Kostenfaktor soziale Reibung

Management der Kosten sozialer Reibungsverluste

Zunächst einmal sollten die Kosten sozialer Reibungsverluste beziffert werden. Oder um den Ökonom P. F. Drucker zu zitieren: „If you can’t measure it, you can’t manage it“. Dazu helfen Ihnen die Abschätzungen der KPMG-Konfliktkostenstudie. Dann sollten Maßnahmen festgelgt werden, um die Konfliktkosten zu reduzieren. Dabei ist natürlich der Return on Investment dieser Maßnahmen wichtig. Hier gilt wie fast überall im Leben das Pareto-Prinzip: Mit 20% Prozent des Aufwandes werden 80% des Ergebnisses erzielt. Halten Sie den Aufwand für das Thema also ruhig überschaubar. Bereits zwei, drei Arbeitstage pro Mitarbeiter während des Projektverlaufs in gezielte Maßnahmen zu investieren, wird eine erhebliche Minderung der sozialen Reibungsverluste bringen.

Alternativ können Sie natürlich auch so vorgehen, wie es in Softwareprojekten häufig üblich ist: Das Problem ignorieren, eventuell eine kleines unspezifisches Teamevent einstreuen, und dann hoffen, dass schon alles gut gehen wird. Wird es aber nicht. Stattdessen wird es mal wieder zu verzögerten Deadlines kommen. Und womöglich hängen Ihre eigenen Bonuszahlungen an den Deadlines?

Aktiver Umgang mit sozialen Kosten

Sinnvoll ist also ein aktiver Umgang mit Konfliktkosten. Letztlich handelt es sich hier um ein Projektrisiko, dem Sie gezielt und effektiv entgegenwirken können. Planen Sie Maßnahmen ein, die das Team zügig durch die widrigen Phasen der Teamuhr bringen und effizient arbeiten lassen.

Allgemein gilt: Eine systematische Begleitung der sozialen Prozesse eines Projektes muss auf den Verlauf der Teamuhr abgestimmt sein. Insbesondere die Storming-Phase – relativ zu Beginn eines Projektes – lässt sich hervorragend durch geeignete Maßnahmen begleiten bzw. beschleunigen. Dies gilt auch für personelle Veränderungen beim Team. Häufig werden in der Praxis z. B. bestehende Teams um neue Mitglieder erweitert und es kommt zu vermeidbaren aber hohen Reibungsverlusten, bis „die Neuen“ ihren Platz in der Gruppe gefunden haben. Im schlimmsten Fall finden sie ihn gar nicht und erzielen dann Arbeitsergebnisse weit unter ihrem Potenzial, da sie mangels Vernetzung nicht optimal informiert und eingebunden werden.

Keinen Ringelpietz mit Anfassen veranstalten

Welche Maßnahmen sind nun geeignet, um im Umfeld von IT-Projekten soziale Reibungsverluste einzudämmen? Relativ nutzlos sind typische Teamevents der Sorte „Klettergarten“, wenn diese nicht explizit unter dem Aspekt der Teamentwicklung begleitet werden. Denn dann werden sich dort nur die gleichen problematischen Strukturen etablieren und verfestigen, die das Team ohnehin lebt. Außerdem gilt es zu berücksichtigen, dass IT-ler Soft-Skill-Trainings schnell unter „Ringelpietz mit Anfassen“ abtun werden, wenn es keinen klaren Bezug zum Projektalltag gibt.

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