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Wochenrückblick KW 7

Kotlin 1.0, Google Go 1.6 und Blockchain: unser Wochenrückblick

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Bohbeh

In der vergangenen Woche gab es gleich zwei Updates in puncto Programmiersprachen: Kotlin hat seine erste Hauptversion erhalten und Google Go ist schon bei Version 1.6 angekommen. Außerdem hat IBM das IoT Tool Quarks vorgestellt und die Fintech Blockchain machte von sich reden. Unsere Wochenhighlights im Überblick.

Kotlin 1.0

In der vergangenen Woche veröffentlichte JetBrains die erste Hauptversion seiner JVM-Sprache Kotlin. Der Exot soll Android-Entwicklern eine Alternative zu Java bieten – das meint auch Benedict Pregler. Wir haben ihn zu den Vor- und Nachteilen von Kotlin interviewt. Sein Fazit:

Benedict PreglerJetBrains trifft mit Kotlin einen wunden Punkt der Android-Entwickler. JetBrains hat es geschafft, eine stark typisierte Sprache zu erschaffen, welche auch an sehr vielen Stellen sogenannten Boilerplate Code vermeidet, eine flache Lernkurve hat und – meiner Meinung nach – schlussendlich mehr Spaß macht als Java.

Das gesamte Interview lesen Sie hier. Im TIOBE Index ist die Sprache übrigens momentan auf Platz 168. Wer auf dem neusten Stand bleiben möchte, dem sei die GitHub Page und der Kotlin Blog empfohlen.

Blockchain is the new black

IBM hat angekündigt, die insbesondere durch das dezentrale Zahlungssystem Bitcoin bekannt gewordene Blockchain-Technologie im Rahmen des Linux-Foundation-Projekts Hyperledger sowie hauseigener Angebote dahingehend zu vereinfachen, dass sie von Unternehmen leichter als bisher für finanzielle wie nichtfinanzielle Zwecke genutzt werden kann.

Schaut man sich so um, dann buzzen die Begriffe Bitcoin und Blockchain überall, auch die Süddeutsche Zeitung oder die FAZ diskutieren. Insgesamt wird der Technologie eine rosige Zukunft prophezeit. Und auch die Europäische Zentralbank zeigt „Openness to new technologies“ und möchte evaluieren, welche Möglichkeiten und Herausforderungen sich mit dem Bitcoin-Trend ergeben.

Letzte Woche kam außerdem die Nachricht dazu, dass die Bundesregierung Barzahlungen über 5000 Euro abschaffen möchte – ist Bargeld also bald retro? Zu dem Thema haben wir diese Woche Eric Horesnyi interviewt:

horesnyi_ericTraditionelle Banken fühlen sich in ihren Kerngeschäftsfeldern von den digitalen Giganten bedroht, die Zugriff auf Milliarden von Nutzerinformationen haben und diese bereits jetzt monetarisieren, inklusive Bankinformationen. Es muss sich wie die Invasionsszene im Film Pixels anfühlen. Das ist die beste mir bekannte Illustration der Aussage, dass Software die Welt auffrisst.

Eclipse IoT

Was für die Augen: Kennen Sie das Eclipse IoT-Projekt Hono? Das unter der Eclipse Public License stehende Projekt ist auf Logo-Suche und hat über Twitter um Meinungen gebeten. Schauen Sie mal rein, bisher gibt es sogar schon 304 Designvorschläge zur Auswahl…

IoT-Tool Quarks

Für die Verarbeitung größerer Echtzeit-Datenmengen hat IBM in der vergangenen Woche Quarks vorgestellt, ein quelloffenes Entwicklungstool für effizientere IoT-Apps. Das Tool steht unter der Apache-Lizenz (Version 2.0). Dass das „Internet der Dinge“ in aller Munde ist, muss an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnt werden. Der Markt ist trotzdem noch sehr neu und so ganz klar zeichnet sich auch noch nicht ab, welche Bereiche in Zukunft von der Machine-to-Machine-Kommunikation am meisten profitieren werden. Vielleicht sind Sie ja sogar der Meinung, dass wir mit vermeintlichen Innovationen große Sicherheitsrisiken eingehen, die wir heute noch nicht absehen können? Entwickler Sascha Wolter hat dazu eine klare Meinung:

wolter_saschaIn der Tat, Sicherheit ist ein relevanter Aspekt rund um die Vernetzung von Alltagsgegenständen von der Topfpflanze über das Auto bis hin zu ganzen Städten. Sicherheit ist aber eben nur ein „Feature“ neben vielen. Was nützt mir Sicherheit, wenn dadurch das eigentliche Produkt unbenutzbar wird? Konkret: Was nützt mir ein besonders leichtes Fahrrad, wenn ich ein mehrere Kilogramm schweres Schloss zur Sicherung benötige? Doch das Bedürfnis nach Sicherheit treibt die Menschen und erstickt so manche Innovation im Keim – verständlich aber nicht zielführend. Zumal die „technische“ Sicherheit ja durchaus machbar ist, ja eigentlich sogar selbstverständlich sein sollte!

 Google Go 1.6

Neben Kotlin können sich Entwickler auch über ein neues Release von Google Go freuen. Go 1.6 bringt eine Reihe Neuerungen mit sich, von denen die wichtigste wohl die Unterstützung von HTTP/2 im net/http-Package ist. Die Entwickler haben am Donnerstag auf Reddit ein AMA veranstaltet, Fragen können Sie zwar nicht mehr stellen, aber lesenswert ist es natürlich trotzdem.

Special Agent Social Media, antreten!

Sollen Facebook, Twitter, Apple und Co. Geheimdienste mit Daten ihrer Nutzer ausstatten oder gar ihre Software manipulieren, um terroristische Attacken aufzuklären oder gar zu verhindern? Diese Frage stellte sich in der letzten Woche, als US-amerikanische Behörden von Apple genau das verlangten: Das Unternehmen solle eine manipulierte iOS-Version programmieren, bei der gewisse Security-Hürden umgangen werden könnten. So könnten Sicherheitsbehörden die Smartphones von Terroristen einfach entsperren um an Informationen zu gelangen.

Dabei geht es speziell um das iPhone eines Attentäters von San Bernadino: Am 2. Dezember 2015 wurden 14 Menschen bei dem Anschlag auf eine gemeinnützige Einrichtung getötet. Apple lehnte dies ab und teilte in einem Statement mit:

Specifically, the FBI wants us to make a new version of the iPhone operating system, circumventing several important security features, and install it on an iPhone recovered during the investigation. In the wrong hands, this software — which does not exist today — would have the potential to unlock any iPhone in someone’s physical possession.

The FBI may use different words to describe this tool, but make no mistake: Building a version of iOS that bypasses security in this way would undeniably create a backdoor. And while the government may argue that its use would be limited to this case, there is no way to guarantee such control.

Ein derartiges Hintertürchen lehnt Apple also ab – und erhält prompt Zustimmung von Twitter-Chef Jack Dorsey und Edward Snowden:

Aufmacherbild: Newspapers folded and stacked von Shutterstock / Urheberrecht: Bohbeh

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Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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