Die Kunst des Programmierens

Coding Dojos: 4 Gründe, warum sie so wertvoll für Entwickler sind

Jonas Weigt

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Das Zusammenfinden von Entwicklern in Coding Dojos bietet für viele Unternehmen einen Mehrwert. Dieser Artikel erklärt, was ein Dojo ist und warum es besonders empfehlenswert ist, dort Erfahrungen zu sammeln.

Der Begriff Dojo steht in der japanischen Kampfkunst für den Trainingsraum. Bezogen auf die Informatik ist das Dojo somit auch ein Trainingsraum – allerdings nicht für das Erlernen einer Kampfkunst, sondern für das Training in der Software-Entwicklung. Die Teilnehmer kommen hier zusammen und arbeiten daran, ihre Skills zu verbessern. Das sind beispielsweise die Fähigkeiten, Probleme zu lösen, bestimmte Programmiersprachen zu erlernen, Best Practices zu verinnerlichen oder mit den anderen Entwicklern zu kommunizieren. Dabei wird eine sogenannte Kata, also die Aufgabe gelöst. Beim Auswählen der Kata sollte darauf geachtet werden, welches Ziel mit dem Dojo verfolgt wird und ob die Aufgabe auch zum Level der teilnehmenden Entwickler passt. Wählt man die Aufgabe zu leicht, ist das Dojo schnell vorbei. Bei zu schweren Aufgaben wird das Problem vielleicht nicht in der Zeit gelöst und die Teilnehmer verlieren die Motivation. Die nachfolgenden vier Gründe sollen dazu motivieren, an Dojos teilzunehmen oder selbst welche durchzuführen.

1. Den Spaß am Coding neu entfachen

Im stressigen Projektalltag können wir Entwickler uns einmal wieder der Sache widmen, die uns am meisten Spaß macht: Dem Lösen von Problemen, ohne dabei den Druck und die Anforderungen vom Kunden zu haben. Vielleicht hilft dabei auch eine Aufgabe, die die Probanden zum Schmunzeln bringt oder das Reden über alltägliche Projektprobleme. Im Dojo können mehrere Lösungsansätze verfolgt werden, man kann sich um die Performance kümmern und zusammen Refactorings durchführen. Gerade in kleinen Gruppen können sich die Teilnehmer meist besser entfalten und jeder bringt seine persönliche Note mit ein. Durch Einbeziehung aller Entwickler kann man eine freie und lockere Stimmung schaffen, die positive Energie freisetzt.

2. Die Fehlerkultur verbessern

Auch für eine bessere Fehlerkultur kann in Dojos trainiert werden. Vor dem Coden sollte der Moderator klar stellen, dass es keine Fehler als solche gibt und jeder seine Meinung frei äußern und Fragen stellen kann. Es ist sehr wichtig zu betonen, dass ein Dojo dazu dient, dass alle voneinander lernen und etwas mitnehmen. Wenn eine Person den Code schreibt und alle anderen zuschauen, ist es am Anfang meist ungewohnt und unangenehm. Die Hürde, frei zu schreiben und einfache Fragen zu stellen, muss zuerst überwunden werden. Vielleicht hilft als Einstieg auch eine Frage zu Best Practices, z.B. wie am besten Strings zusammengefügt werden oder Ähnliches. Bei Typos, Compiler- oder Laufzeitfehlern gilt auch: Niemand ist allwissend und kennt alle Lösungen für alle Probleme, das sollte klar kommuniziert werden.

3. Von anderen lernen

Gerade für Teams mit Junior-Entwicklern ist das Dojo eine optimale Weiterbildungsmöglichkeit. Beim Entwickeln mit mehreren Leuten kommt es immer wieder zu Situationen, in denen sich Fragen und Ideen aufwerfen. Dabei sollten alle Fragen beantwortet und Ideen diskutiert werden. Erfahrene Entwickler können dabei weitergeben, warum sie ein bestehendes Problem gerade auf diese Art und Weise lösen, bzw. welche Vor- und Nachteile ihre Art der Problemlösung besitzt. Das können nicht nur Softwareentwurfsmuster oder syntaktische Sachen sein, sondern auch einfache Shortcuts oder Funktionen einer IDE. Auch beim Schreiben von Tests oder bei Refactorings lernt man meist von den Denkweisen erfahrener Entwickler.

4. Kommunikation fördern

Kommunikation spielt in Software-Projekten eine sehr wichtige Rolle. In einer Gruppe im Dojo kommt es auch darauf an, den anderen Entwicklern klar und möglichst eindeutig zu erklären, warum man ein bestimmtes Problem genau auf diese Art und Weise löst. Der eine versteht es vielleicht sofort, einem anderen erklärt man es noch auf einem anderen Wege. Auch übt man sich selbst darin, das Feedback der anderen Teilnehmer anzunehmen, gut einzuordnen, daraus zu lernen und sich selbst immer wieder zu hinterfragen. Dabei lernen die Teilnehmer auch, wie andere Kollegen im Projekt Dinge aufnehmen und können sich selbst in der Kommunikation üben. Denn auch Zuhören, Ausreden lassen und Kritik sowie Verbesserungsvorschläge zu äußern ist in der lockeren Runde des Dojos deutlich einfacher und kann dafür sorgen, dass sich im Projekt letztendlich mehr zugetraut und deutlich offener kommuniziert wird.

Geschrieben von
Jonas Weigt
Jonas Weigt
Jonas studierte Wirtschaftsinformatik in Magdeburg und arbeitet derzeit als Softwareentwickler in Salzburg. Neben den technischen Dingen beschäftigt er sich gern mit Soft-Skills, die in Software-Projekten eine wichtige Rolle spielen.
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