven-Abhängigkeiten zu finden.

Im Bereich Test und Debug versammelt sich eine ganze Reihe neuer Funktionen. Zum Beispiel haben die Studio-Entwickler die Bilder des Emulatorsystems für Android Oreo aktualisiert, um nun auch den Google Play Store einzubinden. Das sorgt dafür, dass Entwickler Apps mit Google Play End-to-End testen und die Google-Play-Dienste in ihrem Android Virtual Device (AVD) auf dem neuesten Stand halten können.

Google Play Store in Android Emulator © Android Developers Blog

Um die Sicherheit der Apps und ein konsistentes Erlebnis mit physischen Geräten zu gewährleisten, sind die Images des Emulatorsystems mit dem mitgelieferten Google Play Store mit einem Release-Key signiert. Das bedeutet, dass man keine erweiterten Privilegien erhalten kann. Wer erhöhte Privilegien (root) für die Fehlerbehebung in seiner App benötigt, kann die Android-Open-Source-Project-Emulatorsystem-Images (AOSP) verwenden, die keine Google-Anwendungen oder -Dienste enthalten.

Abgesehen vom Emulatorsystem haben sich die Menschen hinter Android Studio auch um einen Proxy Support gekümmert. Sie haben eine Benutzeroberfläche zur Verwaltung der vom Emulator verwendeten HTTP-Proxy-Einstellungen hinzugefügt. Daneben hat sich Google u. a. auch einem der bei den Entwicklern besonders wunden Punkten angenommen: der lange Zeitspanne, die es braucht, um den Emulator hochzufahren. „Um dieses Problem zu lösen, freuen wir uns, eine Vorschau auf ein neues Feature namens Quick Boot vorzustellen, das die Startzeit Ihres Emulators erheblich verkürzt. Sobald aktiviert, wird beim ersten Start eines AVDs ein Kaltstart ausgeführt (wie beim Einschalten eines Geräts), aber alle nachfolgenden Starts sind schnell und das System wird in den Zustand zurückversetzt, in dem man den Emulator geschlossen hat (ähnlich wie beim Aufwecken eines Geräts).“, verkünden die Entwickler aus Mountain View stolz. Zurzeit ist das Feature noch als Canary gekennzeichnet.

Neuer Werkzeugkasten behebt Performance-Probleme

Was Optimierungsmaßnahmen angeht, sorgen neue Tools für die Auflösung von Performance-Problemen. Die Entwickler haben die vorherigen Android Monitor Tools komplett neu geschrieben und durch den Android Profiler ersetzt. Sobald ein Nutzer seine App auf einem laufenden Gerät oder Emulator installiert hat, klickt er auf die Registerkarte Android Profiler. Dahinter verbirgt sich eine einheitliche Echtzeitansicht der CPU-, Speicher- und Netzwerkaktivität. Jedes der Performance-Ereignisse wird der UI-Ereignis-Timeline zugeordnet, in der Touch-Ereignisse, Key Presses und Aktivitätsänderungen hervorgehoben werden. So lässt sich besser nachvollziehen, wann und warum ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist. Die komplette Liste der Release Notes können Sie auf dem Android Developers Blog nachlesen.

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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