Die Welt bleibt zu Hause

Effektives Arbeiten im Home Office: Tipps und Tricks für Entwickler

Brian Dawson

© Shutterstock / Peter Kniez

Angesichts der rapiden Verbreitung des Coronavirus ist Home Office derzeit angesagter denn je: Verordnungen der Bundesländer erlauben ein Verlassen der eigenen vier Wände nur in Ausnahmefällen. Hierdurch arbeiten so viele Menschen daheim wie nie zuvor. Im Folgenden teile ich einige wichtige Einsichten von mir und Branchenkollegen, die dabei helfen, im Home Office möglichst effektiv zu arbeiten ohne einem Lagerkoller zu verfallen.

Laut einer Studie von DigitalOcean arbeiteten vor der Corona-Krise bereits 86 Prozent der IT-Entwickler in Teilzeit „remote“ – beinahe ein Drittel in Vollzeit. Damit Home Office nicht zum Desaster wird, sollten Organisationen einen sicheren Zugriff auf ihre Datenbanken sicherstellen. „Des Weiteren sollten sie bedenken, dass Mitarbeiter oftmals Rechner nutzen, auf die auch andere Familienmitglieder Zugriff haben“, sagt Mitchell Ashley, CEO von Accelerated Strategies.

Ashley führt weiter aus, dass Heimarbeiter diese Rechner zwar durchaus einsetzen können, sich dabei jedoch immer bewusst sein sollten, dass sie Mitnutzer haben. Die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Software sollte daher stets durch ein Passwort oder ein Zertifikat zum Schutz von unternehmensinternen Daten abgesichert sein. Idealerweise wird auf dem gemeinsam genutzten Rechner ein separates Arbeitskonto eingerichtet, das die Trennung zwischen privatem und beruflichem Bereich sicherstellt.

Chase Doelling, Direktor für strategische Allianzen bei JumpCloud, einem Anbieter von Zugangsmanagement-Lösungen, betont, dass die Nutzerverwaltung eine wesentliche Rolle. So sollten Unternehmen eine zentrale Instanz einrichten, die entscheidet, welche Personen welche Zugangsprivilegien erhalten. Auch in nicht-technischer Hinsicht ist die Schaffung einer Barriere zwischen Arbeit und Privatleben von wesentlicher Bedeutung, denn durch eine „Always-on-Mentalität“ steigt auch das Risiko eines Burnouts erheblich.

Laut Ashley erfordert der richtige Umgang mit der Home-Office-Situation einen gewissen, freilich individuell unterschiedlichen, Lernprozess. Um das Risiko eines Burn-outs zu verringern, sprich die Psyche nicht zu sehr zu belasten, empfiehlt er ArbeitnehmerInnen daher, selbst einen fixen Zeitplan aufzustellen. Zudem kann es helfen, gewohnte Arbeitsweisen aus dem Büro zu übernehmen und dadurch eine weitere Abgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben zu schaffen.

Feste Rituale, wie ein virtueller Arbeitsweg, ein Spaziergang oder das Hören eines Podcasts, helfen ebenfalls dabei, sich abzulenken und somit eine klare Abgrenzung zur Arbeit zu schaffen. Ideal für einen wirksam Tapetenwechsel ist ein, zumindest kurzzeitiges, Verlassens der Wohnung. Wechselt man dagegen lediglich von einer dienstlichen Anwendung auf dem PC in eine privat genutzte, so kommt der Feierabend nicht richtig im Kopf an.

Um einem Lagerkoller und Missverständnissen vorzubeugen, ist besonders zu Home-Office-Zeiten eine intensive Kommunikation mit Kollegen hilfreich – am besten über Videokonferenzen. Ich erachte die visuellen, zwischenmenschlichen Signale wie Mimik und Gestik über das bewegte Bild als sehr wichtig für gelingende Kommunikation, auch wenn das Video die persönlichen sozialen Interaktionen nicht vollständig ersetzen kann. Für die Kommunikation, die Zusammenarbeit sowie die geistige Fitness beim Arbeiten von zuhause sind diese dennoch von großer Bedeutung.

Zudem sollten Organisationen dedizierte Kanäle für gemeinsames Lernen einrichten, um eine kollaborative Umgebung so gut wie möglich zu replizieren. Zudem sollte der Helpdesk über einen fixen Kanal erreichbar sein, wodurch IT-Probleme möglichst schnell bearbeitet werden können.

Laut Doelling sollten Unternehmen zudem die durch Home Office eingesparten Kosten nicht auf die hohe Kante legen: Um ihre Produktivität zu steigern, sollten sie dieses Geld viel eher den Mitarbeitern zufließen lassen.

Zusammenfassend halte ich die folgenden fünf Punkte für besonders wichtig für effektives Arbeiten im Home Office:

  1. Vertrauenswürdige Endgeräte: Wie im Büro muss auch im Home Office ein Zero-Trust-Prinzip herrschen. Hierfür müssen relevant Sicherheitsparameter erstellt und regelmäßig kontrolliert werden.
  2. Offene Netzwerkhygiene: Die Einrichtung und die Nutzung des Zugriffs auf Unternehmensressourcen müssen strengen Regeln unterliegen – unabhängig davon, ob der Zugriff über ein VPN gesichert ist oder nicht.
  3. Passgenauer Zugriff: Jeder Person müssen die passenden Anwendungszugriffe und Rechte zugeordnet sein, wobei sich jeder über seine Berechtigungen und seine Rolle bei der Nutzung von SaaS-Anwendungen bewusst sein muss.
  4. Passende Werkzeuge: Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter zur Nutzung von Werkzeugen und Methoden zur Remote-Zusammenarbeit ermuntern. Hier eignen sich Applikationen wie Zoom oder Slack für Videokonferenzen. Sie sollten sie ferner dazu aufrufen, öfter visuell zu interagieren. Dabei kann es z.B. helfen, den Helpdesk des IT-Teams in die Kanäle von Slack zu verlegen.
  5. Digitalisierung der „Befehlskette“: Unternehmen sollten Stress-Ticketing-Systeme verwenden und bereits bestehende Systeme verstärken, um schnelle Prozesse zu gewährleisten.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Brian Dawson
Brian Dawson
Brian Dawson ist DevOps-Evangelist bei CloudBees.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: