Karriere in der IT – Spaß beim Programmieren: (k)ein Gegensatz?

Hartmut Schlosser

Ist man als Tech Lead gezwungen, das Programmieren aufzugeben? Berichte darüber, dass gelernte Informatiker immer weniger zum Coden kommen, je höher sie die Karriereleiter erklimmen, reißen nicht ab – und auch unser jüngstes Quickvote scheint diese Lage zu bestätigen:

Ganze 39% gaben an, dass man in ihrem Unternehmen in einer gehobenen Position das Programmieren im Prinzip ganz einstellen muss. Noch einmal 36% bestätigen, in einer leitenden Funktion selbst immer weniger zu programmieren. Nur bei 11% der Teilnehmer ist die Lage so, dass man in ihrer Firma auch gut als reiner Programmierer Karriere machen kann.

Quickvote IT-Karriere

Beförderung da, Programmieren adé?

Grundsätzlich wäre es ja zu begrüßen, dass IT-Leiter auch weiterhin programmieren, um sich nicht immer mehr von der Praxis zu entfernen. Doch scheint man sich dies offensichtlich aktiv erkämpfen zu müssen.

Tipps dafür bietet der Blogpost „HOW DO I STILL WRITE CODE AS A TECH LEAD?“ von Pat Kua. Dort wird das Ideal ausgegeben, dass auch Tech Leads sich mindestens 30% ihrer Zeit dem Programmieren widmen sollten.

Da man in leitenden Positionen allerdings häufige Unterbrechungen hinzunehmen hat und selten geschützte Mußestunden rein fürs Coden zur Verfügung hat, rät Kua dazu, selbst nicht die kritischsten Programmier-Aufgaben zu übernehmen. Kommt man nämlich dann doch nicht zum Coden, würde sonst das gesamte Projekt ins Stocken geraten.

Eine gute Alternative ist es laut Kua, mit einem Kollegen zusammen an einem Problem zu arbeiten. Ist man selbst blockiert, sorgt zumindest der Kollege für den Projektfortschritt. Oder man begnügt sich damit, zu Beginn mit den Kollegen an Design- und Architektur-Mustern zu arbeiten, überlässt die Ausführung dann aber den anderen. Regelmäßige Codereviews stellen sicher, dass es in die richtige Richtung geht.

Effizienz und die Kunst des Nein-Sagens

Aber vielleicht gelingt es ja doch, sich fürs Coden reservierte Blöcke im Terminkalender freizuhalten. Voraussetzung dafür wäre aber Effizienz: Sowohl systematisches Delegieren als auch die Kunst des Nein-Sagens – z.B. zu ablenkenden Aufgaben, die nicht klar in den eigenen Verantwortungsbereich fallen – gehören dazu.

Wenn man es dann noch schafft, die Anzahl der ergebnislosen Meetings zu minimieren, hat man eventuell auch als Tech Lead Freiräume fürs Programmieren. Als kleine Hilfestellung gibt uns Kua die „5 P’s“ für effiziente Meetings an die Hand:

  • Purpose: Jedem Teilnehmer sollte der Zweck des Meetings klar sein.
  • Product: Vorher muss feststehen, was das Ergebnis des Meetings sein soll. Ist dieses erreicht, kann vorzeitig abgebrochen werden.
  • Participants: Sind wirklich die richtigen Personen dabei, um das erwünschte Ziel zu erreichen – z.B. die Entscheidungsträger, wenn es etwas zu beschließen gibt?
  • Probable Issues: Schon vorher sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Fragen oder Probleme im Meeting auftreten könnten und wie man diesen entgegen kann.
  • Process: Es sollte auch jedem klar sein, wie das Meeting abgehalten wird und was von den Teilnehmern erwartet wird.

Wie sieht es in Ihrer Praxis aus? Haben Sie noch Tipps und Tricks parat, wie man sich auch als IT-Leiter die Zeit zum Programmieren erhalten kann?

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: