Forscher basteln an Bluetooth-Alternative für Wearables

Körpereinsatz: Magnetische Signale als Alternative zu Bluetooth

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Anna Rassadnikova

Die Natur war schon oft Vorbild technologischer Innovationen. Nun hat ein US-amerikanischer Forscher als eine Alternative zu Bluetooth die Kommunikation über magnetische Signale durch den menschlichen Körper vorgeschlagen. Erste Tests zeigen: Die Signalstärke nimmt 10 Millionen mal weniger ab, als bei vergleichbarer Bluetooth-Übertragung.

Der Wissenschaftler Patrick Mercier ist Assistenzprofessor im Zentrum für Wearable Sensors an der University of California, San Diego (UCSD). Er konstatiert, dass Bluetooth für den Datenaustausch über kurze Distanzen zwar von Vorteil ist. Wenn sich aber zwischen den Geräten ein Körper befindet, wird die Übertragung gestört, da dieser die Signale, die Bluetooth zur Datenübertragung nutzt, absorbiert – ein höherer Energieverbrauch ist die Folge.

Patrick Mercier schlägt vor, magnetische Felder zu nutzen, da diese den menschlichen Körper einfach „passieren“ können, ohne dass ein Mehraufwand an Energie nötig wäre. Das käme Wearable-Herstellern sehr entgegen, können diese ihre kleinen Geräte doch meist nur mit einem sehr begrenzten Akku ausstatten. Bei einem Experiment, bei dem gemessen wurde, wie schnell magnetische Signale den Körper passieren können, fanden der Forscher und sein Team Überraschendes heraus: Bei der Übertragung durch den Körper ging 10 Millionen mal weniger Signalstärke verloren, als dies bei der Übertragung via Bluetooth der Fall wäre.

Momentan befindet sich Merciers Forschung noch in einem sehr frühen Stadium. Aufgrund der Tatsache, dass sowohl das Sende- als auch das Empfangsgerät am Körper anliegen muss, versprechen sich die Forscher nur in sehr speziellen Fällen eine praktische Anwendung der neuen Technologie: Beispielsweise um den Herzschlag zu messen, könnte man einen entsprechenden Sensor mit einem Wearable-Gerät am Handgelenk verbinden. Jene Anwendungen, die beispielsweise ein Smartphone benötigen, würden von dieser Technologie also nicht profitieren können.

Aufmacherbild: Full length back view of a standing man von Shutterstock / Urheberrecht: Anna Rassadnikova

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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