Keine Updates für Android L Developer Preview

Hartmut Schlosser

Mit der nächsten Android-Version „L“ schlägt Google neue Wege ein. Neben dem modernisierten Material Design und der 64-Bit-Runtime ART (um nur einige der Neuerungen zu nennen, einen Gesamtüberblick bietet der Artikel „Android L: Googles nächster große Wurf?„) gibt es noch ein weiteres Novum zu vermerken: Zum ersten Mal stellte Google vorab eine Developer Preview bereit. Allerdings wird es, anders als bei Microsoft und Apple, wohl keine Updates für diese Developer Preview geben, wie jetzt aus einer Diskussion auf Google+ hervorgeht.

Googles Rich Hyndman hatte eine Video-Serie initiiert, in der Android L vorgestellt wird (siehe unten). Android-Entwickler Michael Panzer nimmt dieses Video zum Anlass, um Hyndman zu fragen, ob denn mit Updates dieser Developer Preview zu rechnen sei. Hyndmans Antwort fällt negativ aus: Es würden vielleicht noch einige Features wie der 64-Bit-Emulator kommen, doch an neue Device Images glaube er nicht.

Android Beta à la Apple & Microsoft?

Damit ist klar: Eine echte Beta-Phase, in der die Community sich durch Bugmeldungen oder gar Fixes an der Entwicklung von Android beteiligt, wird es nicht geben. Auf Reddit hatte sich vorab eine Diskussion entsponnen, in der die Vorteile einer solchen Beta-Phase herausgestellt wurden:

  1. Während auch acht Monate nach der letzten Android-Version „KitKat“ noch kritische Bugs offen gestanden hätten, könnte man mit einem geordneten Beta-Programm schon vorab für eine weitgehende Bugfreiheit sorgen.
  2. App-Entwickler könnten sich bereits frühzeitig mit dem Update ihrer Apps beschäftigen.
  3. Auch OEMs wie Samsung würden schneller in der Lage sein, ihre Plattformen auf neue Android-Versionen einzustellen.

Immerhin bestätigt Hyndman, dass die Android L Developer Preview genau für den Punkt 2 gedacht sei: es Entwicklern zu ermöglichen, ihre Apps zu testen und für den L-Launch bereit zu machen.

It is the first time we’ve had a preview release and it will mean less chance of issues with apps in the Play Store at launch and more apps ready to take advantage of the new features.

Doch genau das sei mit der jetzigen Preview nicht möglich, kontert Panzer. Beispielsweise verhindere ein Bug in der Preview die Arbeit mit dem HTTP & SPDY Client OkHttp. Obwohl der Bug bei Google schon gefixt sei, fließt er nun nicht in die Developer Preview ein, sodass ein echtes Testen verhindert wird. Panzers Fazit:

The preview testing capabilities are quite small in its current iteration.

Partner vor Community

Nun muss man Google wohl auch die Gerätevielfalt auf der Android-Plattform zugute halten, mit der die Konkurrenz Apple und Microsoft so nicht zu kämpfen hat. Die Flut der gerätespezifischen Bugmeldungen wäre wohl nur schwer zu bewältigen. Man zieht es bei Google also immer noch vor, OEM-Partner nach ihrem Feedback zum Kernsystem zu fragen, als sich offen der Entwickler-Front zu stellen.

Neue Details zum Release-Termin oder Hinweise zur Auflösung des mysteriösen Titels „L“ sind unterdessen nicht bekannt geworden. Vielleicht wartet Google hier noch auf das Commitment eines Süßwarenherstellers, wie bei Nestlés Android KitKat Marketing-Coup?

 

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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