Kaazing bietet PaaS mit WebSockets: Cutting Edge um jeden Preis?

Eric Herrmann

Für Echtzeitkommunikation über das Internet wurde mit WebSockets eine neue Möglichkeit eröffnet. Nun bieten auch erste Cloud-Hoster an, stehende, bidirektionale Verbindungen vom Client zum Server über WebSockets aufzubauen. Viele Anbieter sind sehr engagiert, neue Web-Technologien in ihr Portfolio aufzunehmen. Doch nicht jeder befürwortet diese Strategie.

Beim PaaS-Anbieter Kaazing heißt der neue Service „Private PaaS“, auf den Clients via JS, Java, Flash, .NET/Silverlight oder andere Technologien zugreifen können. Besonders latenzarme Echtzeit-Spiele oder sicherheitsempfindliche Banking-Apps lassen sich damit besser lösen als klassisch via HTTP, heißt es in Kaazings Pressemitteilung.

Neben Kaazing gibt es auch andere Cloud-Anbieter, die WebSockets zulassen: Auch bei dotCloud lassen sich seit Mitte März die Direktverbindungen mit dem neuen Protokoll aufbauen.

Auf der dotCloud-Projektseite geht man technisch ins Detail und erklärt, dass WebSockets durch interne Updates ermöglicht wurden: Statt Nginx kümmert sich dort Node.js um das Load Balancing. Node-Server lassen sich über den Paketmanager npm um Plug-ins zur Verwaltung von WebSocket-Verbindungen erweitern.

Die Meninung zu WebSockets ist gespalten. Einige Entwickler wie Daniel Schmitzer sehen darin Chancen zur Optimierung von Web-Verbindungen, andere betonen eher die Risiken. Das zeigt etwa die Kritik von Lori MacVittie , die anmerkt, dass die Datenströme in WebSockets nicht mehr kontrollierbar sind, da sie keinem bekannten Schema mehr folgen und Sicherheitssoftware somit umgehen können. Mike Vizard geht noch weiter und verurteilt auf CTO Edge das Verhalten der WebHoster, die um jeden Preis Cutting Edge Technologie anbieten wollen, doch „wer Sicherheit gegen Performance eintauschen will, der verdient weder das eine noch das andere“.

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Eric Herrmann
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