Kostenfaktor soziale Reibung

Konkreter Nutzen für den Projektalltag im Vordergrund

Achten Sie daher bei der Auswahl eines Trainings auf Folgendes: Geeignete Trainings setzen bei konkreten Projektsituationen an. Ausgehend davon reflektieren die Teilnehmer dann ihre Verhaltensmuster, sowohl die individuellen als auch die im Team. Die Erkenntnisse daraus beziehen die Teilnehmer anschließend durch geeignete Übungen wieder auf den Projektalltag. Wie etablierte Kommunikationsmodelle mit konkreten Projektsituationen verbunden werden können, zeigt die Artikelserie „Soft Skills Toolbelt“ auf Jaxenter [3].

Eine höhere Akzeptanz finden Trainings bei den Mitarbeitern auch dann, wenn sie mit konkreten, projektrelevanten Zielen verbunden sind, z. B. der Verbesserung von Präsentationstechniken oder Moderationstechniken für Meetings. Wenn Sie die Mitarbeiter dabei allerdings auf separate, externe Schulungen zu dem Thema schicken, verschenken Sie viel Potenzial. Holen Sie sich lieber einen Trainer ins Haus, der mit dem gesamten Team gemeinsam arbeitet. Sie sparen dadurch nicht nur Kosten, gleichzeitig wird auch das Durchlaufen der Norming- und Storming-Phase beschleunigt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn in dem Training mit zeitgemäßen Methoden wie der kollegialen Beratung gearbeitet wird. Denn dabei werden die Kommunikation und der Wissensaustausch innerhalb des Teams in den Vordergrund gestellt und nicht der Theorieinput durch den Trainer.

Ein weiterer guter Aufhänger für eine Veranstaltung mit hoher Akzeptanz ist z. B. die Optimierung des Wissensmanagement im Team. Bei guter Moderation werden hier zum einen die Projektregeln kommuniziert. Zum anderen können die Teammitglieder zusätzliche Kommunikationsstrukturen entwickeln, die zu ihrem konkreten Projekt passen. Ob das Ergebnis dann aus einem Projekt-Wiki, bestimmten Meetingstrukturen oder was auch immer besteht: Das Entscheidende ist, dass alle Teammitglieder bei der Ausarbeitung wirklich eingebunden waren. Dadurch werden diese Strukturen dann auch vom gesamten Team getragen und gelebt.

Schließlich sind gezielte Konfliktgespräche sehr hilfreich, wenn es zu Konflikten im Projektverlauf kommt. Dabei ist es wichtig, dass die Gespräche zwar bei dem Problemfeld ansetzen, dann aber gezielt in eine lösungsorientiert Phase gehen. Dazu sollte Ihnen der Konfliktberater eine klare Vorgehensweise mit einem strukturierten Prozess darlegen können, wie es z. B. das systemische lösungsorientierte Coaching bietet.

Fazit: Es gibt viele sinnvolle Möglichkeiten um den unvermeidlichen Kostenfaktor „soziale Reibung“ effektiv zu reduzieren. Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen ein frühzeitiges und zielgerichtetes Eingreifen bietet!

Jörg Preußig ist selbstständiger Trainer. Sein Schwerpunkt liegt in der praxisnahen Vermittlung von Soft Skills für IT-Fach- und Führungskräfte. Er war selbst lange Zeit in unterschiedlichen Rollen in IT-Projekten tätig, darunter mehrere Jahre als Softwarearchitekt bei einem Großkonzern. Neben seiner Aktivität als Inhouse-Trainer führt er gemeinsam mit renommierten Seminaranbietern offene Trainings durch.
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